Koloniewirt

Hallo Carla,

die Erklärungen zu Kolonie-bauer, -schulze und Lasit sind aus dem Band Nr. 18 Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V. "Was waren unsere Vorfahren?"
Amts-, Berufs- und Standesbezeichnungen aus Altpreußen
Gesammelt und erläutert von Kurt von Staßewski und Robert Stein
Königsberg (Pr) 1938
3. unveränderte Auflage
Im Selbstverlag des Vereins
Hamburg 1991,

das hatte ich in meiner letzten Mail vergessen.

vielen Dank fürs Nachschlagen. Da bin ich ja platt, dass es den Begriff
Landwirt schon seit dem 18. Jh. gibt! Hätte ich nicht gedacht.
Habe bisher noch keinen Eintrag "Landwirt" gesehen.

Da du platt bist, kann ich dir noch sagen, dass Wirt auf Platt(deutsch) Wêrt ist.

1. Vorstand einer Gastwirtschaft.

2. Vorstand einer ländlichen Besitzung, Bauer. In alten Zeiten hießen die kleinen Landbesitzer Bauern, dann kam die Bezeichnung "Wirth" auf; aber auch diese genügt heute nicht mehr und sie nennen sich Gutsbesitzer, oder doch etwas verschämt: Gutseigentümer. ...Wirth ist nur der Ein-, Zwei- und Mehrhüfner.
Die Wirtin nennt man Wirtsche, pltd. Wêrtsche.

3. Zeche, Bewirtungsbetrag. In dieser Bey Morgensprache (8. Januar 1597) hat sich erklaget Steffen Hildebrandt, dohmals Gerthman, wie er in den Rosenwinckell mit dem Beuttel umbgangen, die Wirthe abzufordern.

Aus "Preussisches Wörterbuch" Ost- und Westpreussische Provinzialismen in alphabetischer Folge
von H. Frischbier, Berlin 1883. Verlag von Th. Chr. Fr. Enslin (Richard Schoetz).

Tippst Du eher auf Bauer oder auf Wirt?

Nach der obigen Erklärung sind Bauer oder Wirth möglich.

Bitte beachten: Ich kann dieses eine Wort nicht richtig entziffern! Nicht,
dass wir an einem falschen Wort herumrätseln...
Darf ich Dir den Scan 'mal bilateral zusenden?

Gerne versuche ich zu helfen.

Viele Grüße

Heinz (Muhsal)