Militaer um 1910 oder davor

Hallo
an die Kenner der Militaergeschichte
Mein Grossvater hat sich 1910 , anlaesslich einer Trauung , mit einem
Militaerpass ausgewiesen . Das war in Gumbinnen / Ostpreussen .
Was fuer ein Militaer koennte das gewesen sein .
Gibt es darueber heute noch Akten ?
MfG
Klaus Stephan

betr.
Was fuer ein Militaer koennte das gewesen sein .

Adalbert Goertz responds >>>>>>>>>>>>

Gumbinnen war Garnisonsstadt.

Klaus!

Ich tippe mal auf preussisches Militaer <grins>

Leider ist deine Aussage wie das Suchen einer Nadel im Heuhaufen.....
nur der Heuhaufen waere kleiner als die koeniglich preussische Armee.

Schaun wir trotz dem mal ?

Zivilberuf
Geburtsjahr : Wenn um 1890 oder bis zu zwei ein halb Jahre davor: dann u.a. Wehrpflichtiger
Geburtsort: die Regimenter der Infanterie hatten Aushebungsbezirke.
Konnte er bis 17 zaehlen ? Dann hatte er Pferdeverstand <denn soviel Beinde hat ein Pferd und jedes tritt>
                              Wenn Pferdeverstand dann Kavallerie <oder wie man das schreibt, manchmal auch wie Feldartillerie>
Gibts von dem Herrn Vazerlandsverteidiger evtl noch ein Fahndungsphoto oder ein mit Datum belegtes Ereignis aus
den letzten vier Jahren vor der "Revoludschion" von 1918 ?

Lass mal hoeren <geht natuerlich auch privat> Wer gibt schon gerne oeffentlich zu, dass die Trefferergebnisse des Großvaters
ihn zum "Schlumpschuetzen" qualifizierten

Ernst

Ich glaube so ein Ding brauchte damals jeder. So eine Art
wie Ausweis. Man musste sich doch in einem bestimmten
alter anmelden das man dann auch eingezogen werden
konnte - wenn nötig. Jedenfalls erscheint 'laut Militärpass so
und so' in verschiedenen Doumenten, hauptsächlich
Heiratsurkunden.

Fred

26 Warren St.
Beverly, NJ 08010
FredRump@earthlink.net
609-386-6846
"Whenever you find yourself on the side of the majority,
it's time to pause and reflect." - Mark Twain (1835 -
1910)

Gumbinnen war Garnisonsstadt, so dass es wohl auch
Miltaer-Kirchenbuecher geben kann bzw. Mikfrofilme davon.

Hallo Ernst

Mein Grossvater war Schmiedemeister , soweit ich mich erinnere , hatte er
mit Wagenraedern und Hufeisen zu tun . So gesehen kann die Kavallerie
zutreffen .
Aus der Familiengeschichte ist bekannt ???!!! , er soll in Riga in einer
Schwertschmiede gearbeitet haben .

Geboren ist er 1882 in Karziamupchen ( Gruenflies )
Es gibt mehrere Fotos von ihm , auf dem er mit einem Kreuz auf der linken
Brust zu sehen ist , aber alles nur Zivilfotos . Moeglicherweise stammt
dieses Kreuz aus dem 1. Weltkrieg .Dieses Kreuz trug man vermutlich an einer
Kordel , am Hals , da eine Kordel zu erkennen ist .

Gruss

Klaus Stephan

Lieber Klaus!

Wenne er 1882 geboren wurde, wurde er also 1902 fuer zwei ein halb Jahre (Infanterie) bzw
3 Jahre Kavallerie zu den Fahnen geeilt. Wenn er sich noch 1910 mit einem Militaerpass auswies
(das war das "Soldbuch" des aktiven Soldaten) dann hatte er wohl 1905 "kapituliert" (=sich freiwllig gemeldet)
und duerfte zu diesem Zeitpunkt "Fahnenschmied" (Dienstgrad der Schmiede-Unteroffiziere) gewesen sein.
"Zwecks und zu diesem Behufe" duerfte ihm die Militaer-Lehrschmiede in Koenigsberg i.Pr. eine von vielen
Zusammenrottungen und Le<h>ergaengen recht vertraute Umgebung gewesen sein.
Dies wuerde hervorragend zu dem Zivilberuf Schmiede-MEISTER passen, zu dem <da teuer> eine Militaerzeit
mit zivilberuflich anerkannter Aus-, Fort- und Weiterbildung gehoerte. Pferde waren das Kapital der koeniglich
preussischen Kavallerie, denn im Gegensatz zu Wehrpflichtigen <die einfach dafuer geboren wurden> mussten diese
geKAUFT werden und waren daher PFLEGLICHST zu behandeln. Wie stand es in grossen Fraktur-Lettern an der Wand in unserer
Reithalle: ZUERST DAS PFERD UND DANN DER MANN...... aber der Schulleiter war eben auch der letzte Kommandeur der
Heereskavallerieschule in Hannover gewesen, und MEIN Reitlehrer war im NEBENBERUF Brigadegenerak und Korps-Artillerie-Kommandeur
das er auf den schoenen baltischen Vornamen Baron hoerte, darf ja wohl als selbstverstaendlich vorausgesetzt werden.

