in den KB Sande/Friesland, Niedersachsen fand ich einen
Carl August Schneider, * 30.5.1863 in Rebzden, Gemeinde Wyzen, Kreis Heydekrug
oo 02.11.1887 in Sande
Eltern: Heinrich Schneider und Heinriette Kroenert.
Kreis Heydekrug und einen Ort Wieszen konnte ich finden, jedoch keinen Ort Rebzden. Welcher Ort k�nnte dies sein?
Hallo Andrea,
1873 gab es im Kreis Heydekrug ein Ridszen und ein R�bsden. Sehr
wahrscheinlich ist letzteres, der gesuchte Ort.
Beide Orte geh�ren zum Kirchspiel Wieszen.
bei dem im KB von Sande/Niedersachsen gefundenen Rebzden handelt es sich mit Sicherheit um R�bsden Krs. Heydekrug. Wir haben ja in der Liste schon �fter Beispiele daf�r gehabt, dass Standesbeamte im Westen Deutschlands Ortsnamen nach dem Klang aufgenommen haben, wenn keine Dokumente vorgelegt werden konnten. Im gesamten Ostpreu�en wurden '�' und '�' - nicht nur im Dialekt sondern meist auch im Hochdeutschen - als 'e' und 'i' ausgesprochen. Wir nennen dies in der Sprachwissenschaft 'Entrundung'. Jeder kann selbst probieren, wie das funktioniert: Man spreche ein langes 'e' (im Dauerton) und runde dann die Lippen; heraus kommt ein '�'. Spreizt man dann die Lippen wieder, wird der Laut automatisch zu 'e'. Gleicherma�en funkltioniert das mit 'i' und '�'. In Pillau lautete beispielsweise der seem�nnische Ausdruck f�r Eimer 'Pitz', an den K�sten des "Reiches" jedoch 'P�tz'.
Diese Entrundung ist keine ostpreu�ische Spezialit�t, sie kommt in gleicher Weise auch in den Nachbarl�ndern vor. Deutlich wird dies, wenn man einen Polen Deutsch sprechen h�rt.
Also: Falls ein Ortsname nicht gefunden werden kann, sollte man ggf. auch an dieses Ph�nomen denken.
danke f�r die Best�tigung und Erl�uterung. Deine Ausf�hrung stimmt nicht
nur f�r die westdeutschen Standesbeamten, sondern f�r alle Menschen und
Schreiberlinge.
Selbst im alten Ostpreu�en hat man nur nach dem
H�ren-was-Gesprochen-wird aufgeschrieben. Damit m�ssen wir uns
Ahnenforscher "abfinden".