Lieber Jürgen,
meines Wissens gibt es keine Akten mehr zu preußischen Armee - bis auf eine
Ausnahme. Die Krankenakten sind gerettet worden. Ist ein Soldat also mal
erkrankt oder verwundet oder sogar an den Verwundungen verstorben, so gibt
es über diesen Unterlagen im Krankenbuchlager.
In einem Forum
(http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/wbb2/thread.php?postid=150797 ) fand
ich folgenden Hinweis:
"Im Allgemeinen sind im Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv, keine
Unterlagen zu Personen mit Ausnahme von wenigen Personalunterlagen und
deren Militärdienstzeiten aus dem Ersten Weltkrieg und davor vorhanden. Alle
Stammrollen und sonstigen Karteimittel der Preußischen Armee sind im Jahre
1945 bei einem Luftangriff auf Potsdam im Heeresarchiv verbrannt.
Für Angehörige des Kontingentsheeres der Bayerischen, Sächsischen,
Württembergischen und Badischen Truppen sind die jeweiligen Landesarchive in
München, Dresden, Stuttgart und Karlsruhe zuständig, auch hier ist jedoch
mit Verlusten zu rechnen.
Eine Ausnahme bildet der Bestand Pers 9 (Krankenbuchlager). In diesem
Bestand sind keineswegs vollständig die im Zusammenhang mit einer
Lazarettbehandlung entstandenen Krankenpapiere von Soldaten erhalten. Diese
Papiere, meist mit Stammrollenauszügen verbunden, sind nach
Geburtsjahrgängen geordnet und liegen für die Geburtsjahrgänge 1791-1899
vor. Von den Geburtsjahrgängen 1891-1899 sind nur die Unterlagen der im
Januar und Juli Geborenen überliefert. Die Geburtsjahrgänge 1900 bis 1916
finden sich bei der Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der
nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht
(WASt), Eichborndamm 179, D-13403 Berlin.
In den Krankenunterlagen finden sich lediglich formale Angaben: Name,
Vorname, Geburtsdatum, dienstliche Funktionen. Der militärische Werdegang
oder auch Passbilder, sind daher in der Regel nur in Personalakten zu
erwarten."
Allerdings schrieb hier auch jemand, dass vom Krankenbuchlager heute keine
privaten Anfragen mehr beantwortet würden. Das ging aber auch hier vor
einiger Zeit durch die Liste, meine ich.
Es folgt dann noch der Hinweis auf den folgenden Link: http://www.milex.de/
Bin selbst über dieses Ergebnis überrascht und frage mich, was wohl die
Hintergründe für die Unwilligkeit des Krankenbuchlagers sein könnten,
private Anfragen, also Anfragen von privaten Familienforschern, nicht mehr
zu beantworten. Zum einen würden dort Arbeitsplätze geschaffen, zum anderen
wären auch Privatleute zu Zahlung der Such- und Forschungsgebühren sowie
Kopierkosten bereit, oder?
Ob man selbst dort forschen kann? Geburtsjahrgänge 1791-1899 Donnerschlag!
Wenn ich das vor ein paar Jahren gewusst hätte, hätte ich meine Anfrage
erweitert - zu spät.
Liebe Grüße
Uli (Szepanski)