Neue Erkenntnisse aus "Von Breslau nach Gr0ßenhain"

Liebe Listenteilnehmer.

Ich erhalte immer wieder allgemeine und persönliche Mails aus Eurer Runde,
die mich ermutigen, nicht aufzugeben und weiterzumachen. Einer der Gründe
ist auch die Berichterstattung von Augenzeugen, um sich ein klareres Bild in
der Ahnenforschung zu verschaffen bzw.Horizonte zu erweitern. Dafür danke
ich allen. Aus den Schreiben aus euren Reihen und dem Telefongespräch mit
meiner Cousine konnte ich immer wieder neue Erkenntnisse gewinnen.
Folgendes:
Gr0ßenhain schreibt man nicht mit "ß", sondern mit "ss", also Grossenhain.
Als ich mit Tante und Cousine in Grossenhain ankamen, waren wir zuerst für
wenige Tage im Durchgangslager. Dann wurden wir in einem Schulgebäude wieder
für wenige Tage untergebracht . Dann haben wir für längere Zeit, und das war
immer mein Anhaltspunkt des Aufenthalts, bei einer Frau, deren Mann im Krieg
war, und ihrem damals etwa 5-jährigen Sohn aufgehalten. Die Frau hieß, wie
meine Cousine mir sagte, mit dem Familiennamen Wolf, sie stammt entweder aus Hof
(Saale) oder ist später nach Hof gezogen. Bei ihr habe ich immer gerne
Grammophonmusik gehört. Heute gibt es in Grossenhain laut Telefonbuch 18 Namen mit
Wolf. Ich weiß leider nicht wem ich da zuordnen will. Ich kann mich sehr
genau erinnern, dass gegenüber dem Wohnhaus auf der anderen Straßenseite eine
große Fabrik im Ort war, wahrscheinlich eine Maschinenfabrik. Der Betrieb in
der Fabrik hat mich sehr interessiert und ich habe immer jeden Tag von Früh
bis Abend am Fabrikeingang gestanden und zugeschaut, wie die Arbeiter die Kohlen
vom LKW durch das große Bodengitter in der Vorhalle entladen und
eingebunkert haben. Und in dieser Vorhalle stand auf einem riesigen Sockel eine
Dampfmaschine mit einem großen Schwungrad, sie hat mich am meisten magisch
fasziniert. Ach hätte ich doch damals auch eine Spielzeugdampfmaschine gehabt. Mich
hat die Maschinentechnik immer interessiert. In der Nähe der Fabrik verläuft
ein Bach oder ein Fluß und ich habe mit ein paar Buben viele Papierschiffe
gemacht und diese auf dem fließenden Wasser davonfahren lassen. Das war lustig.
Das sind einige Anhaltspunkte. Ob jemand aus eurer Runde auch in Grossenhain
war, der älter ist als ich und sich mehr erinnern kann? Das wäre eine tolle
Sache, wenn sich jemand melden würde. Eine Frau aus eurer Runde hat mir
geschrieben, dass ihre Großmutter auch in Grossenhain im Durchgangslager
aufgehalten hat und sie fragte mich, ob ich ihren Namen kenne. Da ich damals 5 Jahre
alt war, kannte ich keinen einzigen Namen, auch meine Cousine kann sich laut
meiner tel.Anfrage nicht an diesen Namen erinnern. Leider. Vielleicht tauchen
unter euch neue Erinnerungen auf. Das hilft, einige unter uns neu
kennenzulernen.

Ich hoffe, dass mein Bericht erneut auf euer Interesse stoßen wird.
Ich wünsche euch schönes Wochenende und liebe Grüße von

Maatz Karl Heinz (Karli)

Lieber Herr Maatz,

Sie irren. Großenhain schreibt sich mit "ß", nicht mit "ss". Schauen Sie bitte auf die website der Stadt www.grossenhain.de. Auch 1945 schrieb man so den Stadtnamen; ich besitze noch einige amtliche Dokumente von damals.

Ihr damaliger Wohnsitz gegenüber einer Fabrik und an einem Bach könnte in der Dresdner Straße gewesen sein, dort befindet sich eine Textilfabrik (noch heute) und das Flüßchen Röder. Auf der genannten website können Sie den Stadtplan einsehen.

Freundliche Grüße
Hubertus Guske
HubertusGuske@web.de

Hallo Herr Maatz,

Gr0ßenhain schreibt man nicht mit "ß", sondern mit "ss", also

Grossenhain.

Sind Sie sich da sicher? Ich plädiere für Großenhain mit "ß", wie "groß".
Nur die Schweiz hat das "ß" abgeschafft.
Irritierend ist immer das Schreiben in Großbuchstaben, weil es ein großes
"ß" nicht gibt. Ich besitze aber einen GROßEN DUDEN von etwa 1955, da wird
ein großes "ß" verwendet.
Freundliche Grüße aus Sachsen
Wolfgang Leistritz