Neu hier - Familie MÜHL, SCHMIDT aus dem Kreis Lauban

Hallo,

ich bin neu in der Niederschlesien-Liste. Bisher habe ich Erfahrungen in Norddeutschland, Ost- und Westpreußen. Über Flucht und Vertreibung aus Ost- und Westpreußen und auch aus Pommern weiß ich einiges. Niederschlesien ist geographisch, genealogisch und historisch Neuland für mich.

Mein Interesse für Schlesien wurde geweckt, da meine Kinder Vorfahren in Schlesien haben. Ich erhoffe mir hier einige Tipps und Informationen. Vielleicht ist auch ein direkter Austausch über Forschungsergebnisse möglich!

Hier erstmal die bekannten Daten (soweit bekannt alle evangelisch):

OSKAR Emil MÜHL
*13.07.1905 Ebersdorf, Kurs. Friedland (müsste Böhmen bzw. später Sudetenland gewesen sein)
21.04.1994 Asendorf, Niedersachsen

(Mutter starb in den 1960er oder 1970 er Jahre in Niedersachsen, Vater hat er bewusst nicht in Erinnerung gehabt, ist wohl sehr früh gestorben)

oo

Else MARGARET(H)E Mühl geb. SCHMIDT
*02.04.1909 Schönbrunn, Krs. Lauban
+16.06.1983 Harpstedt, Niedersachsen

Kinder aus der Ehe:

Werner MÜHL
*06.10.1935
+22.09.2016 Harpstedt(?)

SIEGLINDE Margarete Wittpenn geb. MÜHL
*04.10.1938 Küpper, Kreis Lauban
+28.06.2022 Asendorf, Niedersachsen

CHRISTA Schubert, geb. MÜHL
*25.03.1946
+23.11.2024 (Stuttgart?)

ein voreheleicher Sohn von Margarethe:

Heinz Schmidt, ohne weitere Daten

Die Adressbücher aus dem Kreis Lauban von 1938 und 1942 habe ich bereits gefunden. Bisher habe ich keine Standesamtsregister oder Kirchenbücher gefunden. Ich habe schon öfter gehört, dass die Verluste hier groß waren. Küpper 1938 werde ich online noch nicht einsehen können, aber gibt es hier passende Archive, welche ich anschreiben kann (entsprechender Nachweis kann erbracht werden) oder gelten die Bücher als verloren? Wie sieht es mit Schönbrunn aus?

Übrigens habe ich bei einer vorherigen Recherche vor längerer Zeit mal festgestellt, dass der Name Oskar Mühl" im Kreis Lauban (oder war es Schlesien…, jedenfalls nicht Böhmen) inflationär war…

Sind um 1918/19 viele Menschen aus Böhmen nach Schlesien gekommen und kann es sein, dass Oskar Mühl so von Böhmen nach Schlesien kam?

So, ich hoffe ich hab an alles gedacht und freue mich auf Antworten!

Ich habe eine erste Erfolgsmeldung:
Die Mutter von Oskar war eine Emma Mühl (vermutlich identisch mit der Emma aus dem Adressbuch Küpper). Sie wurde am 19.11.1875 in Niederlinde, Kreis Labaun geboren. Ob Mühl der Ehename oder Geburtsname war weiß ich leider nicht. Sie starb als Emma Mühl ohne weitere Namensangabe.

VG
Inke (Stuertz)

Hallo Inke,

um Orte und die zugehörige Pfarrei/das zugehörige Standesamt zu finden, bietet sich folgende Suchmaschine an: https://www.meyersgaz.org/

Um herauszufinden, ob es für den gesuchten Ort noch Kirchenbücher oder Personenstandsregister gibt und wo sie sich ggf. befinden, kann man hier nachsehen: kirchenbuecher

Heimatkundliche Informationen zum Kreis Lauban: https://www.heimatarchiv-lauban.de/

Recherche in den polnischen Staatsarchiven: Homepage - Szukaj w Archiwach

Einige (relative wenige) Kirchenbücher sind auch in Geneteka zu finden: Geneteka baza Polskiego Towarzystwa Genealogicznego

Kirchenbücher des angrenzenden Nordböhmen: Archivní VadeMeCum des Staatlichen Gebietsarchives in Litoměřice/Leitmeritz

Ich habe selbst Vorfahren aus Niederschlesien und Nordböhmen, falls du weitere Unterstützung brauchst, sag gern Bescheid.

Hallo Marius,

vielen Dank für Deine Nachricht!

Ich habe mich mal durch die Seiten gewühlt. Leider etwas ernüchternt… Die Kriegsverluste machen es nicht einfach.

Wenn ich das richtig sehe, dann habe ich nur für Schönbrunn die Möglichkeit Unterlagen zu erhalten. Habe das Archiv bereits angeschrieben.

Auf der tschechischen Archivseite habe ich mich doch recht schwer getan. Wenn ich das richtig sehe, dann gibt es für Ebersdorf, Friedland keine Geburtsunterlagen für 1905.

Ich werde nochmal versuchen Informationen über die Heimatortskarteien zu bekommen, vielleicht sind da noch hilfreiche Informationen zu bekommen.

Viele Güße

Inke

Ich finde auch noch kein Geburtsregister für Ebersdorf als Teil der Pfarrei Friedland im Archiv: Genealogy: Bohemia, Sudetenland, Parish Books, Friedland

Ich würde dir empfehlen, dich an das Standesamt Friedland zu wenden und mal zu fragen, ob sie das Buch noch bei sich haben: Občan - Město Frýdlant - oficiální stránky

Alternativ weiß vielleicht auch die lokale Kirchengemeinde was: Frýdlant v Čechách :: Katalog BL - WWW

Falls du Informationen aus der Heimatortskartei bekommen solltest (ich nehme an vom Bundesarchiv Bayreuth?), würden mich deine Erfahrungen interessieren. Mein Antrag auf Lastenausgleichsakten liegt da schon seit fast 3 Jahren und ich bin neugierig, ob sie Anfragen zu anderen Themen schneller beantworten.