Jetzt geht es vom grossen zum ganzen und vom Hoelzken aufs Stoeckscken!. Wo hat er gedient ?
Ostpreussen war bei Preussens EIGENTLICH eine Kaserne mit zivilem Gefolge.

In Gumbinnen lagen zur fraglichen Zeit <1910, Dies sollte sich aber vor 1914 noch grundlegend aendern: Man stellte in Ostpreussen ein zweites Armeekorps auf>: Infanterie (1 Regiment <33> und ein Bataillon <147> Lassen wir erst mal als nicht "satisfaktionsfaehig" hier "wech"
ein wenig Feldartillerie (Reitende Abteilung/Feldartillerie Regiment 1 "Viel Laerm um nichts, aber wenigstens haben se Paarde!")
und drei Eskadronen (1.2.5) des Dragoner-Regiments 11. (die anderen beiden hatte man nach Stallupönen in die "Kinderlandverschickung" abgestellt) und in Insterburg lagerten diese Parade-Kavalleristen der 12. Ulanen, die sich nicht mal auf EINE Reihe Knoepfe einigen konnten und die zur Parade immer diese schrecklichen bunten "Schlabberlaetzchen" anzogen und auf dem Helm ihr platt-ebenes Weltbild offen zeigten...

Ach ja, kurz vor dem Ural, waren da auch noch die 1. Dragoner in Tilsit......

WAHRSCHEINLICH war er also Dragoner <denn man heiratete ja nicht nach

und Trauzeugen wurden eher aus dem Verwandten- und

Bekanntenkreis genommen als von der Strasse aufgegriffen.

Also: "Dragoner-Regiment Graf Wedel (Pommersches) Nr. 11" (Es ist schon ein Kreuz mit der koeniglich preussischen Armee und ihren Bezeichnungen)

Gruss

Ernst

Hallo,
da zur Zeit das Thema Milit�r um 1910 aktuell ist, habe ich die Hoffnung,
da� mir vielleicht jemand weiterhelfen kann.
Mein Gro�vater Franz Orsada (Orjada nach �bersiedlung ins Ruhrgebiet)
heiratete 1913 in Zempelburg Kreis Flatow.Auch das 1. Kind wurde dort
geboren und wahrscheinlich auch das 2. Kind. Somit d�rfte er 1914/15 mit
seiner Familie nach Bochum gegangen sein.
Meine Schwester erinnert sich daran, da� sie mal ein Foto meines Gro�vaters
gesehen hat, wo er in Uniform auf einem Pferd sa�.
Nun meine Frage: wie kann ich erfahren wo er beim Milit�r war, ob er von WPR
oder von Bochum eingezogen wurde usw. Halt alles was zu der Milit�rzeit
geh�rt.
Freue mich �ber jeden Hinweis.
Gru�
Gisela
Homepage: www.meineahnen.de

Gisela!

