Hallo Listen,
folgender kurzer Erfahrungsbericht (als Reaktion auf entsprechendes in der
OWP-Liste):
Zuerst DRK anschreiben ist wichtig, da dort Daten, welche von russischer Seite
in den 90'ern �bergeben wurden, vorhanden sind. Dient zur Absch�tzung der
Chancen etwas in den russischen Archiven finden zu k�nnen. Daten beim DRK
sind aber nicht sehr genau (z.B. falsche Sterbedaten, Datum und Ort).
Danach sich an die Deutsch-Russische Freundschaftsgesellschaft "Freiherr vom
Stein" wenden.
Der Link
http://home.arcor.de/drf-freiherr-vom-stein/
ist am besten, enth�lt mehr Informationen �ber die Freundschaftsgesellschaft, die
Aktion Vers�hnung und Antragsformular (online).
Dazu unbedingt Mail von Walter Mogk vom 1.10.2001 an OWP-Liste lesen!
Folgend Beispiel zur Bearbeitungszeit der Akte meines Gro�vaters:
Anfrage erfolgte am 22.10.2001. Gleichzeitig erfolgte �berweisung von 40,- DM
als Bearbeitungsgeb�hr. Antwort erfolgte am 30.3.2002 mit Angaben was
die Akten enthalten, incl. detaillierter Angaben zum Datum der Gefangennahme, Todes-
ursache und -datum.
Nach �berweisung von 200,- EUR und 7,- EUR / pro beglaubigter und �bersetzter
Seite, bei 11 Seiten 77, - EUR, erfolgte die Zusendung von Kopien der Akten und
deren �bersetzung mit Datum 5.10.2002.
Die Akten stammen aus dem Archiv:
Russisches Staatliches Milit�r(Kriegs)archiv (RGVA) Moskau
Wichtig ist die Eltern anzugeben. Der Vatersname spielt im russischen
eine gro�e Bedeutung.
z.B. meine Gro�mutter
Anna Lydia Erzberger geb. Schokoll, Vater Heinrich Schokoll
in den russischen Akten als Ledeja Chainrichowna Ertjezberger.
Familienname in verschiedenen Schreibweisen gef�hrt Eruber, Enerberger.
Erfolgsquote war sehr gut von 3 Anfragen 2 Ausk�nfte und Akten.
Die eine negative Auskunft war auch schon vom DRK negativ.
Fotos von den Frageb�gen (aus denen die Akten gr��tenteils bestehen)
�ber die Kriegsgefangenen und Zivilinternierten (sind weitgehend identisch)
sind in folgendem Buch enthalten:
Im Archipel GUPVI. Kriegsgefangenschaft und Internierung in der
Sowjetunion 1941 - 1956. Stefan Karner. - Wien; M�nchen:
Oldenburg, 1995
Weitere Literatur zum Thema und dem aktuellen Forschungsstand, mit
vielen Beitr�gen:
Die Trag�die der Gefangenschaft in Deutschland und in der Sowjetunion
1941 - 1956. hrsg. von Klaus-Dieter M�ller, Konstantin Nikischkin,
G�nther Wagenlehner
Akten enthalten zus�tzlich teilweise auch Krankenberichte, Sterbeurkunde,
Bestattungsprotokoll, Fotos und Pl�ne von den Gr�bern.
Todesursache in den Akten war "Pellagra" (Mangelerscheinung infolge
Fehlens von Niacin, zur�ckzuf�hren auf Unterern�hrung/Distrophie und
einseitige Ern�hrung durch Hirse).
Die Anfragen erfolgten �ber meine beiden Gro�v�ter und eine Gro�mutter,
keiner von ihnen ist zur�ckgekehrt, wie auch 3,3 von 5,7 Millionen sowjetischen
Kriegsgefangenen und viele sowjetische Zwangsarbeiter.
Von den deutschen Kriegsgefangenen sind 356 687 von 2 388 443 in
der Kriegsgefangenschaft verstorben!
Viele Gr��e
Stefan Erzberger