Musketier Carl Gronert-7.Ostpreuss.Inf.Rgt Nr 44-Schlacht bei Metz 1870

Liebe Milit�rexperten in der Liste:

Von meinem Spitzenahnen v�terlicherseits wei� ich bislang nur, dass er am 25.05.1862 in Ohra (Danzig) Vater des Carl Friedrich Gronert wurde. Mutter war Anna Dirx.

Von wo er herkam und wo er geboren wurde, w��te ich nur zu gerne, um weitere Nachforschungen anstellen zu k�nnen.

Nun bin ich zuf�llig bei www.denkmalprojekt auf die Verlustliste Nr. 20 der Schlacht bei Metz am 17. Aug. 1870 gestossen, wo ein Musketier Carl Gronert von der 1. Kompanie den Tod gefunden hatte. Standort des Reg. war 1866 Danzig gewesen. Der Herkunftsort ist bei ihm nicht genannt.

Meine Fragen: - bedeutet der Strich beim Herkunftsort (und beim Uffz. dar�ber), dass es derjenige ist, der oberhalb genannt ist (Rosenberg)?

                                 - k�nnten in evtl. Komp./Regimentsunterlagen Daten zur Herkunft/Ehe dieses Musketiers verzeichnet sein, damit ich wei�, ob es "mein" Carl Gronert ist?

                                 - wo k�nnten solche Unterlagen archiviert sein?

F�r jegliche Hinweise bin ich sehr dankbar.

Mit herzlichem Gru�

J�rgen (Gronert)

Lieber Herr gronert,

Der Eintrag in der Verlustliste Nr. 21 (!) lautet unter der
Truppenteilbezeichnung "7. Ostpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 44":

Musk./GRONERT/Carl/-/14.08.1870/1. Komp./Todt

Der Strich hinter dem Vornamen bedeutet, dass für diesen Soldaten
Herkunftsort und -kreis nicht bekannt / gemeldet worden sind. Da der Soldat
gefallen ist, ist auch keine spätere Korrektur in Nachträgen oder
Berichtigungen gedruckt worden.

Das 7. Ostpr. Inf.-Rgt. Nr. 44 wurde 1860 aufgestellt und war zunächst bis
1866 in Thorn stationiert. Erst nach dem Deutsch-Österreichischen Krieg 1866
wurde das Regiment nach Danzig verlegt, und war gleichzeitig mit Teilen in
Kulm stationiert. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871 wurde das
Regiment nach Graudenz verlegt, 1886 nach Osterode, Dt. Eylau und Soldau,
1889 nach Dt. Eylau und Soldau, ab 1902 nach Goldap und Lötzen. Das Regiment
gehört 1870 zusammen mit dem 3. Ostpreußischen Infanterie-Regiment Nr. 4 zur
3. Infanterie-Brigade (2. Division / I. Armeekorps)

Das Regiment wurde 1860 aus dem Landwehr-Stammbataillonen Osterode, Pr.
Holland und Graudenz aufgestellt.
Der Ergänzungsbezirk der 3. Infanterie-Brigade, also der Bezirk, aus dem die
Rekruten für die Regimenter der Brigade kamen, wurde von den Kreisen Stuhm,
Rosenberg, Neumark, Pr. Holland, Braunsberg und Heiligenbeil (7. Ostpr.
Landwehr-Rgt. Nr. 44)sowie Osterode, Hohenstein, Saalfeld, Mohrungen,
Ortelsburg, Allenstein, Neidenburg und Willenberg (3. Ostpreußisches
Landwehr-Regiment Nr. 4) gebildet.
Aus einem dieser Kreise kommt also Ihr Spitzenahn - nicht gerade ein
kleiner Bereich.

Die Stammlisten der kgl. Preußischen Armee wurden 1945 durch einen
Luftangriff auf Potsdam vernichtet.

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Christoph Surkau

Lieber Jürgen,

meines Wissens gibt es keine Akten mehr zu preußischen Armee - bis auf eine
Ausnahme. Die Krankenakten sind gerettet worden. Ist ein Soldat also mal
erkrankt oder verwundet oder sogar an den Verwundungen verstorben, so gibt
es über diesen Unterlagen im Krankenbuchlager.