Wann ist denn dein Großvater geboren ? Bei Preußens handelte es sich um einen ordentlichen Staat, in dem nicht jeder machen
konnte, was will ich denn. Wenn man also maennlichen Geschlechts war (und davon gehe ich bei einem Großvater einfach mal aus) dann erhielt man bei seiner Geburt einen Terminkalender und da stand drin: 18. Geburtstag: beim Bezirkskommando vorsprechen wegen Termin bei der
Musterungskommission...... ja, da sassen auch Medizinmaenner drin, aber die hatten nur beratende Stimme: Entscheiden "tuten tat" der Vertreter des Brigadekommandeurs in dessen Bezirk man sich aufhielt..... UND der war entscheidungsfreudig, denn er sagte einem sehr genau wo man sich zum Einberufungstermin nach dem 20 Geburtstag einzufinden hatte. Da Preussen auch ein Rechtsstaat war gab es dagegen selbstverstaendlich das Rechtsmittel beim juengsten Gericht (wurde allgemein nicht gern genommen, weil man dazu persoenlich erscheinen musste und dies dem Herrn Pfarrer seine komplette Terminplanung ueber den Haufen schmiß, was diesen dazu veranlaßte weitere Gespraeche nicht mehr durchzufuehren- auch nicht "zwegens" beabsichtigter Eheschließung. "tote werden bei UNS nicht getraut!!"). Da besagter Einberufungstermin VOR dem 21. Geburtstag lag (wo man eigentlich wegen Erreichung der Volljaehrigkeit haette heiraten duerfen, man wegen solcher Lappalien aber vom Militaer keinen Urlaub erhielt) hatte sich dieses Unternehmen eben auch nach hinten verschoben...... (Verheiratete Wehrpflichtige: Wir sind doch nicht in...... (kannste jetzt ein Land deiner Wahl einsetzen!)

Ich nehme also an: er hat den Ruf der Fahne noch vor 1909 gehoert......

Gruss
Ernst

Hallo Ernst,
mein Gro�vater wurde 1887 geboren und heiratete 1913, in der Heiratsurkunde
steht aber nichts dar�ber, da� er zu dem Zeitkunkt beim Milit�r war. Und aus
Erz�hlungen meiner Mutter wei� ich, da� er 1914/15 zusammen mit seiner
Familie nach Bochum kam. Da frage ich mich schon, wann er beim Milit�r war.
Au�erdem ist es doch die Zeit des 1. Weltkriegs.
Hast Du eine Idee?
Gru�
Gisela
Homepage: www.meineahnen.de

Gisela!

Wenn er 1887 geboren wurde ist er mit vollendetem 20. Lebensjahr also 1907 eingezogen worden und hat dann
2 1/2 Jahre gedient (Infanterie) oder 3 Jahre wenn er bei der Kavallerie (unwahrscheinlicher) war. Danach stand er noch 5 Jahre "in der Reserve"
bevor er zur Landwehr gekommen waere.

Dementsprechend ist er 1914 automatisch <er hatte dafuer die Papiere einschliesslich der Eisenbahnfahrkarte in der Tasche> zu einem Reserveinfanterie-Regiment <eigentlich des RIR seines alten Regiments> eingezogen wurde.
Man konnte zwar auch in ein anderes Reserveregiment versetzt werden, war aber mit viel Angang verbunden und hat selten jemand gemacht. (Bei der Landwehr die auf die Reservezeit folgte sah das anders aus.

Er duerfte also mit der Verkuendung der Mobilmachung 1914, seiner Frau einen Abschiedskuß gegeben haben und den Zug Richtung alte Heimat
bestiegen haben um sich bei seinem alten Regiment zu melden. Dort erfolgte eine Einteilung innerhalbe der Reserve-Regimenter der Brigade und dann kam wieder eine Eisenbahnfahrt.

Ich hab zwar den Kopf voll <nach dem heissen Sommer sollen die Strohpreise ja heftig steigen> kann mich aber an den Heimatort deines Großvaters nicht erinnern. Kannste mir den Ort noch geben.
<Bitte mit Kreis, die wo weil ich doch zu faul zum Suchen bin <grins>>
Das Preussische Koenigreich war in Einberufungsbezirke aufgeteilt, und wenn man nicht gerade 1.70 lang war ("Gardemaß") stand damit auch fest
in welches Regiment man kam.

