Malzenbrenner ? Ortsarmer?

Hallo -

In den Kirchenb�chern von Landsberg / Preu�isch-Eylau tauchen Begriffe auf , die mir ganz neu sind, und ich bin nicht ganz sicher, ob ich richtig gelesen habe :

Gibt es einen Malzenbrenner ?
Gibt es die Bezeichnung "Ortsarmer" - vielleicht jemand, der ohne Beruf war und nicht viel Geld hatte ?

Um 1800 scheinen �brigens in Landsberg furchtbar viele Schuhmacher und Schuhmachermeister zu wohnen - merkw�rdig.

Gru� von Irmi

betr.
Gibt es einen Malzenbrenner ?
Gibt es die Bezeichnung "Ortsarmer" - vielleicht jemand, der ohne
Beruf war und nicht viel Geld hatte ?

Adalbert Goertz responds >>>>>>>>>>>>

ad 1) Bierbrauer
ad 2) Geld hatte damals niemand, aber wenn man kein Dach oder eigenen
   Herd hatte, dann war man arm dran.

Hallo,
1) die richtige Lesart d�rfte wohl sein "M�lzenbr�uer". Dies war ein
Gro�b�rger, der ein Haus mit Braugerechtigkeit besa�. Er durfte sein Bier
vor 1806 nicht direkt verkaufen. Den Zwischenhandel hatten die
"Biersch�nker", die den M�lzenbr�uern vom Braukollegium zugewiesen
urden.( siehe: von Sta�ewski / Stein: Was waren unsere Vorfahren =
Sonderschrift Nr 10 des Vereins f�r Familienforschung in Ost- und
Westpreussen, Hamburg 1991 )
2) ein "Ortsarmer" war jemand, der keinen eigenen Erwerb und kein eigenes
Haus / H�tte hatte und nicht von irgendwelchen Verwandten unterst�tzt /
unterhalten werden konnte sondern im Armenhaus - oft auch Hospital genannt -
von der Gemeinde unterhalten werden mu�te. Die Armenh�user / Hospit�ler
wurden oft nur durch Spenden oder Stiftungen unterhalten, manchenorts wurden
an festgelegten Tagen Kollekten in der Kirche f�r sie veranstaltet und davon
die Armen unterhalten.
Mit freundlichen Gr��en aus dem M�nsterland
Hans-Christoph Surkau

-----Urspr�ngliche Nachricht-----