Kohsiack, Kossiack, Koßiack. Verschiedene Schreibweisen

Sterbeurkunde Nr. 5/2003, Standesamt Geesthacht

Hermann Kohsiack, evangelisch-lutherisch, wohnhaft: Hamburg, ist am 31. Dezember 2002, um 4.50 Uhr in Geesthacht, verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 09. August 1926 in Budzisken, jetzt Herbsthausen, Kreis Angerburg, Standesamt Lissen in Ostpreußen.
In seinem Personalausweis stand: Hermann Kossiack (Personalausweis AM 962835, LCK). Unterschrieben hat er aber mit Kohsiack.

Sein Bruder: Franz Kohsiack, ebenfalls in Budzisken geboren. Im Soldbuch zugleich Personalauswei, steht Bauer, Franz Kossiack. Er hat auch so unterschrieben.

Die Mutter:
Sterbeurkunde Nr. 1468/1968, Standesamt Freiburg im Breisgau
Ida Koßiack, geb. Baldzuhn, evangelisch, wohnhaft in Freiburg im Breisgau, ist am 27. Juni 1968, um 14.10 Uhr in Freiburg im Breisgau verstorben.
Die Verstorbene war am 11. September 1894 in Rdzawen, jetzt Rostau, Kreis Treuburg, in Ostpreußen, geboren. Die Verstorbene war Witwe von Oskar Koßiack.
Im Ostpreußenblatt 1974, Folge 36 wurde ihr zum Geburtstag gratuliert. Geschrieben wurde Ida Kossiack, geb. Baldzuhn.
Im Ostpreußenblatt 1979, Folge 36 wurde ihr zum Geburtstag gratuliert. Geschrieben wurde Ida Kossiack, geb. Balduhn.

Der Vater:
Ostpreußenblatt aus dem Jahr 1959, Folge 46
Unter gesucht werden: Oskar Kohsiack (Herbsthausen), geb. am 19.01.1891. Er wurde am 06.02.1945 in Heilsberg von den Russen verschleppt.
Laut seiner Frau, wurde ihr Ehemann, Oskar Kohsiack, von Russen oder Polen 1945 in Herbsthausen erschlagen.

Kann es sein, dass Kohsiack der eingedeutschte Name ist?

Liebe Inge,

das klingt, als h�tten die Standesbeamten das lateinische sog. "Pastoren-s" und das deutsche "h" durcheinander gebracht.
Beide sind im Schriftbild identisch.
Um die Verwirrung zu komplettieren, wird dann gerne auch noch das lateinische "f" ins Spiel gebracht.
Mit dieser Problematik musste ich mich in der Vergangenheit auch schon des �fteren auseinander setzten.
Der M�dchenname meiner Gro�mutter, Wissotzki, ist mir schon als Wishotzki und Wisfotzki untergekommen.
Ich schicke Dir eine diesbez�gliche Regelung aus dem Jahre 1955, die ich, dankenswerterweise, auch vor ein paar Tagen erhalten habe und in der der Sachverhalt dargestellt und erkl�rt ist.
Kurzum: Gem�� dem o.g. Erlass (hs = �) ist Ko�iack vermutlich die korrekte Schreibweise.

Gru�

Dirk (Albrecht)

Guten Tag Frau Barfels,
was verstehen sie unter "eingedeutscht" ?
Mir ist da nur die Zwangsweise Namensänderung bei den Nazis bekannt.
Alle anderen Änderungen geschahen doch auf Wunsch der betroffenen, um als echte "Arier-deutsche" zu gelten.
Auch die Regel "wie gehört so geschrieben" galt früher wie auch heute. In den Allensteiner Standesamtsunterlagen ist ersichtlich, daß ca. jede 2.Frau u. ca. jeder 3.Mann mit drei Kreutzen unterschrieb.
Haben sie es noch nicht erlebt: jemand nennt seinen Namen u. er wird falsch geschrieben, er buchstabiert und er wird wieder falsch geschrieben.
Mit dem Bildungsstand ist das alles nicht unbedingt zu erklären.
Mir ist klar, das ich damit keine Hilfe gebe, nur einen Hinweis.
Schauen sie mal in die sog. OFB. Dort werden Namen, auch bei zweifelsfreier Lesung in "deutscher Denkweise deutsch geschriebn. Und schon ist ein neuer FN entstanden.
Notieren sie die FN so wie sie diese antreffen im Original.
Die Lösung oder die Entscheidung kommt dann von alleine.
Gruß,
Gernot