Im Bundesarchiv (invenio.bundesarchiv.de) habe ich diesen Eintrag gefunden, vielleicht ist das die Mutter von Oskar Emil Mühl:

ZLA 1/14478518
Mühl, Emma

Bestandsbezeichnung
Lastenausgleichsbehörden - Positiv beschiedene Feststellungsakten nach dem Feststellungsgesetz (FG) und Reparationsschädengesetz (RepG)
Aktenzeichen/Registriernr.
481-15-89/68
Geburtsdatum
19.11.1875
Funktion
unmittelbar Geschädigter
Schaden
Grundvermögen
Staat
Deutschland
Kreis
Lauban
Gemeinde
Küpper
Produzierendes Amt
Grafschaft Hoya
Unterlagenart
Sachakte
Benutzungsort
Bayreuth

Danke für Deine Hilfe! Da werde ich mal direkt nachfragen!

Ich bin auch gespannt, ob und welche Antwort ich aus Bayreuth erhalte! Werde mich zurück melden!

Die von Dir genannte Emma Mühl müsste die Mutter von Oskar Mühl sein. Das Geburtsdatum passt, Amt Gafschaft Hoya klingt naheliegend.

An alle:

Noch eine FRAGE: Ein Sohn von Oskar Mühl wurde 1935 in OBERLUDWIGSDORF geboren. Weiß jemand ob es diesen Ort im Kreis Lauban gab? Ich habe ein Oberludwisdorf (Gut zu Ludwigsdorf, heute Görlitz) gefunden. Das könnte passen. Ansonsten gab es noch einige Ludwigsdörfer in Schlesien, aber nicht in Lauban bzw. im Regierungsbezirk Liegnitz. Weiter weg kan ich mir momentan nicht vorstellen.

Und dann Suche ich noch etwas. Eine Rosa Maria GOGOL (katholisch, wohl Polin) wurde 1938 in Schönkirch geboren. Weitere Infos habe ich nicht. An mögliche Kirchenbücher/Standesamtamtsunterlagen kann ich nicht heran kommen (Schutzfristen). Weiß jemand, ob es den Namen GOGOL zu dieser Zeit in Schönkirch/Chrzumczütz/Chrząszczyce in Oppeln gab?

Schönen Sonntag!

Inke

Ich denke auch, dass es das von dir genannte „Oberludwigsdorf“ ist: Ober Ludwigsdorf 1)

Ca. 1890 gab es den Namen GOGOL in Chrzumczütz: Namensverbreitungskarte - Verein für Computergenealogie

Ansonsten bieten sich vielleicht Adressbücher an, die sind aus der Zeit frei zugänglich. Hier ist eines für den Kreis Oppeln: Detailseite

Jetzt wird es vermutlich auch für unsere Ahnenforscher-Kollegin @Christina_L interessant, die sich ja intensiv mit der Region Lauban auseinandersetzt.

Allzeit viel Forschererfolg wünscht nebst einem schönen Biergarten-Badesse-Grill-Abend bei über 30°C

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Peren

Hallo Inke,
im Online Familienbuch soll es eine geben die passen könnte:
Online-OFB Harpstedt Gogol Rosa Maria * 06.01.1938 Schönkirch, + 17.11.2015 Ganderkesee,
VG Ulrike

Hallo Ulrike,
Genau um diese Rosa Gogol geht es, die Daten hatte ich aus dem OFB!
Viele Grüße
Inke

Hallo Gaius,

bezüglich LAA Bayreuth: versuchen einen Termin für den Lesesaal zu vereinbaren (E-Mail: benutzersaal.bayreuth@bundesarchiv.de) und alle Karteien (alphabetischen und Ortskarteien) abarbeiten.

Hatte das Gefühl, das man da schneller einen Termin bekommt. Da werden dann alle über invenio bestellten Dokumente vorgelegt, auch die Ausgleichsakten. Bei der „allgemeinen Bestellung“ geht es auch um die

Kopie dieser ZLA-Akten. Die bekommen Sie dann per Download zu ihrer Verfügung, das dauert m.E. lang. Im Lesesaal können Sie Einsicht nehmen und abfotographieren, was für Sie notwendig ist.

Ansonsten: Habe selbst 4 Jahre ca. gewartet, bis ich diese Download-Akten bekam. Aber andererseits ist es einfach lohnend, aber eben auch die Einsichtnahme der Karteikästen im Lesesaal.

LAA ist einfach eine langsame, schwerfällige Behörde, der man auch seine Unzufriedenheit übermitteln muss. Der Lesesaal ist jetzt nicht wirklich überfüllt, das Arbeitstempo würde ich als überschaubar

betrachten.

Viel Erfolg, wenns endlich soweit ist

Reinhard

Vielen Dank für die Hinweise.

Ich werde jetzt einfach erstmal warten, der Antrag ist ja schon gestellt.

Es gibt auch Pläne in Bayreuth, das Verfahren zu beschleunigen, aber das wirkt sich nur auf neue Anträge aus, nicht auf die bereits gestellten.

Ich finde schade, dass das Bundesarchiv sein Personal nicht etwas verschiebt oder anders zuteilt bei Neueinstellung. Manche anderen Standorte sind sehr schnell mit ihren Antworten.