Bei der Übertragung von Lebenserinnerungen aus der Currentschrift in heutige Antiqua ist mir ein Fachbegriff aus dem frühen Eisenbahnwesen aufgefallen, den ich sprachlich nicht fassen kann. Bisher habe ich auch noch keine andere Schilderung eines frühen Auto- besser Kutschenreisezugs gefunden. Die Reise ging übrigens von Berlin ins thüringische Neudietendorf nahe Erfurt. Vielleicht weiß ein Eisenbahnexpeerte Genaueres.
Vielen Dank für Eure Bemühungen. Ich bin sehr gespannt.
Gruß
Udo (Majewski)
Auszug aus den Lebenserinnerungen der Mathilde Gruschwitz, geb. Lilliendahl (1825-1909)
. . . machten meine Eltern noch eine schöne Reise; wir blieben einige Zeit in Berlin, Schwester Nanny war auch mit und wir waren sehr vergnügt; damals reisten wir zum Theil mit Extrapost, zum Theil mit der Eisenbahn, d.h. so, daß unser Wagen auf eine Lonvy [vielleicht auch Lonry o.ä.] gesetzt wurde und wir drin blieben. Diese Art die Bahn zu benutzen, wurde verboten, nachdem ein solcher Wagen gerade in einem Tunnel losriß und stehen blieb. Uns wäre es auch viel interessanter gewesen, wie andere Leute mit der Bahn zu fahren, aber der urconservative Vater, fand es bis an sein Lebensende schrecklich, in den staubigen Wagen und mit fremden Leuten zu reisen. ....
ich bin zwar kein Eisenbahnexperte .... aber - könnte es Lorry heißen?
"Lorry" ist ein britischer Begriff für ein Fahrzeug, das in der Lage ist,
eine schwere Ladung, z.B. einen Container, zu transportieren. Das Wort ist
nicht mehr sehr gebräuchlich - meistens sagt man heute "Truck" oder in
Australien auch "Road Train".
unter nachfolgendem Link ist als englische Übersetzung für "Huckepackwagen" u. a. "lorry trailer transporter" angegeben. Wahrscheinlich hat Mathilde den abgekürzten englischen Begriff verwendet.
es kann auch lowry ,(engl.spr. lohri,Lore)sein.Das sind offene,nur mit einer niedrigen Einfassung versehene auf Eisenbahnen zum Transport von Kohlen und dgl.dienende Waggons.
Gru� Petra
Bin immer noch nach der suche der FN K��ner und Janz.
Kann jemand helfen,die Orte sind Freystadt,Kreis Rosenber und Deutsch Eylau
-------- Original-Nachricht --------
Bei der Übertragung von Lebenserinnerungen aus der Currentschrift in heutige Antiqua ist mir ein Fachbegriff aus dem frühen Eisenbahnwesen aufgefallen, den ich sprachlich nicht fassen kann. Bisher habe ich auch noch keine andere
wir waren sehr vergnügt; damals reisten wir zum Theil mit Extrapost, zum Theil mit der Eisenbahn, d.h. so, daß unser Wagen auf eine Lonvy [vielleicht auch Lonry o.ä.] gesetzt wurde und wir drin blieben. Diese Art die Bahn zu benutzen, wurde verboten, nachdem ein solcher Wagen gerade in einem Tunnel losriß und stehen blieb.
Hallo Udo,
wahrscheinlich hat Ute Wenzel den richtigen Hinweis gegeben.
Lorry ist die deutsche "Lore" ein offener Eisenbahnwagen. Der abgerissene Wagen war sicher eine Kutsche, die von der Lore gefallen ist.
Laut DUDEN "Das Herkunftswörterbuch":
LORE: Die Bezeichnung für einen offenen, auf Schienen laufenden [kippbaren] Wagen wurde um 1900 aus gleichbed. engl. lorry entlehnt, dessen Herkunft dunkel ist.
deutsche Herkunftsw�rterb�cher (neben dem angef�hrten Duden) sind sich da -
wie unten dargestellt - einig. Das amerikanische Random House Unabridged
Dictionary gibt jedoch neben der Begriffserl�uterung (1. haupts�chlich
britisch: Lastwagen; 2. ein Schienentransportfahrzeug; 3. ein langer,
niedriger, seitlich offener von Pferden gezogener Wagen) auch eine
Herleitung. Danach w�re 'lorry' mit dem Dialektausdruck 'lurry' = 'ziehen'
verwandt.