Lieber Herr Boettcher,
durch Ihre mails zieht sich konsequent ein roter Faden. Wenn Sie ihn als logisch denkender Mensch aufnehmen, dann bleibt eigentlich nur ein Schluss: Sie selbst sind letzendlich die Ursache Ihrer Schwierigkeiten. Das Leben ist kein Kampf, die Mitmenschen sind keine Gegner, die nichts anderes zu tun haben, als Verschwörungen anzuzetteln. Aber die negative Energie , die Sie oft aufwänden (sieht schrecklich so aus in neuem Deutsch), fördert natürlich wirkliche Angriffe und womöglich sogar kleine Verschwörungen.
Ich will Sie nicht verärgern. Ich will Sie auch nicht beurteilen oder bewerten. Ich sage nur das, was ich aus Ihren Nachrichten in der Liste herauslese.
Sie fühlen sich schnell angegriffen, verletzt und kritisiert. Auch wenn die Kritik manches Mal gutgemeint ist, so greifen Sie in Ihrer Entgegnung zielgerichtet die Schwachstellen des "Gegners" heraus. Sie hören nicht die Botschaft: "ich will Dir helfen!" Sie sehen stattdessen irgendeinen kleinen Fehler und stellen den wortgewaltig, logisch und in perfektem Deutsch richtig. Die Menschen sind aber doch keine Gegener. Wie sind nicht im Gerichtssaal. Das Leben kann voller Harmonie sein, wenn wir die "Signale" der anderen empfangen. Nicht in Ordnung finde ich bei Ihnen, dass Sie andere so schnell schlechtmachen. Niemand kann etwas dafür, wenn er weniger gebildet, weniger stilsicher oder rechtschreib-sicher ist als Sie. Sie haben selbst sehr viel Schweres durchgemacht. Ihr Lebensbericht hat mich bewegt, und ich bewundere, was Sie geleistet haben. Ich schätze auch Ihre fachliche Arbeit. (Und das soll kein Bonbon sein!).
Sie haben es nicht nötig, andere öffentlich schlechtzumachen. Ein erwachsener Hund nimmt gelassen die Frechheiten und die Unwissenheit junger Hunde hin.
Sie betonen stärker, als es in unserer Gesellschaft üblich ist, Ihre eigenen Fähigkeiten. Warum? Das haben Sie wirklich nicht nötig. Dass Sie viele überdurchschnitlliche Fähigkeiten haben, wissen Sie selbst und die Menschen ,die Sie schätzen, auch . Sicher auch Ihre "Gegner". Eigentlich müssen sich nur Menschen mit mangelndem Selbstbewusstsein selbst loben. ( Ich maße mir nicht an, Ihnen das nachzusagen! Ich frage mich nur, warum tun Sie das? Sind Sie vielleicht pensioniert, und die frühere Anerkennung fehlt ein wenig?? Entschuldigung, ich weiß ja nicht, wie alt Sie sind. Ich denke nur, Sie sind älter als andere Listenteilnehmer mit weniger Lebenserfahrung).
Kein Mensch ist vollkommen. Je unvollkommener aber Ihr Gesprächsteilnehmer ist, desto mehr fühlt er sich von Ihnen vor den Kopf gestoßen, wenn Sie Ihre Perfektion betonen und seine Fähigkeiten gleichzeitig herabsetzen, um es einmal überspitzt auszudrücken. Die normale Konsequenz: er bricht den Kontakt zu Ihnen ab.
Wenn Sie selbst vielleicht ein wenig bescheidener im Umgang mit anderen auftreten würden und gleichzeitig die kleinen Schwächen und Unfähigkeiten Ihrer Mitmenschen gelassener und mit ein wenig Verständnis und Herzensbildung hinnehmen würden, wäre Ihr Leben leichter, denke ich. Sie würden Tag für Tag mehr Harmonie spüren und Ihre Energie für Ihre wichtige Arbeit verwenden können oder dafür, so einen wunderschönen Herbsttag zu genießen.
Meine Großmutter sagte immer: Herr ,gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann
und die Weisheit ,das eine vom anderen zu unterscheiden. (oder so ähnlich)
Entschuldigt bitte alle diese zu lange mail, die ich normalerweise lieber privat verschickt hätte. Sie , lieber Herr Boettcher, haben aber private
Stellungnahmen anderer Teilnehmer nicht geschätzt.
Ich erwarte keine Antwort. Ich würde mich nur freuen, wenn Sie einmal -wie ein Adler hoch oben vom Himmel herab - auf sich selbst schauen würden und auch über sich selbst nachdenken.
Ich wünsche Ihnen alles Liebe!
Gaby Bastemeyer