Hallo Michael,
Wo im Sauerland? Welche Anstalt? Name des Opfers? Die Nennung mit Geburstdatum ist rechtlich abgesichert - inklusive Geburtsdatum.
1. Wenn das Opfer wirklich in Meseritz getötet wurde, dann steht auf der Geburtsurkunde ein Vermerk "Meseritz-Obrawalde" - und nicht Meseritz, da es dort ein eigenes Standesamt gab. Das Standesamt Meseritz-Obrawalde war in der Klinik. Ich hab dazu Fotos in Büchern gesehen.
2. Patientenunterlagen wurden in die letzte Einrichtung durchaus zurückgeschickt. Daher ist es interessant, wo das Kind eingeliefert wurde und in welche Anstalten es weiter gebracht wurde.
3. Die Sterbebücher des Jahrgangs 1943 liegen sowohl in Meseritz (Ort) als auch in Kopie im Standesamt in Berlin (zuständig für ehemalige Ostgebiete). Sie wurden 2010 übergeben, sind aber auf deren Internetseite nicht gelistet worden, was wohl ein Versehen ist. Sie wollten es ändern - ich hab es nicht kontrolliert. Mein Angehöriger verstarb im November 1943. Meine Anfrage ist seit Dezember 2019 in Bearbeitung. Das Sterbedatum muss auch nicht stimmen. Sie haben 1 Woche bis 4 Wochen überlebt, manche sogar Jahre. Bei Kindern aber eher unwahrscheinlich.
4. Der Sterbeort muss nicht stimmen. Wenn irgendein Buchstabe vor dem Sterbeeintrag steht (A, B, Be, C, D, E, F) kann dieser Mensch in anderen Tötungsanstalten getötet worden sein, die Beurkundung aber aus zu verschleiernden Gründen in einer anderen Einrichtung stattgefunden haben. (zu lesen bei Andreas Hercher, dessen Oma war bei einem der Frankfurter Prozesse 1987 dabei. Aussage eines Staatsanwaltes).
5. Gerade bei Kindern kann es sein, dass Organe entnommen worden sind und vielleicht ist dein Opfer bei denen dabei. Es wurden in Wien und im UKE Hamburg vor wenigen Jahre Präparate gefunden, die beerdigt worden sind. Die Kinder aus Spiegelgrund / Wien wurden zum Teil nach Hamburg zurück gebracht. Zum Teil waren es in Hamburger Kinder aus den Alsterdorfer Anstalten, deren Überreste letztlich durch den Kampf einer Angehörigen bestattet worden sind. In Wien gibt es eine Stele auf dem Friedhof. Einige Opferpräparate aus dem UKE Hamburg wurden auch in Lüneburg im Beisein von Angehörigen 2012 beerdigt.
6. Meseritz-Obrawalde hat noch Transportlisten, die hab ich noch nicht angefordert. Dort könnte man ebenfalls nachvollziehen, woher jemand kam.
Ich hoffe ich konnte etwas helfen. Bei weiteren Fragen, gerne auch eine direkte Nachricht an mich.
Viele Grüße
Inga