Michael!
Es tut mir leid, das deine private mail "gebaunzt" ist, ich habe da augenblicklich noch eine schwunghafte Korrespondenz mit Microsoft Security Services und dabei wohne ich doch gar nicht in Mühlheim!. Kann gar nicht so schnell die mails wegwerfen wie sie nachwachsen. Sorry.
geb. 1886 = Wehrdienst 1906 bis 1909, d.h. er war aus der Reserve raus gealtert und an die Landwehr ueberwiesen. Als Walzwerker hatte er allerdings gute Chancen als kriegswichtig eingestuft zu werden und bei der Firma "Balzen Kekse " in der Panzerplatten-Herstellung uababkoemmlich zu sein. <Holst Du auch noch regelmaessig sein Bier-Deputat von der Brauerei ab.... es war halt eine schweisstreibende Beschaeftigung!> Falls er dennoch die Landwehr durch seine Praesaenz bereichern durfte, ist eine Zuordnung sehr schwierig, im Ruhrgebiet gab es mehr nachwachsende Rekruten als dem Bedarf der Regimenter entsprach, so dass ein groesserer Bereich mitversorgt werden konnte.
(das reichte bis nach Lothringen im Sueden und bis Muenster im Norden!) Ich wuerde mal versuchen das "Krankenbuchlager" anzuschreiben.
<die Rauchversuche der nnglischen Luftwaffe im Reichsversuch im Reichsarchiv in Potsdam im April 1945, haben viel zur verwischung der Spuren
beigetragen!> aber was so´n richtiger Landwehrmann war, der nahm sich zweimal im Jahr seine Grippe und ging zu deren Ausheilung in ein Lazarett! Zwar gibt es ein altes russisches Sprichwort: Der Deutsche hat den Affen erfunden, aber die Buerokratie haben wir von den Russen gelernt.... die haben nicht nur alles Papier aufgehoben sondern davon auch noch Abschriften gefertigt <eine grosse Hoffnung fuer alle, deren Verwandten im WK II in russische Gefangenschaft geraten sein koennten, <ist uebrigens nicht mehr so teuer seid wir auf EURO umgestellt haben>
Jedenfalls macht der Senat von Berlin mit dem Krankenbuchlager auch noch die eine oder andere muede Mark (keine Wunder das muede, die Leute waren bei der Einweisung in Lazarette meistens nicht taufrisch)
Landesamt für Gesundheit und Soziales
Krankenbuchlager
Wattstraße 11-13
13355 Berlin
Briefanschrift:
Postfach 31 09 29
10639 Berlin
m Archiv sind vorhanden:
Vollständige Verlustlisten des 1. Weltkrieges (125 Bände) von August 1914 bis Oktober 1919 mit ca. 9 Millionen Eintragungen.
50.000 Lazarettkrankenbücher aus dem 1. Weltkrieg und 6.700 Krankenbücher aus der Zeit davor mit zusammen 67,35 Millionen Eintragungen (nur Lazarette des Preußischen Heeres).
29.000 Lazarett-Krankenbücher aus der Zeit des 2. Weltkrieges (hauptsächlich Marine und Heer) mit ca. 25 Millionen Eintragungen.
8 Millionen Einzelurkunden (Krankenblätter, Gesundheitsbücher, Fliegerärztliche Untersuchungszeugnisse usw.) aus dem 2. Weltkrieg.
Für eine Personenermittlung sind als Angaben unbedingt notwendig:
vollständiges Geburtsdatum
Name
Geburtsort
Es werden Gebühren erhoben.
Sie betragen gemäß Tarifstelle 9105 der 25. Verordnung zur Änderung der Verwaltungsgebührenordnung (VwGebO) vom 07.12.2001 je nach Arbeitsaufwand zur Positivauskunft zwischen 26,00 bis max. 61,00 .
Eine Fotokopie kostet pro Seite 0,51 .
Fuer deinen Onkel Jahrgang 1892 lagen die Essenmarken ab 1912 fuer zweieinhalb-Jahre bereit, das heisst, die Reservistenfeier im Jahre 1914 musste aus verschiedenen Gruenden damals ausfallen und um 4 1/2 Jahre verschoben werden, ein herber Verlust fuer die oertliche Gastronomie: Wenn du schreibst: er war während des WK I in Pillau stationiert, dann hat er sich an dem im August einsetzenden planvollen Rumgerenne wohl nicht beteiligt sondern sich eher der bodenstaendigen Verteidigung von Kellern, Ravinen,
und sonstigen unterirdischen Anlagen gewidmet und bei der Fußartillerie in Pillau gedient <das passt auch mit Ermland> <den Namen des Regiments hab ich dir in der letzten mail schon geschrieben. Zwar wurden auch aus Fußartillerie (das war die schwere Artillerie der Festungen, "fuer Pferde zu schwer aber ungeheuer laut") Einheiten mobile (einschliesslich Pferdebespannung) Reserve-Fussartillerie-Einheiten als Heeresartillerie gebildet, <wir treffen zwar auch nicht, aber sind in der Geographiebranche, die Loecher die
wir herstellen, wird man noch in Jahrzehnten sehen koennen, die Landesaufnahme soll ruhig schon mal neue Karten drucken>, dennoch blieb gerade in Ostpreußen (nach den Erfahrungen vom Sommer 1914 und dem Besuch der russischen Armee) der Instandhaltungs- und Besetzungsdienst der Festungsanlagen auf einem hohen Bereitschaftsstand!)
Ich hoffe es hilft dir weiter....
Ernst