Hatte sich allerdings die mangelnde Eignung bei der Musterung (mit 18) ergeben, wurde man zum aktiven Dienst nicht eingezogen, marschierte
allerdings gleich in die Landwehr I. Aufgebot und wurde nach dem Aufruf der Landwehr (Unabhaengig von der allgemeinen Mobilmachung) zur Kurzausbildung einberufen und bildete dann mit einigen Gleichgesinnten ein "LandwehrinfanterieRegiment" Es gab da auch noch eine Landwehr II. Aufgebot, in dem sich aeltere Herren mit den bekannten Gerstensyndromen aufhielten, und die dann eigentlich von richtigen Soldaten getrennt
aufbewahrt wurden ("Rueckwaetiger Heeresbereich").Je laenger der Krieg sich hinzog, desto mehr wurde allerdings von dem durch Radio und Fernsehen bekannten Spruch "Bitte mischen" Gebrauch gemacht... Obwohl grundsaetzlich auch weiter galt: "Was anderes kommt mir gar nicht in die Tuete"

Ernst

PS: Fragen kost eigentlich nichts extra: Mit meinen dummen Spruechen "musse" dann allerdings leben, ich will erstens auch was davon haben
und wenn ich das in Gesetzesprosa fassen wollte, haette ich mich schliesslich auch zur Wahl aufstellen lassen koennen... Wie sagte mein Spiess immer: Das Leben ist auch so schon Ernst genug, da brauchen wir dich nicht auch noch! (;- )

Hallo Ernst! Danke f�r Deinen Gefechtskalender! Ich war ganz sch�n baff, ihn
von Dir zu bekommen. Wieder ein kleines Mosaiksteinchen. Danke noch einmal.
Wie weit geht Deine Datenbank? Hast Du auch etwas �ber die Befreiungskriege
gegen Napoleon? Da soll ein Vorfahr meiner Frau (Sekondeleutnant von ODER)
in der Schlacht bei L�wenberg (1813) gefallen sein.
Gru� Michael aus M�nster
herholz@muenster.de

Ich muss mal schauen! Ich glaube da schwirrt noch irgendwo eine
Rangliste rum...... Gib mir etwas Zeit.......
Die ist naemlich mit Sicherheit auf der Liste der bisher verschobenen
Projekte.
"Meine Herrn: Der Tag hat 24 Stunden, wenn das nicht reicht, nehmen sie die Nacht zu Hilfe!"
Moltke, H. v. Traeger der Friedensklasse des Ordens pour le merite

Ernst

Hallo Ernst,
vielen Dank f�r Deine ausf�hrliche Antwort zum Milit�rdienst Anfang 1900.
Hier nun die genauen Orte wo mein Gro�vater lebte.
Er wurde 1887 in Zahn Kreis Flatow geboren und lebte dort bis etwa 1915.
Geboren wurde er unter dem Namen Franz Orsada. Als er nach Buchum
�bersiedelte wurde sein Name pl�tzlich Orjada geschrieben.
Kannst Du mit diesen Informationen den Einberufungsort ermitteln?
Das w�re super, dann w��te ich wo ich suchen kann.
Viele Gr��e
Gisela

Hallo Gisela!

Warum bleiben fuer mich immer nur die leichten Problemchen uebrig ? Ich will auch mal was richtig kniffeliges
loesen!

Wir waren uns ja schon einig, dass dein Grossvater von 1907 bis 1910 gedient hat und anschließend in der
wohl in der Reserve seines alten Regimentes "weiterbeschaeftigt" wurde und der Kaiser extra fuer ihn 1914
einen Krieg angezettelt hat, damit er sich von der schweren Arbeit im Ruhrgebiet erholen konnte und wieder
zu Kraeften kam.

Der Kreis Flatow gehoerte militaerisch zum Pommerschen II. Armeekorps in Stettin.
Dieses zerfiel (egal ob man es runterfallen ließ oder nicht) in die 3. Division in Stettin und die 4. Division in
Bromberg. Die 3. Division legen wir augenblicklich mal in die Reserve ("Und ist die ...... noch so klein, ein drittel muss
Reserve sein")

Wenden wir uns also den wichtigen Dingen des Lebens zu:
Die 4. Division der koeniglich preussischen Armee hatte ihr Offizierskasino in BROMBERG (und ihr Stabsquartier gleich um die
Ecke), Zu ihr gehoerten die 7. Infanterie Brigade in Bromberg, die 8. Infanterie-Brigade in Gnesen, die 4. Kavallerie-Brigade in
Bromberg, die 4. Feldartillerie-Brigade in Bromberg und die Landwehr-Inspektion Bromberg. Letztere war fuer das hoehere Management
des Personalersatzes zustaendig und verteilte das wehrfaehige Personal auf die Regimenter: Da selbst arbeiten bekanntlich sehr muede macht, bediente diese Landwehr-Inspektion sich verschiedener Bezirkskommandos: naemlich der Bezirkslommandos der koeniglichen preussischen
Landwehr in Bromberg, Deutsch-Krone, Gnesen, Hohensalza, Neustettin und Schneidemuehl....

