Mit den hessischen Truppen in die amerikanischen Kolonien

*Auf zu neuen Ufern*

In der neuen Ausgabe der „Computergenealogie“wird auf eine Datenbank verwiesen, in der sich hessische Truppen finden, die in den 1770-80ern an die Engländer verhökert wurden, um in den Kolonien gegen die Aufständischen zu kämpfen.

Diese Datenbank findet sich auf der Website des Landesgeschichtlichen Informationssystem Hessen (LAGIS).

Dort fand ich schnell die Suchfunktion unter „Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS) : LAGIS Hessen : LAGIS Hessen

Nun hatte ich zwar keinen Namen, den ich suchen konnte, also gab ich auf gut Glück den Namen meiner Heimatstadt St. Wendel ein und erhielt tatsächlich 34 Treffer auf „St.“ und „Wendel“ und zwei auf „St. Wendel“:

=> Schwindler, Jakob (* ca. 1763), St. Wendel – rekrutiert, Februar 1781 <Hessische Truppen in Amerika : Einfache Suche : LAGIS Hessen;

=> Schwindler, Jakob (* ca. 1763), St. Wendel – von der Einheit wegversetzt, September 1783 <Hessische Truppen in Amerika : Einfache Suche : LAGIS Hessen;

Dann schaute ich in meiner eigenen Datenbank nach und fand einen Jakob Schwendler, geb. am 3. August 1761 in St. Wendel, Sohn von Michael und Catharina Schwendler, über den ich sonst nichts weiß.

Die Chance ist gut, daß es sich um dieselbe Person handelt.

Jakob Schwindler wurde im Februar 1781 ins Hessen-Hanauische Freikorps 5 rekrutiert, das sich am 15. Januar 1781 mit 830 Soldaten der leichten Infanterie von Hanau aus auf den Weg in die amerikanischen Kolonien aufgemacht hatte.

Wie das genau geht - vor allem in Bezug auf die zeitlichen Differenzen - habe ich noch nicht herausgefunden.

Mit freundlichen Grüßen

Roland Geiger

Super Fund. Danke fürs Teilen! War sogar in meiner Stadt Neu-Isenburg jmd
dabei.
LG aus Florida :palm_tree:
Christine

Courage is being scared to death but saddling up anyway - John Wayne

Lieber Roland, liebe Listenfreunde,

auch ich habe mir Gedanken gemacht, wie so etwas ablief und vor 3 Jahren darüber einen Artikel geschrieben, der 2018 in der Hessischen Familienkunde erschien.

Und - nicht alle Angaben bei Lagis sind 100% korrekt -

wer sich also für das Thema interessiert siehe hier:

www.genealogischefunde.de

unter Dokumente der oberste Artikel über JOHANN HENRICH FAULSTROH:
Johann Henrich Faulstroh aus der Wetterau - hessischer Soldat in Amerika und Bigamist?

Gruß vom Taunusrand
Gabriele (Wiechert)

Guten Tag,

dieser Beitrag ist schon ein paar Tage alt, aber ich habe ein paar Fragen zu dem Thema der hessischen Militärangehörigen, die im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft haben.

Ich habe in der Datenbank einen wahrscheinlichen Treffer:

BARTHOLOMAI, Johannes - Feldjägerkorps, 2.Komp. - desertiert 1777

Es würde passen, da er 1778 in Amerika geheiratet hat. Und die Geschichte des Desertierens in der Familie weitergegeben wurde. Laut Familienaufzeichnungen soll er am 22. Juli 1750 in Friedewald geboren sein… dazu habe ich bis dato aber keinen Nachweis gefunden.

Wo bekomme ich nähere Informationen zu seiner Militätzeit? Auf der lagis.hessen - Website steht zwar eine Archiv-Signatur (HStAM 15 Nr. 160) aber ich kann diese nicht einsehen.

Guten Morgen,

die Akte, zu der die Archivsignatur gehört, kann man sicherlich einsehen, nur halt nicht online. Im Archiv vermutlich schon, sonst wäre es sinnlos, sie anzugeben.

Roland Geiger

Oberdischingen, 18. Juli 2026

Sehr geehrte Katja !

HStAM ist eigentlich das Hauptstaatsarchiv München, aber ich kann mir nicht vorstellen, warum sich dort Unterlagen über Söldner in Amerika befinden sollen. Bei LAGIS könnte man noch an das Staatsarchiv Marburg denken, das sich ebenfalls so abkürzt.

Wenn man mal das heutige Bayern nimmt, das war der Markgraf von Ansbach der einzige Herrscher, der Truppen nach Amerika geschickt hat. Die stehen alle bei Erhard Städtler, Die Ansbach-Bayreuther Truppen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (Nürnberg 1956).

Ein Namensträger Bartholomäi kommt dabei nicht vor.

Die Schreibweise Bartholomai scheint von jemand zu stammen, der keine Umlaute kennt. Ich habe da den angelsächsischen Sprachraum im Verdacht.

Einstweilen freundliche Grüße, Friedrich R. Wollmershäuser

Hallo, Herr Wollmershäuser, beim Stichwort Hessische Soldaten werde ich hellhörig. Ein hessischer Vorfahre mit Namen Jäger war um 1750 in pirmasens stationiert und hat dort eine Familie gegründet. Später verlieren sich seine Spuren; ich konnte bis heute keinen Sterbeeintrag finden. Daher meine Frage an Sie: findet sich der FN Jäger (Johann Philipp) in den Unterlagen? Besten Dank und ebensolche Grüße

Kurt Erlemann

Hallo zusammen,

‘HStAM’ steht für Hessisches Staatsarchiv Marburg. Hier ist der Eintrag aus der hessischen Archivdatenbank:

Das Bayerische Hauptstaatsarchiv München kenne ich nur unter dem Kürzel ‘BayHStAM’.

Viele Grüße,

Peter Schößler

Oberdischingen, 20. Juli 2026

Sehr geehrter Herr Erlemann !

Danke für ihre Nachricht, aber außer Willi-Martin Jäger (Vorsitzender der Ostalb-Gruppe des Vereins für Familienkunde in Baden-Württemberg) fällt mir dazu nichts ein.

Pirmsens gehörte zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg, die 1736 durch Heirat an Hessen-Darmstadt kam. Dieses Land hat, im Genensatz zu Hessen-Kassel, meines Wissens keine Soldaten an England verkauft. Wenn es jemand in der Liste besser weiß, lasse ich mich gerne belehren.

Einstweilen freundliche Grüße, Friedrich R. Wollmershäuser

Hallo, Herr Wollmershäuser,
besten Dank für die klare Auskunft! Möglicherweise fand JPJäger nach seiner Pirmasenser Zeit woanders Verwendung als Soldat. Ich fahnde weiter…
Beste Grüße
Kurt Erlemann