Landsturmmann, Reserve-Lazarett Altona VI, Landwehr-Inf.-Regt. 31

Liebe Listenmitglieder,

das Landesamt für Gesundheit und Soziales hat mir gestern mitgeteilt, dass mein Urgroßvater Lorenz Peter Albertsen, geboren am 09.08.1874 in Olderup/Husum, Landsturmmann der 2. KOMP., ERSATZ-BTL., LANDWEHR-INF.-REGT.31 war. Ich verstehe leider überhaupt nichts von militärischen Dingen, weil ich mich immer nur mit der zivilen Seite des Krieges beschäftigt habe (wahrscheinlich typisch Frau!).

Für meine Familiengeschichte, an der ich seit Jahren schreibe, suche ich nach weitergehenden Informationen. Kann mir jemand etwas über diese Kompanie erzählen? Wo sie eingesetzt war, wie viele Männer fielen, welche Kampf-Tätigkeiten sie ausführten, wie sie lebten, welche Kämpfe sie überstehen mussten?

Er wurde zweimal in das RESERVE-LAZARETT VI Altona eingeliefert. Kennt jemand dieses Lazarett und kann mir etwas darüber erzählen? Oder gibt es irgendwo Unterlagen, die ich mir bestellen könnte? Vielleicht sogar Fotos? Gibt es hier Mitglieder, deren Vorfahren ebenfalls zu dieser Kompanie gehörten oder in diesem Lazarett waren und etwas wissen?

Ich bin weder bei Google noch bei der Dansk Centralbibliotek for Sydslesvig fündig geworden und hoffe nun auf Eure Hilfe.

Herzlichen Dank im voraus und viele Grüße aus dem kalten Solingen

Susanne (Nitsch)

Hallo. das ist eine derartig umfangreiche Frage,die wohl per Mail kaum zu beantworten ist.Die Wehrgeschichte wird im Milit�rgeschichtlichen Museum und Archiv in Koplenz dokumentiert, dort lagert die umfassende Literatur und auch Gegenst�ndliches.
Der Begriff Landwehr hatte je nach seiner Zeit unterschiedliche Bedeutung.einmal waren es B�rger die zur Verteidigung gerufen wurden, dann waren es auch mal feste milit�rische Verb�nde, die aus Veteranen oder auch leicht verletzten bestand um mit diesen eine zweite oder weitere Abwehrfront zu bilden.Dann waren es B�rgersch�tzenverb�nde die zur Landwehr gerufen wurden.Die Hauptlast eines Kampfes sollten diese nicht tragen, sondern eine Sicherheitsreserve sein.Aus meiner Kenntni� 1.Weltkrieg und 2.waren die Landwehrleute zu der Zeit �berwiegend betagte Herren,die nicht nur mit abgetragener Uniform sondern auch mit Beutewaffen ausger�stet waren.Opperierende Offiziere nahmen diese Landwehrleute nicht gernan die vorderen Frontabschnitte, weil die �lteren Leute nicht gut zu f�hren waren, es waren lebenserfahrene Menschen, die sich nicht unbedingt als Kanonenfutter verwenden lie�en.In der Zeit Kaiserreich, hatten Landwehrleute wieder eine andere Position, davor wieder waren es die Landesknechte der St�dte und Grafschaften. Alos wer es genau wissen will, mu� sich schon mit der Wehrgeschichte befassen und da ist Koplenz der richtige Ort.
Es gibt sehr vielLiteratur dar�ber.Wenn es nur um eine regionale Sache geht, dann mu� man das Stadtarchiv oder das Landesarchiv bem�hen.
Schwenke-Archiv Duisburg

Hallo Susanne, ein klares Jaein. Aber Schritt für Schritt. Mein Großvater
Gustav Bremer war Angehöriger der 7. Kompanie des gleichen Regiments. Er
wurde mehrmals verwundet und wurde u.a. ebenfalls in dieses Lazarett
eingeliefert. Ich habe ein Foto, dass ihn dort mit seinen Zimmergenossen
zeigt. Leider sind keine Name vermerkt. Aber ich maile Dir das Foto gerne
zu. Es wäre zwar ein seltener Zufall, aber vielleicht erkennst Du ja Deinen
Urgroßvater auf dem Foto. Das Foto sende ich Dir heute Abend auf deine
private Adresse.

Gruß Holger

Hallo Susanne,

mir ist lediglich bekannt, daß während des 1. WK sich das Reservelazarett VI in der Großen Moortwiete in Altona befand, oder dort
eine Abteilung hatte. Die frühere Große Moortwiete im westlichen Altona heißt heute Daimlerstraße, sie verbindet den Bahrenfelder
Steindamm mit der Friedensallee.

Sicher kannst Du im Hamburger Stadtarchiv mehr erfahren.

Viele Grüße,

Jürgen