Kirchen in Königsberg

Liebe Mitforscherinnen und Mitforscher,

heute habe ich mal eine Frage zu K�nigsberg.
Im Gemeindelexikon von 1907 wird als evang. Kirchspiel die Luisengemeinde genannt, welche Kirche geh�rt denn dazu ?
Habe folgende zur Auswahl aus der Topographie von 1820, die meiner Meinung nach in Frage kommen:
Altst�dtsche Pfarrkirche,
Kneiph�fsche Pfarrkirche,
K�niglich lutherische Schlo�kirche,
Haberbergsche Kirche,
Sackheimsche Kirche,
Tragheimsche Kirche,
oder gar noch eine andere ?

Au�erdem frage ich mich, ob das Kirchspiel K�nigsberg im Gemeindelexikon die Altst�dtsche Pfarrkirche oder die Kneiph�fsche Pfarrkirche ist. Vielleicht liege ich hier ja auch ganz falsch.

Ich hoffe, dass sich einige hierbei gut auskennen und bedanke mich schon mal im voraus f�r die Antworten.

Herzliche Gr��e,

    Fritz (Loseries)

Lieber Fritz,
es mu� sich wohl um die K�nigin-Luise-Ged�chtniskirche (eingeweiht 9.9.1901) handeln, die heute noch gut erhalten ist, weil man dieses Geb�ude 1971 - 1976 zum Puppentheater umgebaut hat. Auf den ehemaligen Friedhof der Luisengemeinde wurde vor 10 Jahren die Auferstehungskirche (mit der Ev.-luth. Propstei) errichtet.
Weiteres ist auch unter http://www.propstei-kaliningrad.info/ zu finden (nat�rlich keine alten Kirchenb�cher):
http://www.propstei-kaliningrad.info/index.php?option=com_content&view=article&id=93%3Ajubilaeum&catid=48%3AArchiv&Itemid=80&lang=de
http://www.propstei-kaliningrad.info/index.php?option=com_content&view=article&id=94%3Aeinweihung&catid=48%3AArchiv&Itemid=80&lang=de
Viele Gr��e
Joachim (Rebuschat)

Fritz Loseries schrieb:

Lieber Herr Loseries,

die Luisenkirche - eigentlich Königin-Louise-Gedächtniskirche - wurde seit
1899 gebaut und am 9.9. 1901 eingeweiht. Die Gemeinde wurde am 1. Juli 1902
von der Altstädtischen Kirchengemeinde "abgezweigt". Die Luisengemeinde
umfasste: Vorderhufen, Mittelhufen, Amalienau und die Neue Bleiche.

Die Bezeichnung "Kirchspiel: Königsberg..." im Gemeindelexikon ist für den
Stadtkreis Königsberg sicherlich etwas irreführend. Die Stadt Königsberg war
eine eigene "Diözese" - sprich Superintendentur - mit (1905) 11
Kirch-spielen, darunter auch die von Ihnen aufgezählten. Dazu wären noch
ergänzen:
Altrossgarten
Großes Hospital
Löbenicht
Neurossgarten
Luisengemeinde (auf den Hufen)
Steindamm
Ponarth

Die Kneiphöfische Pfarrkirche ist der Königsberger Dom.

Zusätzlich dazu gab es noch Geistliche im Krankenhaus der Barmherzigkeit,
Vereinsgeistliche der Stadtmission und der inneren Mission. Die
Schlosskirche gehörte nicht zur Diözese Königsberg sondern war eigenständig
und wurde von den Hofpredigern "bedient", die die Praesiden des
Konsistoriums waren. Ausserdem gabe es noch die selbständige
Universitätspredigerstelle.
Die deutsch-reformierte Pfarrstelle in der Burgkirche sowie die
Französisch-reformierte Kirche wurden zur Reformierten Kirche gezählt.

Zu dem Ganzen kann man nachlesen: Walther Hubatsch, Geschichte der
Evangelischen Kirche Ostpreussens, Göttingen, 1968

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Christoph Surkau

Lieber Herr Surkau, Herr Hofleit und Joachim Rebuschat,

herzlichen Dank f�r Ihre/Eure Erkl�rungen und Hinweise.

Herzliche Gr��e,

    Fritz (Loseries)

Hans Christoph Surkau schrieb: