Halle Liste,
ich danke vorab einmal für eine Reihe von Zuschriften zum Thema RITTER DES EISERNEN KREUZES.
Ich habe es offensichtlich nicht verstanden, meine Anfrage deutlich genug zu machen.
Es geht nicht um die Widmung des EISERNEN KREUZES oder des RITTER KREUZES, sondern es geht ausschließlich um das EISERNE KREUZ des Krieges 1870/71.
Ich habe bisher in den vielen Jahren meiner Ahnenforschung nur ein zweites Mal auf einem Grabstein diesen Hinweis gesehen. Ich schrieb: Insofern ist
das ist wohl nicht ganz alltäglich. Ich kannte bisher keinen gleichen Fall, würde aber gerne die Hintergründe erfahren. Wilfried Petersen schrieb mit Recht:
das ist zwar nicht alltäglich, aber sicher auch nicht außergewöhnlich. Meine Stoßrichtung ging auf die Einträge auf den Grabsteinen.
Wenn ein ehemaliger Soldat auf seinen Grabstein schreiben konnte: "Ritter des Eisernen Kreuzes 1870-71", dann gab es eine gesetzliche Grundlage, dass er sich so nennen durfte. Das setzt ebenfalls voraus, dass Listen mit den Namensträgern dieser Auszeichnung vorhanden waren, unabhängig davon, dass militärische Auszeichnungen in Ehrenblättern verzeichnet werden. Denn diese Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz eines einfachen Soldaten war in ihrer Wertigkeit zum Zeitpunkt des Krieges 1870-71 wohl höher anzusiedeln, als es bei einer Verleihung im letzten Jahrhundert war.
Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz brachte zur Frage, wer darf sich Ritter des Eisernen Kreuzes nennen, einige Klarheit.
"In der gedruckten Ordensliste von 1877 befindet sich im 3. Teil die komplette Liste der Träger des Eisernen Kreuzes von 1870/71. Die Besitzer der 1. Klasse wurden auch als Ritter des Eisernen Kreuzes bezeichnet und waren zugleich auch Inhaber der 2. Klasse am schwarzen Band. Die Besitzer der 2. Klasse am schwarzen Band wurden dagegen als Inhaber des Eisernen Kreuzes bezeichnet." Mein Urgroßvater hatte das Eiserne Kreuz 2. Klasse und nannte sich öffentlich - auf seinem Grabstein - RITTER DES EISERNEN KREUZES. Er muß nach den Statuten eine weitere Auszeichnung besessen haben.
Aber zurück zum Thema Grabstein auf dem Friedhof in Grundhof.
Auf dem Grabstein des Lehrers LUDWIG HENNINGSEN
geb. 28. Nov. 1886 in Tastrup. Gest. 25. Nov. 1914 in Bonn
steht ebenfalls RITTER DES EISERNEN KREUZES.
Gibt es einen Ahnenforscher unter uns, der sich mit dieser Familie beschäftigt? Ich würde gerne einmal diese Sache in einem Gespräch zu Ende bringen.
Mit einem schönen Gruß aus Flensburg
Hans-Walter Hansen.