In einem Forum
(http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/wbb2/thread.php?postid=150797 ) fand
ich folgenden Hinweis:

"Im Allgemeinen sind im Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv, keine
Unterlagen zu Personen – mit Ausnahme von wenigen Personalunterlagen – und
deren Militärdienstzeiten aus dem Ersten Weltkrieg und davor vorhanden. Alle
Stammrollen und sonstigen Karteimittel der Preußischen Armee sind im Jahre
1945 bei einem Luftangriff auf Potsdam im Heeresarchiv verbrannt.

Für Angehörige des Kontingentsheeres der Bayerischen, Sächsischen,
Württembergischen und Badischen Truppen sind die jeweiligen Landesarchive in
München, Dresden, Stuttgart und Karlsruhe zuständig, auch hier ist jedoch
mit Verlusten zu rechnen.

Eine Ausnahme bildet der Bestand Pers 9 (Krankenbuchlager). In diesem
Bestand sind – keineswegs vollständig – die im Zusammenhang mit einer
Lazarettbehandlung entstandenen Krankenpapiere von Soldaten erhalten. Diese
Papiere, meist mit Stammrollenauszügen verbunden, sind nach
Geburtsjahrgängen geordnet und liegen für die Geburtsjahrgänge 1791-1899
vor. Von den Geburtsjahrgängen 1891-1899 sind nur die Unterlagen der im
Januar und Juli Geborenen überliefert. Die Geburtsjahrgänge 1900 bis 1916
finden sich bei der Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der
nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht
(WASt), Eichborndamm 179, D-13403 Berlin.

In den Krankenunterlagen finden sich lediglich formale Angaben: Name,
Vorname, Geburtsdatum, dienstliche Funktionen. Der militärische Werdegang
oder auch Passbilder, sind daher in der Regel nur in Personalakten zu
erwarten."

Allerdings schrieb hier auch jemand, dass vom Krankenbuchlager heute keine
privaten Anfragen mehr beantwortet würden. Das ging aber auch hier vor
einiger Zeit durch die Liste, meine ich.

Es folgt dann noch der Hinweis auf den folgenden Link: http://www.milex.de/

Bin selbst über dieses Ergebnis überrascht und frage mich, was wohl die
Hintergründe für die Unwilligkeit des Krankenbuchlagers sein könnten,
private Anfragen, also Anfragen von privaten Familienforschern, nicht mehr
zu beantworten. Zum einen würden dort Arbeitsplätze geschaffen, zum anderen
wären auch Privatleute zu Zahlung der Such- und Forschungsgebühren sowie
Kopierkosten bereit, oder?
Ob man selbst dort forschen kann? Geburtsjahrgänge 1791-1899 Donnerschlag!
Wenn ich das vor ein paar Jahren gewusst hätte, hätte ich meine Anfrage
erweitert - zu spät.

Liebe Grüße

Uli (Szepanski)

Hallo nochmal,

habe gerade gelesen, dass die Akten des Krankenbuchlagers Berlin zum
Bundesarchiv nach Koblenz gekommen sein sollen - oder kommen werden. Weiss
jemand etwas darüber?

Gute Nacht wünscht
Uli Szepanski

Hallo Ulrich

... Das Bundesarchiv

Potsdamer Str. 1
56075 Koblenz
0261 505-0

Einfach anrufen und fragen....

mfg

Christoph

Hier kann man sich �ber das Thema informieren. Das liegt also wohl alles noch in Berlin, �bernahme in das Bundesarchiv tbd...
Gru� - Martin

http://www.berlin.de/lageso/versorgung/krankenbuchlager/

Folgende Informationen habe ich im letzten Sommer vom Bundesarchiv in Freiburg erhalten:

Bundesarchiv, Abt. Milit�rarchiv, Wiesentalstr. 10, 79115 Freiburg,

"Im Allgemeinen sind im Bundesarchiv, Abteilung Milit�rarchiv, keine Unterlagen zu Personen - mit Ausnahme von wenigen Personalunterlagen - und deren Milit�rdienstzeiten aus dem Ersten Weltkrieg und davor vorhanden. Die Personalunterlagen und Karteimittel der Preu�ischen Armee sind im Jahre 1945 bei einem Luftangriff auf Potsdam im Heeresarchiv verbrannt.

