Hallo Astrid und sonstige Glasfreunde,
möglicherweise sind das uralt bekannte Dinge, vielleicht ist auch etwas
Neues dabei. Der Glasmacher spricht von 4 Materialgruppen, aus denen er Glas
herstellt. A) Die Glasbildner, das ist der Sand. B) Die Flussmittel, das ist
die Soda und/oder die Pottasche. Sie sorgen dafür, dass der Schmelzpunkt des
Sandes herabgesetzt wird. Glasbildner und Flussmittel ergeben zusammen das
so genannte Wasserglas, das noch im vorigen Jahrhundert z. B. zum
Aufbewahren und zur Haltbarmachung von Eiern verwendet wurde. Problem,
dadurch wird das Glas eben wasserlöslich. Um diese Wasserlöslichkeit stark
zu verringern, kommen C) die Stabilisatoren hinzu. Das ist entweder der Kalk
oder die Bleimennige. Kalk für das so genannte böhmische Kristallglas und
Bleimennige für das Bleikristallglas. Kalk ist aber ebenso wie der Sand
durch Eisenoxide verunreinigt. Das heißt, das Glas wird mehr oder weniger
stark bräunlich oder grünlich (Waldglas, Flaschenglas). Ersetzt man den Kalk
durch Kreide, muss dem Glas weniger Entfärbungsmittel hinzugefügt werden,
man erhält so leichter das weiße Glas. Entfärbungsmittel, Färbungsmittel,
Läuterungsmittel usw. sind die 4. Gruppe D) die so genannten Hilfsstoffe.
Weißes Glas ist durchsichtiges Glas, weiß gefärbtes Glas ist Milchglas. Zum
Färben werden meist Metalloxide hinzugefügt. Für die Rubinfärbung benötigt
man Gold (Kunkelgläser).
Übrigens war lange Zeit der Sitz der Glasmacherzunft hier in Nordhessen in
Großalmerode, da dort ein sehr guter Hafenton gefunden wurde und wird.
Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen aus Kassel
Helmut (Bernert)
Mail: helmut.bernert@t-online.de