Jetzt hilft ein Blick auf die Landkarte: Von Zempelburg bis Bromberg ist die kuerzest moegliche Strecke: Das kam also schon mal nicht in Frage:
Bis Schneidemuehl ist auch nur unwesentlich laenger, also war fuer den Kreis Flatow das Bezirks-Kommando Deutsch-Krone zustaendig, war immerhin gleicher Regierungsbezirk und Verwaltung geht immer vor abgelaufene Stiefel!

Und dieses besagte Bezirkskommando versorgte die 7. Infanterie-Brigade in Bromberg: Macht aber nuescht:
Zu ihr gehoerten zwei Regimenter: ein Pommersches und ein westpreussisches: Jetzt "allens" klar?

Gut: Es waren also: das
Infanterie-Regiment Graf Schwerin (3. Pommersches) Nr 14 in BROMBERG neeeeeeeeeeee nicht Pommern!!!!
und das 6. Westpreussische Infanterie Regiment Nr 149 mit Stab, I und II Bataillon in Schneidemühl und III.B in Deutsch-Krone (vorläufig
Schneidemühl). sei nicht so pingelig.... Wir wissen das Schneidemühl NICHT in Westpreussen liegt, aber weiss der boese Feind das auch ?
und schlielich wird im Frieden der Feind durch den Generalstab ersetzt.... und der Große Generalstab lag in Berlin gleich neben dem Reichstag.

War ja schließlich auch egal, wo man das Gruessen uebte und da man ja bekanntlich sowieso emmigrieren wollte, konnte man ja schpn mal ueben.

DEIN OPA HAT IN DER PROVINZ POSEN DEM Vaterland gedient....

So und jetzt muss ich dann nur noch den Gefechtskalender von der zugehoerigen Reservedivision raussuchen und dann wissen wir auch was er zwischen 1914 und 1918 nachmittags gemacht hat.... Schicke ich dir aber privat, da es eine mail mit Anhaenger wird

Ernst

Hallo Listenmitglieder,

am Freitag fahren wir in Richtung Schwerin zum Deutschen
Genealogen-Tag. Ich m�chte gerne in die Runde fragen, wer
daran noch teilnimmt.

Viele Gr��e

Christa Adams

Wer kennt sich aus, Ernst (Hoffmann)? :wink:

In einem Heiratseintrag fanden wir folgende Textpassage:
"...dem vor�bergehend beurlaubten gemeinen Soldaten des 5.
Sch�tzenbataillons...".
Dazu sollte noch gesagt werden, dass es sich wahrscheinlich(?) um die
russische Armee handelt, denn der Eintrag stammt aus dem Kirchbuch der
ev.-augsb. Gemeinde zu Pabianice/Posen des Jahres 1875.
Oder liegen wir da falsch?
Ab wann mu�ten die Kolonisten wieder in die Armee?
Was k�nnt ihr uns �ber die Stationierung und dem Einsatzgebiet dieser
Einheit sagen?

Auf eine spannende Erkl�rung wartend...

Mit freundlichen Gr��en
Jens und Matthias Kobu�

mailto:info@kobusz.de

---> OLYMPIA 2012 in LEIPZIG <---

Wir suchen nach: - We are looking for: KOBU� KOBUSS KOBUSZ KOBUS KOBBUSS
KOBUHS KAUFMANN KUPJETZ KUPIEC KUPETZ KUPITZ KNELLER KN�LLER PENNAU PENAU
PENNO PINNO OHMENSETTER OHMENZETTER OMENZETTER RUMPRECHT SCHENZEL SCHENTZEL
GROBER OSTROWSKI BRODOWSKI GYMKIN KABASCHIN GYZEWSKI GIZEWSKI GIEZIWSKI in:
Ostpreussen Westpreussen Suedpreussen Mittelpolen Kongresspolen Wolhynien
Volhynia Bartenstein Graudenz Gut Lupken Johannisburg Karpauen Karpowen
Rossgarten Wickerau Antonowka Lesowtschisna Zymna Shitomir Zhitomir
Zhytomyr Czarnikau Czarnkow Graschoew Kraszew Koenigsbach Bukowiec Posen

Jens und Matthias!