Eine Ausnahme bildet der Bestand Pers 9 (Krankenunterlagen der Preu�ischen Armee, Kaiserlichen Marine und Schutztruppen). In diesem Bestand sind - keineswegs vollst�ndig - die im Zusammenhang mit einer Lazarettbehandlung entstandenen Krankenpapiere von Soldaten erhalten. Diese Papiere, meist mit Stammrollenausz�gen verbunden, sind nach Geburtsdaten geordnet und liegen in der Abteilung Milit�rarchiv f�r die Geburtsjahrg�nge 1791-1899 vor.

Von den Geburtsjahrg�ngen 1891-1899 sind nur die Unterlagen der im Januar und Juli Geborenen �berliefert.

Die Geburtsjahrg�nge ab 1900 finden sich bei der Deutschen Dienststelle (WASt).

.......

In den Krankenunterlagen finden sich lediglich formale Angaben: Name, Vorname, Geburtsdatum, dienstliche Funktionen. Der milit�rische Werdegang oder auch Passbilder sind in der Regel nur in Personalakten zu erwarten."

.........

Der einschl�gige Bestand PERS 9 (Krankenunterlagen der Preu�ischen Armee, Kaiserlichen Marine und Schutztruppen) befindet sich zur Zeit wegen einer Ma�nahme zur Bestandserhaltung nicht im Hause, so dass keine Recherche nach Personalunterlagen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs (bzw. der Zeit davor) m�glich ist.

Sollte eine Recherche in der Abteilung Milit�rarchiv in Frage kommen, bitte ich Sie, sich ab Februar 2011 wieder an die Abteilung Milit�rarchiv zu wenden. Dann wird der Bestand PERS 9 voraussichtlich wieder f�r eine Recherche zur Verf�gung stehen.

militaerarchiv@bundesarchiv.de.

Bei telefonischen R�ckfragen bitte ich Sie, sich an folgende Nummern zu wenden:

07 61 / 47 8 17 - 860 oder 07 61 / 47 8 17 - 861.

Viel Erfolg.

Uwe (K�ster)

Hallo,
hier mein konkretes Problem: Ich hatte vor Jahren schon bei der WASt angefragt und diese die Anfrage ans Krankenbuchlagere weitergeleitet, aber ohne Erfolg. Der Grund ist mir jetzt klar (er stand in der Antwort des Krankenbuchlagers nicht): Der von mir gesuchte Emil Simanek ist im April 1891 geboren worden. Er wurde in Skottau im Krs. Neidenburg geboren. Es gibt für Skottau auch keine Standesamtsunterlagen mehr und für diese Zeit auch keine Kirchenbücher. Er ist im I. Weltkrieg in Frankreich gefallen. Bei der Dt. KGF ist er nicht gelistet. Er war Unteroffizier, warscheinlich im 1. Garderegiment Kronprinz.
Hat jemand eine Idee, wo ich noch suchen könnte?
Viele Grüße
Ralf (Wenn)

P.S.: In 2 anderen Fällen aus dem I. WK hatte ich damals beim Krankenbuchlager Erfolg. Es hatte zwar Monate gedauert, aber dann bekam ich die gewünschten Angaben.

-------- Original-Nachricht --------

Liebe Liesties,

vielen Dank für Eure sachkundigen Beiträge zu diesem Thema.
Obwohl ich mich seit vier Jahren am Ende wähnte, erhöhnt sich nun wieder der
Puls. Der Forschergeist erwacht wieder - das Fieber bricht aus ... :wink:
Ich denke Ihr versteht, was ich meine. Ein schönes Wochenende wünscht

Uli (Szepanski)

Hallo Ralf,
viele Regimentsgeschichten enthalten Verlust- oder Ehrenlisten. Vielleicht kann jemand aus der Milit�rliste ( Militaer-L@genealogy.net ) hier weiterhelfen. An manchen Orten gab/gibt es auch Ehrenhaine oder Kriegerdenkm�ler mit genaueren Angaben.
Ich habe letzte Spuren meines Gro�vaters in der "Geschichte des Grenadierregiments K�nig Friedrich der Gro�e (3. Ostpreu�ischen) Nr. 4" gefunden und auf Grund der Angaben auch den Soldatenfriedhof, auf dem er beerdigt wurde. Der Kriegsgr�berf�rsorge war dies nicht bekannt.
Viel Erfolg,
Uwe (K�ster)