Mecklenburgische Gelehrte Zeitungen - Johann Christoph KAHLEISEN in Beesenstedt - seine Ehefrau hatte im Dez. 1749 nachweislich 10 Geburten

Hallo Listenmitglieder,nachfolgend ein Auszug aus der „Mecklenburgische GelehrteZeitungen. Auf das Jahr 1751.“ Rostock und Wißmar, bey. Joh. Andreas Berger und Jacob Boedner.Link:http://purl.uni-rostock.de/rosdok/ppn1048202119 Artikel: ERPELs (Joh. Phil.) Nachricht von einer Frau, diezugleich 4 Mißgeburten und ein Mondkalb gebohren.Seiten 10 - 13:Halle im Magdeburgischen.Hemmerde hat verlegt: Johann Philip ERPELs der Arzney GelahrheitDoctors und Practici, Nachricht von einer Frau, welche zugleich fünf Kinder,vier Mißgeburten und ein Mondkalb gebohren.Mit einer Vorrede Herrn JohannGottlob KRÜGERs, Profeßors der Arzney Gelahrheit auf derFridrichs-Universität.1751. 8 2 B.https://books.google.de/books?id=i3tZAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de In dem 2 Meilen von Halle in der Grafschaft Mansfeldgelegenen und unters Amt Seeburg gehörigen DorfeBeesenstedt, hat sich zu Endedes Jahres 1749 eine so seltsame als merckwürdige Begebenheit ereignet indem eines dortigenEinwohners Johann Christoph KAHLEISENs Ehefrau, nach 18wöchentlicherSchwangerschaft, in 7 von einander unterschiedenen Tagen, 10 besondereGebuhrten gehabt. Dieerste erfolgte am 4. Decemb. Mit einem unzeitigen Kinde,ohne Arme und Beine; Die andere am 16. mit einemvollkommennen 18 wöchentlichenKnäbleins; Die dritte am 18. mit 3 dergleichen Knäblein; Die vierte am22stenmit einem dergleichen Knäblein; Die fünfte am 23sten mit 2 ganz ungestaltenFrüchten; Die sechste am24sten mit einer dergleichen; Die siebende am 25stenmit einer dergleichen; zusammen 5 gestalte und 5ungestalte Kinder; wovon jeneeiner Hand lang gewesen sind, bey der Gebuhrt aber kein Leben gehabt haben.DieMutter dieser Früchte ist damals 36 Jahre alt gewesen, hat sich schon in derSchwangerschaft übelbefunden, und ist durch diese 10 fache Gebuhrt, zwischenden 4ten und 25sten December so entkräftet worden,daß man ihr Ende vermuhtet,doch hat sie nach und nach ihre völlige Gesundheit wieder erlanget. DieUhrsachedieser Begebenheit ist, nach ihrer eigenen Aussage, folgende gewesen:Als der Mann bald zu Ansange derSchwangerschaft seiner Frauen, in derbekannten Acerra Philologica die Geschichte gelesen, da GEBHARD des I.edlenHerrn zu Querfurt Gemahlin 9 lebendige Söhne zur Welt gebracht so hat die Frau, die es mit angehöret,undüber die Glaubhaftigkeit dieser Historie mit ihrem Manne gestritten, sich dieSache alzusehr zu Gemühtegenommen, sich auch derselben so bald nicht wieder entschlagenkönnen, und von der Zeit an eine besondereVeränderung ihres Zustandes bemerket.Um nun hinter die wahre Beschaffenheit dieses ausserordentlichen Zufalszukommen, hat nicht nur Herr D. ERPEL die Wöchnerin, wovon die Rede ist, so wolda sie noch Bettlägeriggewesen, als hernach, selbst besuchet, und von ihrvölligen Unterricht eingezogen, sondern es hat auch Herr D.BROCKMANN, Stadt-und Land-Physicus zu Halle, weder Mühe noch Kosten gesparet, von allenUmständen genauereErkundigung einzuziehen, und der Embryonum selbsttheilhaftig zu werden. Es sind aber deren nur 4 von derordentlichen Gestalt zuerlangen, und die übrigen schon verscharret gewesen. Er hat hierauf die Hebamme,inseinem Beyseyn, deswegen gerichtlich vernehmen lassen, derne Pflichtmäßige Aussagemit vorstehenderErzählung völlig überein stimmet, und die Sache noch in vielenStücken erläutert hat. Z. E, Sie deponiret,daß die Kinder keine Molae, wovonsie sich ganz verständlich zu erklären gewust, sondern Partus Monstrosi,davonsie die Bildung ganz deutlich angezeiget, geesen, daß sie bey jeden denFuniculum umbilicalem so wol, alsPlacentam uterinam wahrgenommen. So bald derHerr D. BROCKMANN alle Nachrichten beysammen haben wird, die zudiesermerckwürdigen Begebenheit gehören, wil er solche durch Druck bekannt machen.Immittelst hat er überalles, was bisher in der Sache ergangen ist, einNotariats-Instrument verfertigen lassen, welches hierbeygefüget ist. … Ende der auszugsweisen Übertragung. MfGAndreas (Meininger)