Ernst HOFFMANN unter Beschuss: STOPP Schwerster Blumenwerfer-Angriff seit der
Schlacht im Teutoburger-Wald STOPP. Verteidiger meterhoch unter Bluetenblättern begraben STOP

Danke.

Also: Nun muessen wir erst mal in Geographie und Heimatkunde machen:

1875: Preussen ist das fuehrende Koenigreich im Deutschen Reich
zu ihm gehoert das Großherzogtum POSEN jetzt als preussische Provinz.

Pabianice/Posen.......

Ich traue den Russen ja einiges zu, schließlich ist man 1875, dank dem Herzog von Lauenburg
ja noch gut verbuendet, aber das die hinter dem Ural heimlich ein zweites Posen aufgebaut haben
halte ich fuer eher unwahrscheinlich. Sollte es sich vielleicht doch um das weltberuehmte Pabianice
Im Kreis Lodz des großherzolich warschauischen Gouvernements Petrikau im Kaisertum Russland
handeln ?
Die Bezeichnung "gemeiner Soldat " fuer das Jahr 1875 legt das nahe: In der keoniglich preussischen
Armee war man um die Zeit schon Grenadier, Musketier, Füsilier oder Dragoner, Ulan, Pionier oder
im schlimmsten Falle Feldartillerist. auch "Schuetzenbataillone" gab es eher selten unter des Koenigs
Helm und Adler, wenn mal man vom Garde-Schuetzen-Bataillon in Lichtervelde bei Berlin absieht.

Es ist offensichtlich eine Einheit der kaiserlich russischen Armee.... wobei die ein wenig unuebersichtlich
ist. Lagen doch allein in Warschau 3 Armeekorps (V, VI, und 15) und in und um Lodz 4 Bataillone Infanterie
1 Eskadron Kavallerie und 6 Batterien Artillerie.

Ab wann mußten die Kolonisten wieder in die Armee?

Also in Preussen hatte das mit den Stein-Hardenbergschen Reformen Anfang des 19. Jahrhunderts und der
Einfuehrung der allgemeinen Wehrpflicht sein Ende. (Der Adel war von ihr uebrigens durch Privileg ausgeschlossen,
machte aber nix, die waren zwar nicht wehrpflichtig, dafuer aber bei der Armee!)

Was könnt ihr uns über die Stationierung und dem Einsatzgebiet dieser
Einheit sagen?

Wie schon oben gesagt, mit dem Deutschen Reich lebte man in gluecklichstem Einvernehmen. Die Mutter <des Zaren Aleksander II

Alexandra Fedorovna "Charlotte" war zwar schon tot, aber dafuer die Schwester des Deutschen Kaisers, man besuchte sich gern und reichlich
und hatte fuer diese Faelle einen regen Austausch von Uniformstuecken und Orden und Ehrenzeichen organisiert. Die Verteilung der russischen Truppem (man kann auch Konzentrierung sagen) im Großherzogtum Warschau war also nicht gegen die Preußen gerichtet, <eher schon gegen
die Franzosen, da hatte man "kuerzlich" schlechte Erfahrungen gemacht> sondern doch wohl eher gegen etwas was es schon seit 1792 eigentlich gar nicht mehr gab, was aber dennoch regelmaessig den Aufstand probte... die Polen. Evangelische Kolonisten kamen da gerade recht, zumal man
auch noch mit Fug und Recht sagen konnte: "Die spinnen die Kolonisten" (sie bauten naemlich so nebenbei auch noch eine schwungvolle Textilindustrie auf)

dem vorübergehend beurlaubten gemeinen Soldaten

Wir befinden uns in der kaiserlich russischen Armee: "Was sich unter Friedrich dem Großen bewaehrt hat, behalten wir bei..... Soldaten haben eine
unendliche lange Dienstzeit, aber wenn wir sie mal ausgebildet haben koennen wir sie auch an die oertliche Landwirtschaft und Industrie verleihen, brauchen wir sie wenigstens nicht auch noch zu bezahlen und zu bekoestigen!

Ernst

Hallo Ernst,
vielen Dank f�r Deine ausf�hrliche Beschreibung zum Milit�r. Du bist echt
klasse und Dein Wissen erst!!!
Da ich aber null Ahnung davon habe, wei� ich noch nicht, wohin ich mich
wenden kann um n�heres zu erfahren. Wei�t Du ob die Unterlagen in Bromberg
sind? Und wie war das bei fr�heren Kriegen vor 1900? Auch die Vorfahren
lebteb in Zahn bezw. Kamin, aber alles im Kreis Flatow.
Ich bin schon gespannt �ber Deine weiteren Ausf�hrungen.
Viele Gr��e aus M�nchen
Gisela

Gisela!

