Liebe Forscherfreunde
„Eigentlich wollten wir…“ ist ein Satzbeginn, der wohl noch nie innerhalb so kurzer Zeit so oft gesagt oder gedacht wurde. Auch uns erging es nicht anders. Wir hatten geplant, im Rahmen unseres Treffens die Erweiterung eines unserer Projekte vorzustellen. Das Treffen wurde, wie so viele andere auch, aus bekannten Gründen abgesagt. Nicht abgesagt wurde das Projekt. Daher haben wir uns entschlossen es gerade jetzt allen Interessierten zugänglich zu machen und damit zu sagen: Es geht weiter! Hier im Kleinen und auch wieder im Großen!
Bis 2010 wurden in der Stadt Verden in unregelmäßigen Abständen Adressbücher veröffentlicht.. Danach fielen diese u.a. von Familienforschern gern genutzten Quellen aufgrund des Datenschutzes weg.
Begonnen hat diese Art der Aufzeichnung für die Stadt Verden mit einem Adressbuch aus dem Jahre 1835, das seinerzeit aus uns bisher nicht bekannten Gründen im Hamburger Adressbuch veröffentlicht wurde. Allerdings erschien dort keine komplette Auflistung aller volljährigen Verdener Einwohner, sondern nur ein bestimmter Personenkreis, z.B. Offizieren, Beamten, Kaufleuten und Handwerkern. Daher steht zu vermuten, dass es wohl vorrangig für geschäftliche Zwecke erstellt wurde. 1985 wurde dieses Adressbuch dann im Heimatkalender für den Landkreis Verden abgedruckt. In den weiteren Jahren erschienen in unregelmäßigen Abständen weitere Adressbücher – bis 2010.
Wir haben 2015 damit begonnen, die Adressbücher in Form von Datenbanken allen Interessierten zugänglich zu machen. Bisher handelt es sich die Jahrgänge 1835, 1880, 1888 und 1904, die nun auf der Internetseite unseres Vereins zu sehen und durchsuchbar sind. Weitere Verdener Adressbücher sind in Vorbereitung.
Familienforscher sind zunächst an den Lebensdaten ihrer Vorfahren interessiert. Das ist wichtig für eine eindeutige Zuordnung einer Person. Spannend kann es werden, wenn weitere Einzelheiten aus dem Leben derr Altvorderen gefunden werden, so auch z.B. wo sie gewohnt haben. Vielleicht lassen sich dadurch Rückschlüsse auf die Lebenssituation der Familie ziehen.
Für unser Vorhaben konnten wir auf bereits vorhandene Literatur zurückgreifen, u.a. „Die Häuser der alten Stadt Verden und ihre Besitzer“ von Dr. phil. Rudolf Rübecamp, dass kein Adressbuch, sondern eher eine Häuserchronik, bzw. eine Auflistung der Einwohner in der Zeit bis etwa Mitte des 19. Jahrhunderts ist und ein Buch des verstorbenen Herrn Jürgen Siemers mit dem Titel „Straßennamen in der Stadt Verden“. Das Buch erschien 1991 und enthält alle zu dieser Zeit vorhandenen Straßennamen mit umfassenden Erklärungen über deren Herkunft. Hier finden sich teilweise kurze Informationen, weil selbsterklärend, aber u.a. auch Namensherleitungen, Heimat- und Familiengeschichten mit vielen Details.
Auch in Verden haben sich die Straßenverläufe und die Straßennamen im Laufe der Jahre geändert. Manche alte Straßenbezeichnungen sind uns heute kaum oder gar nicht mehr bekannt. So ist es heutzutage manchmal schwierig nachzuvollziehen, wo das Haus stand, in dem eine Familie damals gewohnt hat.
Wer weiß z.B., dass sich die Stadt Verden „von Jerusalem bis Helgoland“ erstreckt? Zur Erklärung: „Jerusalem“ wurde ein Teilstück der heutigen Straße „Hinter der Mauer“ genannt. Dort besaß die jüdische Gemeinde ein Haus in dem sie die Schule untergebracht hatten. „Helgoland“ ist ein Begriff für den kleinen hochliegenden Bereich zwischen Ecke „Hohe Leuchte“ / “Lindhooper Straße“ und der Bahnlinie.
So gibt es viel Spannendes und Neues in dem Buch zu entdecken.
Insgesamt findet sich für die Online-Adressbücher neben der Namenssuche die Möglichkeit, nach Berufen zu suchen. Möchte man wissen, wer einen bestimmten Beruf ausgeübt hat, klickt man „mehr“ an. Darüber hinaus ist es möglich festzustellen, wer in welcher Straße wohnte. Letzteres ist insofern besonders, da dort zu finden ist, wer wann in welchem Haus gewohnt hat, bzw. wie lange (in welchen Adressbüchern taucht der Eintrag auf?) jemand dort gewohnt hat.
Zu finden sind die Online-Adressbücher auf der Seite www.verdener-familienforscher.de unter dem Menüpunkt „Datensammlungen“. Seien Sie ruhig neugierig und erfahren Sie, welche Informationen sich hinter den Links verbergen. Hier liegt der große Vorteil einer Internetseite: Man kann in die Tiefe gehen und so das vorhandene Wissen kompakt zur Verfügung stellen, ohne die einzelnen Informationen zu überfrachten.
Unsere Bitte:
Wer noch weitere Einzelheiten zu den alten oder aktuellen Straßennamen kennt, wird gebeten sich mit dem Verein in Verbindung zu setzen! Die Kontaktdaten finden sich auf der Internetseite www.verdner-familienforscher.de.
Um die Informationen anschaulicher zu machen ist auch Bildmaterial (Fotos oder Postkarten) der Straßen oder Straßenabschnitte sehr willkommen.
Es ist das Bestreben der Verdener Familienforscher viele (alle wird nie klappen) Informationen zu einem Thema zusammenzufassen und ggf. zu erweitern.