Nein, es handelt sich nicht um eine "eingedeutschte" Namensform, weil sich an dem Namen selbst nie etwas Anderes ge�ndert hat als die Schreibweise. Wie wir bereits richtig lesen konnten, handelt es sich bei der Buchstabenfolge "hs" um eine Missdeutung des "ss" in deutscher Schreibschrift. Also h�tte der Name eigentlich sp�#ter durchg�ngig "Kossiack" geschrieben werden m�ssen. Auch die Form mit "�" ist falsch, da nach den alten deutschen Schreibregeln an der Stelle nie ein "�" h�tte stehen d�rfen, denn es handelt sich nicht um einen Silbenschluss.

"Namenseindeutschungen" aus der Nazi-Zeit gingen �brigens schon seit ca. 100 Jahren Ver�nderungen von Nachnamen voraus. Meine Vorfahren aus Masuren hatten bereits sehr fr�h (Jahrzehnte vor der Geburt [!] des "F�hrers") ihre Nachnamensendung "-ski" abgelegt, weil sie nicht als "polnisch" gelten sondern bekennende Preu�en sein wollten. Und sie waren kein Einzelfall.

Gru�
Rolf-Peter

Hallo "listige" Mitforscherinnen und Mitforscher,

die Besch�ftigung mit dieser Problematik ist nicht neu in den Mailinglisten. Wer sich detaillierter dar�ber informieren m�chte, der wird beim "Bund f�r deutsche Schrift und Sprache e.V." (http://www.bfds.de/) in Seesen f�ndig.

Unter dem Stichwort "H�ufige Fragen" wird z.B. auf das Thema der verschiedenen "S"-Varianten ("S"-Regeln/"S"-Schreibung) eingegangen:
         http://www.bfds.de/bfds.php?s=fragen
http://www.bfds.de/veroeff/fragen/12_hs_und_scharfes_s_1.pdf
http://www.bfds.de/veroeff/fragen/13_Langes_oder_rundes_S.pdf
http://www.bfds.de/veroeff/fragen/14_Lang-s_seine_Enstehung.pdf etc.
Die verschiedenen PDF-Dokumente k�nnen auf den eigenen Rechner heruntergeladen werden.

Links gibt es da auch zu verschiedenen und teils kostenfreien Frakturschrift-Angeboten f�r den PC. Interessante Dinge erf�hrt man �ber die Schriftgeschichte. Zus�tzlich werden verschiedene Lese�bungen angeboten (entweder kostenfrei �ber das Online-Archiv oder beziehbar aus dem deren Online-Shop).

Nachstehend der Link zur deutschen Wikipediaseite:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bund_f�r_deutsche_Schrift_und_Sprache
         (dort noch weitere Weblinks)

Vielleicht hilft's zum besseren Verst�ndnis.

Beste Gr��e aus dem S�dwesten
Matthias (E. Theiner)

Hallo Rolf-Peter,
wäre es möglich nähere Daten über die Namensänderung zu bekommen? Wir sammeln Daten für eine Namensänderungsdatenbank.
MfG Edward

Seit 2012 ist ein neuer genealogisch-heraldischer WIKI online und alle sind eingeladen mitzuarbeiten:
LMGTFY - Let Me Google That For You.

Der Wiki beschäftigt sich in Deutsch mit dem Spezialthema Adelstand der Res Publica Serenissima - Szlachta der Adelsrepublik.

Erarbeitet werden u. a. Adelslexikon - Wappenlexikon - Stammfolgen Adel - Stammfolgen Bevölkerung in den Gebieten der Adelsrepublik (in den Grenzen von 1772 mit deren Lehen).

Hallo kurz und bündig,hs ist kein hs sondern in der Schreibweise falsch übernommen
,es ist in
alter Schreibweise ein hohes und ein kleines s.Der Ort Kussen schrieb sich früher auch oft so
und ich habe am Anfang das hohe S,in der alten Schrift auch für ein h gehalten-----aber Pustekuchen
Schöne Advensgrüße H.Klimkat.