Liebe Forscherfreunde,
an mir ist völlig vorbeigegangen, dass das "Landesamt für Gesundheit und Soziales, Versorgungsamt - Krankenbuchlager" seit dem 1. 7. 2007 für Forschungszwecke nicht mehr zur Verfügung steht. Allen Mitforschern, die das ebenfalls nicht wissen, teile ich ausschnittweise aus einem Antwortschreiben mit:
"Die in der Vergangenheit vom Krankenbuchlager Berlin für private Zwecke durchgeführten Recherchen, z.B. zur Erteilung von Auskünften über den Verbleib von Angehörigen im Rahmen der Familienforschung. gehören nicht zu den gesetzlichen Aufgaben des Krankenbuchlagers. Aufgabe des Krankenbuchlagers Berlin war und ist es vielmehr, die Versorgungsämter bei der Durchführung des Bundesversorgungsgesetzes zu unterstützen.
Ich bitte Sie deshalb um Verständnis, dass über 60 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges das Krankenbuchlager Berlin diese besonderen Leistungen zum 1. 7. 2007 eingestellt hat und nunmehr ausschließlich im Wege der Amtshilfe für andere Behörden tätig wird."
Weiterhin wird mitgeteilt:
"Das bei LaGeSo angesiedelte Krankenbuchlager ist seit 1965 die zentrale deutsche Sammelstelle für die Krankenunterlagen aus beiden Weltkriegen, sowie für die Versorgungsunterlagen der damaligen Reichsversorgungsdienststellen. Das Krankenbuchlager betreibt die Ermittlung und Auswertung dieser Krankenakten einschließlich der Archivierung und Registrierung. Nach der Wiedervereinigung wurden auch Versorgungsakten und personenbezogene Einzelurkunden sowie Kranken- und Sektionsbücher aus der ehemaligen DDR übernommen.
Im Archiv sind vorhanden:
Im Krankenbuchlager werden Lazarettbücher (sog. Sammelurkunden) des 1. und 2. Weltkrieges sowie Einzelurkunden (personenbezogene Krankenblätter der Lazarette) zentral archiviert. Die in den Buchbeständen erfassten Eintragungen können mit Hilfe einer Datei von 42,5 Millionen Karten ermittelt werden (Lochkartei).
Zum 1. Juli 2007 mussten die besonderen Dienstleistungen des Krankenbuchlagers, aufgrund privater Anfragen Ermittlungen durchzuführen, eingestellt werden, zumal diese Arbeiten nicht zu den gesetzlichen Aufgaben des Krankenbuchlagers gehören. Das LaGeSo unterstützt die Forderung nach Öffnung der Archive für Forschungszwecke und strebt eine Übernahme der Krankenbuchakten seitens des Bundesarchivs an."
An dieser Stelle möchte ich fragen: Welche Schritte unserer Vereinigungen WGFF, OWP, VfFOW, usw. sind diesbezüglich (Öffnung der Archive für Forschungszwecke, in diesem Fall Öffnung der Krankenbuchakten), unternommen worden?
Es wird auf das "Bundesarchiv Freiburg", - Militärarchiv-, Wiesentalstr. 10, 79115 Freiburg hingewiesen. Zu diesem Archiv wird mitgeteilt:
"Krankenunterlagen zu den Geburtsjahren 1891 - 1899 (jeweils die Geburtsmonate 01 und 07 wurden an das Bundesarchiv Freiburg abgegeben. Die kompletten Geburtsjahrgänge 1870 - 1890 wurden ebenfalls an das Bundesarchiv in Freiburg abgegeben."
Weiterhin habe ich erfahren: Das Bundesarchiv , Zentralnachweisstelle, Abteigarten 6, 52076 Aachen ist nicht mehr existent. Ein Brief von mir kam zurück, mit dem Vermerk: "Empfänger unter der angegebenen Anschrift nicht zu ermitteln."
Die Verbreitung meiner Information ist ausdrücklich erwünscht.
Viele Grüße
Walter Grunwald