Conradus Oxenreiter von Schreckenmaklitz und Catharina Sinzin von Hasenried heiraten am 21. April 1689 in Weiler i. Allgäu. Soweit, so gut. Mich irritieren allerdings die „Zusatzinformationen“ unterhalb des eigentlichen Eintrags. Es scheint so, als wäre die Braut kurz nach der Hochzeit verstorben. Ein Sterbeeintrag der Catharina Sinzin ist in den Büchern bis April 1690 nicht zu finden, aber Conradus Heiratet am 5. Mai 1690 Gertrudis Bernhartin, mit der er auch Kinder gezeugt hat. So zumindest meine Stichprobe in den Taufbüchern. Allerdings wird Conradus bei seiner zweiten Hochzeit nicht als viduus geführt.
Kann man nun aus den lateinischen Anmerkungen in der ersten Ehe herauslesen, dass diese durch den Tod der Catharina nicht vollzogen werden konnte? Das würde Sinn ergeben. Hinderlich für mich ist, dass ich die einzelnen Worte nicht vollständig entziffern kann und zu einer Übersetzung fehlen mir schlicht die Lateinkenntnisse. Vielleicht erklärt sich auch der fehlende Sterbeeintrag.
ich lese wie Du, dass die Braut starb bevor die Ehe vor Gott „wirksam“ wurde. Wenn aber die Ehe nicht vollzogen wurde, kann sie annuliert werden. Dann gibt es auch keinen Witwer. Woher stammt die Braut? Ist sie evtl. im Heimatort gestorben? Oder hat sie sich suizidiert und wird deshalb nicht im KB erwähnt?..
Ich war übrigens wegen meiner Ochsenreither-Vorfahren wieder im LK Lindau. Habe jetzt [wahrscheindlich] das noch fehlende Verbindungsglied gefunden.
Der seit 1689 verwitwete Johannes/Hans Oxenreuter war der Vater von Michael O. Über ihn habe ich eine schwer lesbaren Text gefunden, bei dessen Transkription jede Hilfe wertvoll wäre (siehe Link auf meine Dropbox). Nach dem Tod von Hans O. 1707 zog der noch sehr junge Michael O. von Rehlings (früher Reulings) in die Pfalz.
die Catharina Sinzin ist aus Hasenried gekommen. Nun gibt es das Hasenried bei Lindenberg i. A., das Hasenried in Sulzberg bei Kempten und einen Hof Hasenried bei Blitzenreute. Da könnte ich noch nachschauern, ob es einen Sterbeeintrag gegeben hat. Danke für den Hinweis.
Bei meinen Ochsenreitern und Angeheirateten bewege ich mich noch um die Orte Weiler-Simmerberg, Lindenberg und Scheidegg. Rehlings liegt ja schon fast am Bodenseeufer. Deine Quelle, die du in dropbox stehen hast, macht mir echte Schwierigkeiten. Da kann ich nur raten, zumindest erkenne ich den Namen von Hanß Oxenreutin, einen Bartholome (eventuell ein Pater) und als Kind einen Jerg O. Einen Michael erkenne ich daraus nicht. Als Orte sind Reulings und Niderhauß erkennbar, beide Orte links von der B12 und etwa 4 km von Lindau entfernt. Deine Quelle sieht aber nicht nach Kirchenbuch aus, eher als städtische oder herrschaftliche Aufzeichnung. Liege ich richtig? Wo hast du das gefunden? Woher kam dein Hanß O.?
Mit der Identifizierung der herrschaftlichen Aufzeichnungen für die Herrschaft Altenburg, mein vorerst wichtigster Anknüpfungspunkt, tue ich mich schwer. Wenn du dafür einen Tip für mich hättest, wäre das äußerst willkommen. Da alle relevanten Rechte im 16. Jahrhundert sukzessive an die Habsburger gingen und ich die Verwaltung dafür in Innsbruck vermute, tippe ich auf das Tiroler Landesarchiv.
der Text über Hans Ochsenreutin aus Reulings/Rehlings stammt aus dem Band Lindauer Ratsprotokolle von 1693, Stadtarchiv Lindau.
Mein bisheriger Transkriptionsversuch sieht wie folgt aus: „Hans Oxenreutins von Reulings [Rehlings bei Weißensberg] Bruder Bartholomeus … 2 Kinder hinterlassen dem Mägdlein bei Bruder Jerg, den Bub [?] hab man zum Niederhaus [unweit von Rehlings] zum … gethan, dann nun dieser Tage ihn nach Haus gebracht … [wegen Zustands…?] ein Haus da er nicht gehen könne, man hat ihn abgewisen, sie können die 2 Kinder … erhallten“
Diese Textpassage könnte die Situation des Witwers Johannes Oxenreuter und seiner zwei 6 bzw. 10 Jahre alten Kinder beschreiben, über die Folgendes bekannt ist: Johannes Oxenreuter stammte aus Bösenreutin (Hochzeitseintrag im KB von Oberreitnau), lebte mit seiner Familie in Reulings=Rehlings, wo er 1683 Elisabeth Mägerlin aus Bregenz heiratete. Das Ehepaar bekam zwei Kinder: 1684 Michael und 1687 Barbara. 1689 starb Elisabeth. Der verwitwete Vater heiratete nicht mehr und starb 1707, ebenfalls in Reulings=Rehlings.
Bzgl. der Archivquellen für Weiler und Umgebung sollte das Heimatkundliche Dokumentationszentrum des Landkreises Lindau in Weiler (https://www.landkreis-lindau.de/Schnellnavigation/Startseite/index.php?ModID=9&object=tx%7C2562.1&FID=1188.534.1 ) weiterhelfen können. Da der langjährige Leiter, Herr Andreas Kurz, demnächst in den Ruhestand geht, empfiehlt sich eine rasche Anfrage, denn bis sein/e Nachfolger/in sich soweit eingearbeitet hat, dass er/sie Dir Auskunft geben kann, dürfte einige Zeit dauern.