[Kleverland]KOCK, MELLES, URSELMANN Namenherkunft

"Sandra Haak" <mailto:haak_sandra@yahoo.de> schrieb:

Hallo alle zusammen,

weiß jemand wo man die Bedeutung von Familiennamen "nachschlagen" kann, falls das überhaupt so einfach geht ?
Es geht speziell um die Familiennamen Melles, Urselmann, Kock

Hallo Sandra,

zum Namen KOCK heißt es im DUDEN "Familiennamen":

KOCK: niederdeutscher Berufsname zu mittelniederdeutsch kok >Koch<, vgl. >KOCH.

KOCH: Berufsname zu mittelhochdeutsch koch >Koch<. Bei der Berufsbezeichnung "Koch" und dem Verb "kochen" handelt es sich um Entlehnungen aus dem Lateinischen (lat. coquus, volkslat. cocus, lat. coquere). Das Tätigkeitswort "kochen", das nach und nach das einheimische "sieden" verdrängte, galt zunächst der feineren Klosterküche, die viele Gewürze verwendete. Anfangs bezeichnete dieser Name den in Klöstern, Herrenhöfen und wohlhabenden Haushalten tätigen Koch, später den auf öffentlichen Plätzen und Jahrmärkten nachweisbaren Garkoch.
Ein früher Träger dieses Namens ist Heinrich koch, der i. J. 1225 zur Dienerschaft eines Regensburger Klosters gehörte. Ein weiterer Beleg (14. Jh.) aus Regensburg bezieht sich auf H. den choch an dem Marktt.
Bekannter Namensträger: Robert Koch, deutscher Bakteriologe (19./20. Jh.).

Im Buch ist ein Wappen abgebildet. KOCH: Familienwappen mit Kochmütze und schräg gekreuzten Kochlöffeln im Schild.

In allen Namenbüchern ähnlich beschrieben.

Bei Bahlow "Niederdeutsches Namenbuch" steht auch noch KOCK (Hamburg oft) = "KOCH", siehe KAACK!
KAA(C)K ist jüngere Variante zu KOCK "Koch", wie KNAACK für KNOCKE und HAACK für HOCKE.

Linnartz schreibt in "Unsere Familiennamen" Zehntausend Berufsnamen im ABC erklärt:

KOCH, KÖCH, KOCHER, KÖCHLE, KÖCHLING, KOCHLY, KOCHMANN, latin. KOCHIUS, nd. KOO(C)K, KO(C)KE, KÖCKER, KOCMANN, ndrh. ndl. KOX, KOOK, KOOKER = mlt. cocus, engl. cook,
1. Inhaber einer Garküche, Kochwirt, ggf. Herrenwirt,
2. Aufseher in der herrschaftl. Küche, Aufseher überhaupt, s. Keller.

Bei Gottschald "Deutsche Namenkunde" gibt es noch:

KOCK siehe KOCH und GUG

GUG: unerklärter Stamm: GOGO, GOCHOLD, GUGINHART: KUX, KUCH, KECK auch KOCK u.a..

Heintze-Cascorbi "Die deutschen Familiennamen" hat folgende Erklärung:

KOCH ahd. choch, mhd. koch, altsächs. kok aus lat. loquus.
FN: KOCH. Gen. KOCHS. Äußerlich verlateint. COCHIUS - in anderer Weise COCCEJUS. Gen. COCCEJI.
Patronymische Ableitung KOCHER (alem.).
Verkleinerungsfom mit l: KÖCHLE (schwäb.); KÖCHLY (schweiz.). (l+n): KÖCHLIN.

Niederdeutsch KOCK; auch KOOK; KOKE (KOK Gött. UB. I. ums J. 1373, KLEMP. COKE neben der Bezeichnung Meisterkoch = ouerste kokenmeister). Gen. KOKES, KOCKS, KOX, COX (niederrh.).
Der Name KOCK findet sich lange vor der französischen Einwanderung und ist jetzt in verschiedenen Gegenden Norddeutschlands unter der Landbevölkerung verbreitet, so in Westfalen, Mörs, Schleswig; er kann daher nicht franz. Ursprungs (aus coq Hahn) sein.

Zu MELLE steht im DUDEN "Familiennamen":

MELLE: Herkunftsname zu dem Ortsnamen Melle (Niedersachsen), Mellen (NRW, Brandenburg, Pommern (heute Polen).

MELLES ist die Genitivform. MELLE hieß jemand aus Melle oder der etwas mit Melle zu tun hatte. Das -S bedeutet ein Abkömmling von einem MELLE, vielleicht MELLE´s Sohn.

Es gibt aber auch die mögliche Ableitung von MELLER = jemand aus Melle (Herkunftsname), oder auch Ableitung von Mehler bzw. Müller (Berufsnamen).

Bei Heintze-Cascorbi gibt es noch die Ableitung von

MATLA sächsisch "Versammlung, Rede, Rechtssache, Vertrag", got. matl, altsächs., ahd. mahal "Versammlungs-, Beratungs- und Gerichtsplatz" des Volkes.
FN. MADALPERTH: MÖLBERT.
    MADALHART: MÄHLERT; MEHLHART; MELLERT.
    MADALHER: MADALER; MADLER; MATTLER; METTLER; MÄDLER; MÄHLER.
    MADALLEICH: MAHLEY..
Einstämmige Kürzung MADAL-.
    MADALO, MALO: MAHLE; MÄDEL; MEHLE; MEHL; MELLE . Patr. A. MADELUNG; MADELONG; MALLING; METELING; METHLING; MEHLING. Vklf. (k): MAHLKE; MEHLICH.

Der Name URSELMANN kommt hier am Niederrhein am häufigsten vor, besonders im Kreis Kleve. Es ist ein sogenannter Herkunftsname. Er bezeichnet den Mann aus Ursel an der Ursel.

Den Namen URSELMANN finde ich in den Namenbüchern nicht, wohl URSEL = URSULA, dazu heißt es bei Bahlow "Deutsches Namenlexikon":

URSULA (URSEL, URSCHEL, URSCHI, USCHI, ULLA): wörtl. "kl. Bärin", zu lat. ursus "Bär"; als VN beliebt geworden durch die Legende von der heil Ursula (v. Köln) u. ihren 11.000 Jungfrauen (darunter Cordula). Im MA selten (daher kaum in FN.). Heinrich URSELER 1325 Rheinhess. meint den aus Ursel im Taunus, wie Werner von URSELE 1324.

Bei Gottschald "Deutsche Namenkunde":

URSEL(L): Ober-, Niederursel a. d. Ursel, Frkf. a. M. URSCHEL (>Hl. Ursula, He.). ORSCH-EL, -LER.
So auch bei Heintze-Cascorbi.

Viele Grüße

Heinz (Muhsal)