Militaerkirchenbuecher

Liebe Listenmitglieder,

folgende Standardwerke sind zum Thema Milit�rkirchenb�cher erschienen:
1. Alexander v. Lyncker: Die altpreu�. Armee (1714-1806) und ihre
Milit�rkirchenb�cher. Berlin 1937.
2. Alexander v. Lyncker: Die preu�. Armee (1807-1867) und ihre
sippenkundlichen Quellen. Berlin 1939.
3. Wolfgang Eger: Verzeichnis der Milit�rkirchenb�cher in der BRD,
Neustadt 1993.
4. Wolfgang Eger: Verzeichnis der Milit�rkirchenb�cher in der BRD / neue
Bundesl�nder-r�mische-katholisch, Neustadt 1996.

In 3. findet sich als Oberbegriff nur 'Milit�rkirchenb�cher', wobei
diese dann unterschieden werden in:
a. Regimentskirchenb�cher = nur Angeh�rige der k�mpfenden Truppe,
b. Garnisonskirchenb�cher = alle Truppenteile eines Garnisonstandortes,
die nicht in den Regimentskirchenb�cher enthalten sind.
Die Unterscheidung von Milit�r- und Garnisongemeinde, wie in der
Datenbank bei familysearch verwendet, findet sich hier nicht.
In den Kirchenb�cher vom Typ a. oder b. werden allerdings nicht NUR
eigene Truppenteile verzeichnet, sondern auch diejenigen
Milit�rpersonen, die sich auf dem Durchmarsch oder auf einem Kommando
befanden. Daneben finden sich auch Eintr�ge von Zivilpersonen. Schon
Lyncker stellte 1937 fest, da� nur etwa die H�lfte der
Milt�rkirchenb�cher erhalten sind, wurde doch ein gro�er Teil davon in
den Befreiungskriegen zu Patronenpapier verarbeitet.

In den 1940er Jahren hatte man begonnen, die Milt�rkirchenb�cher an
einen Lagerort zu konzentrieren. Dies ist auch in gro�en Teilen
geschehen. �ber 4000 B�cher haben so den II. Weltkrieg �berstanden. Es
wird zwar nicht ausdr�cklich vermerkt, aber vermutlich sind heute in
Polen keine B�cher mehr vorhanden. In der BRD konnte ich drei Lagerorte
f�r schlesische Milit�rkirchenb�cher ausmachen:
1. Evangelische Zentralarchiv in Berlin
2. Geheime Staatsarchiv in Berlin
3. Kath. Milit�rbischofsamt in Bonn
Wobei 3. vielleicht mittlerweile auch nach Berlin verlegt worden ist.
F�r Breslau beginnen die kath. B�cher hier im Jahr 1851 und f�r Nei�e im
Jahr 1834.

Zum angesprochenen IR 32 finden sich Regimentskirchenb�cher:
Taufen 1745-1749, 1753-1755 und 1757-1812.
Trauungen 1743-1851
Tote 1784-1822

Im Jahr 1743 war ein Infanterie-Regiment aufgeteilt in 10 Musketier- und
2 Grenadierkompanien und hatte eine Sollst�rke von: 50 Offizieren, 118
Unteroffizieren, 252 Grenadieren und 1140 Musketieren. Letztere hatten
den Namen von ihrer Bewaffnung - der Muskete - ein sog.
Luntenschlo�gewehr. Die nach 1740 aufgestellten Regimenter bezeichnet
man auch als F�silierregimenter. Mittlerweile hatte man auf
Steinschlo�gewehre (fusil = franz. Gewehr) umgestellt.
Ein Kapit�n war der F�hrer einer Kompanie bei der Infanterie oder bei
den Dragonern. Der Begriff wurde 1842 durch 'Hauptmann' ersetzt.

Leider wurden fr�her die Regimenter oder Kompanien nach ihren Chefs
benannt. Es gab zwar die Nummerierung wie etwa Infanterieregiment Nr.
32, diese wurden aber nicht - siehe Kirchenb�cher- verwendet. Da die
Einheitsf�hrer nat�rlich wechselten, kann es hier leicht zu
Mi�verst�ndnissen kommen. F�r das Gebiet von Schlesien hilft hier das
kleine B�chlein von Romuald Bergner: Truppen und Garnisonen in
Schlesien, 1740-1945, weiter. Damit kommt man vom Kirchenbucheintrag
auf die Regimentsnummer, dann auf die Garnison, Milit�rkirchenb�cher,
Gefechtskalender ...

Gru�
Klaus Liwowsky