Sehr geehrte Listenmitglieder,
vor einigen Tagen las ich in der CompGen-Mailingliste einen Hinweis auf die Datenbank des Internationalen Roten Kreuzes über die Kriegsgefangenen des 1. Weltkriegs. Diese Datenbank ist über den Link www.grandeguerre.icrc.org zu erreichen.
Eine kurze Einführung über die Entstehung dieser Kartei finden Sie auf http://grandeguerre.icrc.org/Content/help/Introduction_en.pdf
Ich habe einige Treffer in der Datenbank entdeckt. Da sie aber nicht unmittelbar und einfach zu bedienen ist, möchte ich ein paar Hinweise geben, wie ich sie bisher bedient habe und dabei die Treffer gefunden habe.
Nach Aufruf der Seite kann man direkt die Suche im kreisrunden Feld auf der rechten Seite nutzen. In der anschließenden Maske ist als "Nationality" "German" auszuwählen. Ggfs. sind noch Umlaute im Namen zu korrigieren.
Die Karteikarten sind nach Nachnamen sortiert in Gruppen zusammengefasst, in denen die einzelnen eingescannten Karteikarten nacheinander einsehbar sind. Über die Suche erhält man aber lediglich einen Hinweis darauf, in welcher dieser Gruppen man suchen könnte. Angegeben ist immer der erste Name dieser Gruppe.
Eine Suche nach dem Geburts- oder Wohnort oder Geburtsdatum einer Person ist nicht möglich. Daher bleibt nur, schrittweise einen bestimmten Namensbereich nach dieser Person zu durchsuchen.
Voraussetzung für die erfolgreiche Suche ist, dass man zu einer Person weiß, dass sie sich in Kriegsgefangenschaft befunden hat, und dass man ihr Geburtsdatum kennt. Neben Vor- und Nachname steht häufig nur das Datum als einziges Identifiziertungsmerkmal auf der Karte.
Ob eine Person in Kriegsgefangenschaft war, kann man z.B. über die Verlustlisten des 1. Weltkriegs erhalten, die unter www.verlustlisten.de zu finden sind. Dort findet sich dann ein Hinweis "in Gefgsch.".
Wenn man eine passende Karte gefunden haben sollte, müssen die dort eingetragenen Kürzel richtig interpretiert werden. Eine kurze Anleitung findet man unter dem folgenden Link: http://grandeguerre.icrc.org/Content/help/3step-D15-1.pdf
Aufgerufen werden kann diese Suche über "Examples of Index Cards" / "Cards of a German serviceman". Dort kann man rechts das Kürzel und die zugehörige Nummer eintragen. Dahinter findet man ggf. weitere Informationen z.B. zum Lager, in dem der Gefangenene interniert war.
Für meinen Forschungsort Albachten habe ich die Kirchenbücher und Personenstandsregister durchsucht. Dort findet man aber keine Informationen, ob eine Person gefangen war. Dies ist nur aus den Verlustlisten zu erkennen, da dort ja nicht nur Gefallene aufgeführt wurden, sondern auch Verwundete und eben Gefangene.
Über die Verlustlisten habe ich bisher 10 Gefangene aus Albachten ermitteln können. Von denen habe ich 5 in der ICRC-Datenbank gefunden.
Von den restlichen sind die entsprechenden Namensgruppen einfach (noch?) nicht vorhanden (z.B. KAN, BOR) oder ich habe in den Karten einfach keinen Treffer gefunden.
Beachtenswert ist zudem die Sortierung der Namen und Einordnung zu den Namensgruppen. Nicht immer sind die ersten drei Buchstaben eines Namens auch entscheidend für die Einsortierung. Beispielsweise fand ich den Namen "Bücker" unter "BUK". Man sollte also kreativ an eine alternative Namenssuche gehen, falls die erste offensichtliche Suche nicht erfolgreich war.
Das war mein Erfahrungsbericht zur Kriegsgefangenendatenbank des ICRC. Vielleicht finden Sie ja hiermit ebenfalls verwandte Personen in dieser Datenbank. Ich drücke Ihnen dabei die Daumen!
Mit freundlichen Grüßen
Volker Wilmsen
leider beherrsche ich keine