Lederner Emmer von 1737

Hallo Petra!

Bei dem ledernen Eimer handelt es sich in der Tat um eine Feuerschutzmaßnahme. In anderen Orten mußten beispielsweise die Brautleute bei der Hochzeit Ledereimer beibringen. Hintergrund waren die verheerenden Stadtbrände, die immer wieder vorkamen und bei denen gelegentlich hunderte von Häusern abbrannten. Vorbeugende Brandschutzvorschriften gab es kaum, die Häuser überwiegend aus Holz und damit leicht brennbar und ein organisiertes Feuerwehrwesen vor 1850 weitesgehend unbekannt. Feuermelder war oft der Türmer, der auf einem Kirchturm saß oder der Nachtwächter der durch die Straßen zog. Eine Feuerwehr im eigentlichen Sinne gab es noch nicht. Bestenfalls verfügte man über ganz einfache durch Muskelkraft betriebene Pumpen, sogenannte Handdruckspritzen, zu denen aber das Wasser mit langen Eimerketten hintransportiert werden mußte, wenn man nicht gar direkt mit den Eimern löschen mußte. Man benötigte also eine große Anzahl von Eimern, um überhaupt etwas bei Feuer ausrichten zu können. Vorschriften über das Bereitstellen von Eimern entsprangen also absoluter Notwendigkeit und blanker Not, denn bei einem Brand verlor oft ein großer Teil der Bevölkerung sämtliches Hab und Gut, so daß damit gleichzeitig der ganze Ort verarmen konnte. Auch die Gründung sogenannter Scheunenviertel entspringt diesem Hintergrund. Man zwang die Bauern, ihre Scheunen außerhalb des eigentlichen Wohngebietes zu errichten, da diese besonders feuergefährdet waren und man durch eine Auslagerung der Scheunen vermeiden wollte, daß bei einem Scheunenbrand gleich große Teile des Ortes gefährdet wurden.

Gruß Detlef