Letzte Kriegstage im Waldenburger Bergland

Hallo zusammen,

man m�ge mir verzeihen wenn mein Anfrage nicht direkt mit Genealogie zu tun hat!

Geht um meinen Gro�vater, der war im Krieg im Sanit�tsdienst und hatte einen Rote-Kreuz-Ausweis.
Im Fr�hjahr 45 war er in Andernach und bekam Heimaturlaub. Als dieser beendet war konnte er nicht mehr
zur�ck, da die Amerikaner inzwischen den Rhein �berschritten hatten. Also meldete er sich bei der
n�chst m�glichen Stelle. Die restlichen Wochen war er so in Waldenburg nur ein paar Stunden Fu�marsch
von zu Hause (Raspenau bei Friedland) entfernt.
Da die Russen das Bergland vorerst nicht interessierte gab es hier keine Kriegshandlungen. Mein Vater musste
am 02. oder 03. Mai. mit dem Jungvolk sogar noch nach Waldenburg ins Stadion wo eine "Trauerfeier" zu Hitlers Tod
abgehalten worden ist!!!
Soweit ist alles schl�ssig. Nun war Anfang Mai jedoch abzusehen, da� sich die Russen nicht nur dem Waldenburger
Bergland n�herten, sondern auch der Krieg kurz vor seinem Ende stand. Bei uns in der Familie ist das so �berliefert,
da� der Vorgesetzte meines Opas, ich wei� nicht ob das ein Arzt oder Offizier gewesen ist, ihn mit den Worten da� seine
Familie ihn nun dringender br�uchte, nach Hause geschickt hat!?!
Es hei�t er habe daraufhin Zivilkleidung angelegt sich auf die 20 oder 30 KM Heimweg gemacht. Tats�chlich war er ab Anfang Mai 45
zu Hause! Die folgende Zeit bis zur Vertreibung ist er auch von den Russen unbehelligt geblieben.

Kann jemand sagen wie das tats�chlich so m�glich gewesen ist? Was w�re geschehen wenn ihn unterwegs ein SS-Trupp aufgegriffen
h�tte? Hat er wom�glich einen Urlaubsschein oder gar so etwas wie Entlassungspapiere erhalten oder dank des Rote-Kreuz-Ausweises
gar einen speziellen Status? Soweit ich wei� war er ja schon Soldat, wenn auch Sanit�tssoldat?
Oder hat er einfach nur sehr viel Gl�ck gehabt?

Vielen Dank und Gr��e
Ralf Ludewig

http://www.ralf-ludewig.de/ahnenliste.html

Hallo Ralf Ludewig,
ich denke , da hat Ihr Großvater sehr viel Glück gehabt.
Denn in meiner Familie sind mein Großvater und ein Onkel auf offener Straße auf dem Weg zu Fuß von Petershagen (bei Berlin) nach Berlin verschleppt worden. Niemand wußte wo sie geblieben waren, nach 1 Woche tauchte mein Opa wohlbehalten wieder auf. Mein Onkel blieb verschollen, erst nach der Grenzöffnung konnte ich in den Akten der Kriegsgefangenden einblick nehmen (diese hatten die Russen freigegeben und liegen am Checkpoint Charlie in Berlin aus, man braucht keinen Eintritt zahlen wenn man dort einsicht nehmen möchte), Dort fand ich dann den Eintrag meines Onkels, er wurde ins Lager Oranienburg verschleppt und verstarb 1Monat später an Sepsis.
So gibt es bestimmt viele unzählige Geschichten !!!
Liebe Grüße aus Berlin von Gabi Hoffmann