Guten Tag Helga,
und alle interessierten Listenleser,
Nachstehend die versprochenen Nachrichten aus dem Habelschwerdter Kreisblatt
bezüglich der Tumulte in Neuwaltersdorf und Konradswalde (1844). In Neuwaltersdorf
waren jeweils ein Vertreter der Familien KOLBE und LUX in die Ereignisse verwickelt.
Drei Monate zuvor war es zu dem sog. Weberaufstand, besser: Hungeraufstand
gekommen, bei dem es am 05.06.1844 in Langenbielau 11 Tote und 24 Schwerverletzte
gegeben hatte.
In Neuwaltersdorf widersetzten sich am 02.09.1844 mehrere Dorfbewohner gegen
eine Zwangsvollstreckung.
Fünf Wochen später, am 11.10.1844 wiederholte sich Ähnliches in Konradswalde.
In beiden Fällen mussten die Rädelsführer im Zuchthaus bzw. Gefängnis büssen.
Die verhängten Strafen (8 Tage Gefängnis bis 1 Jahr Zuchthaus) fielen für die damalige
Zeit eher milde aus. Auf Widersetzung gegen obrigkeitliche Verfügungen standen ein
bis zwei Jahre Zuchthaus. Einer der Beteiligten kam mit einer Festungshaft davon, d.h.
mit einer nicht entehrenden Haft ohne Arbeitszwang, eine Gunst, die ''politischen''
Straftätern vorbehalten war.
Die aufgebrachte Menge in Neuwaltersdorf und Konradswalde könnte ihre Gründe
gehabt haben, ihr Mütchen an dem Herrn Zwangsvollstrecker zu kühlen . so wie die
Untersuchungskommission ihrerseits vermutlich Anlass sah, ein Exempel zu statuieren,
um weiteren Ausschreitungen vorzubeugen.
Viele Grüsse,
Susanna