Die Unterlagen der <preussischen> Alten Armee waren nach dem I.WK gesammelt worden und ins Reichsarchiv in Potsdam ueberfuehrt
worden. <Gilt nicht fuer saechsische, wuerttemberger und bayerische Regimenter, die verblieben in ihren Laendern>
Das war eine durchaus zweckmaessige Sache, weil man fuer die Forschung eben alles zusammen hatte. Leider sah die Royal Air Force auch so und hat die Konzentration der Akten im April 1945 mit Brandbomben belegt.... (Na ja nicht nur das "Reichsarchiv" sondern Potsdam insgesamt).
Nach diesem Versuch kann als wissenschaftlich erwiesen gelten: "Papier brennt! " und "verbrannte Akten sind kaum lesbar"!!!

Eigentlich schreib ich nur so ausfuehrlich um zu zeigen, was man sonst noch so machen kann, um doch noch zu einigen WAHRSCHEINLICHEN Ergebnissen zu kommen..... denn es gibt ja auch Leute, die neugierig sind und wissen wollen, was zwischen * und + sonst noch so passiert ist...

Also, zu Deiner Frage: Ich habe wenig Hoffnung, das du noch mehrere Lkw-Ladungen von Orginalunterlagen findest. (Natuerlich enthalten die fuer die Garnisonsorte zustaendigen immer mal wieder Unterlagen ueber die dort stationierten Truppenteile, schließlich ging man am Sonntag nach der
Kirche zum Platzkonzert der Militaerkapelle und gelegentlich wurde auch mal der eine oder andere gutaussehende Soldat von der oertlichen Bevoelkerung von offener Strasse weggeheiratet....

Da das Regiment 149 allerdings juenger als seine Solsaten war: Kaiser und Reichstag liessen es erst am 31.3.1897 das Licht der Welt erblicken
(Als Eltern wurden eingeteilt: <abgebende Einheiten>
Fuer das I. Bataillon: Das IV. Bataillon des Füsilier-Regiments Königin Viktoria von Schweden (Pommersches) Nr 34 Stettin/Swinemuende
                                        das IV. Bataillon des 3. Westpreussischen Infanterie-Regimes Nr 129 Graudenz <sptr Inf Rgt GFM v

Fuer das II. Bataillon: das IV Bataillon des 6. Pommersches Infanterie-Regiment Nr 49 in Gnesen
                               und das IV Bataillon des 4. Westpreußichen Infanterie-Regiment Nr 140 in Hohensalza (Inowrazlaw kann ich leider nicht schreiben, da meine Schulzeit nach 13 Jahren leider abrupt abgebrochen wurde obwohl ich mich gerade in der vielversprechenden Ausbildung zum Fruehrentner befand)

Das III. Bataillon wurde erst 1912 aus Kompanien der Regimenter 2, 9, 42 und 140 aufgestellt.

Also zu einer der ach so beliebten Regimentsgeschichten von vor dem ersten Weltkrieg ist es leider nicht gekommen. aber fuer die Zeit des
I. Weltkrieges gibt es seit 1929 in der damals beliebten Serie

Erinnerungsblätter deutscher Regimenter : Ehemals preußische Truppenteile im Stalling Verlag in OLENBURG Band 20
Hans von Selle (Herausgeber)
Das 6. Westpreußische Infanterie-Regiment Nr. 149 im Weltkriege : nach amtlichen Kriegstagebüchern und Berichten von Mitkämpfern ; mit Namensverzeichnis und Gesamtverlustliste

<Dieser Hinweis wird die Konjuktur der Kataloge der verschiedenen Universitaetsbuechereien wahrscheinlich ins Uferlose ankurbeln, wenn man nicht gerade in Muenchen wohnt: dafuer gibt es naemlich eine eigene Reihe mit bayerischen Regimentern, aber vielleicht hilft ja die Buecherei der Universitaet der Bundeswehr in Neubiberg, da hab ich mir auch schon mal zeigen lassen, was ein Buch ist. BEEINDRUCKEND!)

Gruß
Ernst