"LEIHGLOCKEN" aus POMMERN, SCHLESIEN, OSTPREUSSEN

Moin, sehr geehrte Damen und Herren,

die Katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius in D-26409 WITTMUND hat jetzt
eine Glocke aus der GROSS LESSENER Kirche nach Polen "r�ckgef�hrt". Dies
geschieht in der erkl�rten Erwartung, da� weitere "Leihglocken" an ihren
urspr�nglichen Ort gebracht werden.

Hitler hatte im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten systematisch
die meisten Glocken abh�ngen lassen, um sie zu Kriegsmaterial
einzuschmelzen. Details unter:
http://www.scharnebecker.de/Vereine/Heimatverein/kalen0100.htm.

Bei Kriegsende fanden die Alliierten u.a. im Hamburger Glockenlager
Tausende von Glocken. W�hrend die Glocken aus den "besetzten Gebieten"
unverz�glich zur�ckgebracht wurden, weigerten sich die Briten zun�chst, den
Forderungen der polnischen Kommissare auf �bergabe der Glocken aus den
"Ostgebieten" des Deutschen Reiches zur�ckzugeben. Es konstituierte sich ein
"Ausschu� f�r die R�ckf�hrung von Kirchenglocken". Als die Lagerung von
angeblich etwa 1300 Glocken aus den "Ostgebieten" zu teuer wurde, gab man
diese "leihweise" an "bed�rftige" Pfarreien.

Offensichtlich konnten Kirchengemeinden in der SBZ/DDR ihre Glocken aus
naheliegenden Gr�nden ebenfalls nicht aus dem Glockenlager abholen. Hier
w�re es sehr zu empfehlen, einmal nach dem Verbleib zu forschen.

Im VERDENER Dom h�ngt eine Glocke aus der Kirche in ENGELSTEIN bei ANGERBURG
in Ostpreu�en und
aus der Steindammer Kirche in K�NIGSBERG (eine der �ltesten, wenn nicht die
�lteste Kirche in K�nigsberg, geweiht dem Hl. Nikolaus). Geschichte, Bilder,
Inschriften siehe
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Seit dem Kirchweihsonntag 1952 h�ngt in Gr�fenhausen eine Leihglocke aus der
evangelischen Kirche in Pritter auf der Insel Wollin (Pommern), die aus dem
Jahr 1847 stammt, 215 Kilogramm wiegt und den Namen �Heimatglocke� tr�gt,

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Aus der Ordenskirche in PRAUST bei DANZIG ist die Glocke auf dem Ostfriedhof
Kiel, im Jahr 1909 von der Bugenhagen-Kirchengemeinde als Friedhof f�r die
Gemeinden Ellerbek und Wellingdorf angelegt. Hinweise auf zwei weitere
DANZIGER Glocken, (vorgesehen f�r Dom in L�BECK) und Details:
www.kiel.de/Aemter_61_bis_92/67/Friedhoefe/Friedhoefe/Ostfriedhof/GeschOstfr
iedhof.htm+Leihglocke&hl=de

Im Neuen Glogauer Anzeiger wird �ber den Verbleib zweier Glocken berichtet.
Eine kam aus GRAMSCH�TZ/Schlesien, die andere aus SEIFERSDORF (? der vier?)
nach einer Irrfahrt in
DINKSLAKEN beschrieben.

http://www.glogauerheimatbund.de/pages/NGA-Artikel/NGA03_11GramschuetzerGloc
ken.html

Im Kloster der Karmeliterinnen h�ngen zwei in Breslau gegossene Glocken.
Beide Glocken sind einst vom Grafen von Gellhorn gespendet worden. Eine
tr�gt die Aufschrift Karl Forster.
�ber den Leidensweg der Karmeliternnen und die Glocken:

Zum Thema "R�ckf�hrung" "Glocken aus den Ostgebieten" hat die Evangelische
Kirche Rheinland Dokumente in ihrem Archiv. Vergleiche:
http://www.archiv-ekir.de/FIBUBI~1.HTM

Die Die STOLPer Marienglocke von 1483 zusammen mit einer kleineren wurde
nach EDEWECHT
geliefert. Dokumentation und interessante Details, darunter ein
bezeichnendes Ablehnungsschreiben der britischen Milit�rregierung im Urtext
und �bersetzung
http://www.ev-kirche-edewecht.de/Dokumente-Texte/Fragmente07.pdf.

Nicht brauchbares Material (Bronze) wurde f�r den Neugu� freigegeben und
zugeteilt, wie f�r das Gel�ute von Trier.

Zur rechtlichen und historischen Situation der "Leihglocken" (manchmal auch
"Patenglocken")aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten vgl. "Jahrbuch f�r
die Glockenkunde" 11./12. Band 1999/2000 (K. Hammer S. 415; J. Poettgen S.
419; K. Bund S.420)

Mit freundlichen Gr��en

Klaus W. Meyer