Kinder fingerspiele

Liebe Listteilnehmer,
      Kennen Sie diese Fingerspiele? Es geht so: Die Kuckoo und die Tempelmuss, die seten beten Loge..................................................und stuck die Muss im Loge. Man macht das auf dem Arm von dem Kind.
      Danke f�r deine Hilfe.
  Karla Nurnberg

Hallo Karla,
hat jemand dein R�tsel l�sen k�nnen?
Leider habe ich auch nichts gefunden. Ich vermute etwas mit einem Kuckuck und einer Tempelmaus? Vielleicht ist der Text selber ausgedacht worden?
Viele Gr��e
Margit (Rose-Schmidt)

-----Urspr�ngliche Nachricht-----
Kennen Sie diese Fingerspiele? Es geht so: Die Kuckoo und die Tempelmuss, die seten beten Loge..................................................und stuck die Muss im Loge. Man macht das auf dem Arm von dem Kind.
      Danke f�r deine Hilfe.
  Karla Nurnberg

Hallo Karla,

vermutlich liege ich v�llig daneben, aber mich erinnert an "Arm eines Kindes" in Zusammenhang mit einer "Maus" nur etwas, was man mit ganz kleinen Kindern zu deren Erheiterung und Ablenkung macht: Man "krabbelt" (ein bi�chen kitzelnd) mit den Fingern den Arm eines kleinen Kindes hoch und sagt dazu: "Kommt die Maus die Treppe hochgeklettert", zieht ein kleines bi�chen an den Ohren: "klingelt an", dann klopft man an die Stirn des Kindes "klopfet an", zieht ein bi�chen an der Nase des Kindes: "kommt heraus der Nasemann". Und die Kindlein sind am�siert und lachen.

Ich kann deine Nachfrage gut verstehen. Ich suche seit Jahren nach einem Begriff, den mein Vater mir hinterlassen hat, jemand hat ihn als kleines Kind in der "M�nnemenne" (phonetisch) getragen. Ich habe �berall nachgefragt, bei so ziemlich allen Kulturen dieser Welt. Bislang gibt es bei niemandem ein Aha-Erlebnis. Mein Onkel hat mir diesen Begriff best�tigt, wei� aber auch nicht, was das gewesen sein k�nnte.

Viele Gr��e und mit allen guten W�nschen, dass du dem R�tstel auf die Spur kommst - Karin

Margit Rose-Schmidt schrieb:

Hallo Karin,

<< jemand hat ihn als kleines Kind in der "Männemenne" (phonetisch) getragen >>

vielleicht ein relevanter Hinweis: Bei uns hier, im südhessischen Raum (aber auch im viel weiter nordwestlich gelegenen Westerwald
und auch links des Rheins an der Ahr; dort heißt es jeweils "Mann", was der frz. Aussprache entspricht) ist im Dialekt eine "Manne"
ein Korb (mit Henkeln); z.B. ist eine "Wäschmanne" ein Wäschekorb. Das Wort "manne" stammt aus dem Französischen (wo es "Korb"
bedeutet), kann also durchaus auch in weiteren Regionen verwendet worden sein (woher stammte Dein Vater?).

Und in einem Korb kann ein Kind durchaus geschaukelt oder getragen worden sein.

Viele Grüße,

Jürgen

Hallo Jürgen,

das ist ja ein sehr interessanter Hinweis! Mein Vater stammt aus
Halberstadt, einer Hochburg der Hugenotten. Zur Zeit Napoleons findet
man auch viele französische Wörter in den Kirchenbüchern. Der
französische Einfluß hat sich lange gehalten, so ging z.B. meine Oma,
geb. 1906, Zeit ihres Lebens nicht auf einer Straße spazieren, sondern
immer auf einer Chaussee. Sie saß auch nie auf einem Sofa, sondern
stets auf einem Chaiselonge.

Mein Vater war der Meinung, dass es sich um einen Tragegurt bzw. ein
Tragetuch gehandelt haben muss, etwas, was es in meiner Kindheit noch
gar nicht (oder nicht mehr) gab, was erst seit wenigen Jahrzehnten
populär ist.

Viele Grüße - Karin

Hallo Karin,

<< jemand hat ihn als kleines Kind in der "Männemenne" (phonetisch)
getragen >>

vielleicht ein relevanter Hinweis: Bei uns hier, im südhessischen Raum
(aber auch im viel weiter nordwestlich gelegenen Westerwald und auch
links des Rheins an der Ahr; dort heißt es jeweils "Mann", was der

frz.

Aussprache entspricht) ist im Dialekt eine "Manne" ein Korb (mit
Henkeln); z.B. ist eine "Wäschmanne" ein Wäschekorb. Das Wort "manne"
stammt aus dem Französischen (wo es "Korb" bedeutet), kann also

durchaus

Hallo,
im hessischen/odenwälderischen Idiom spricht man von "MANNE" mit offenem
A wie in Englisch ALBERT von einem Kartoffellesekorb handgeflochten aus
Weidenruten, später auch aus Blech; natürlich auch für andere Zwecke
verwandt, z.B. zum Feuerholz holen o.ä.
Gruß Jürgen (Winkler)

Hallo Karin,

<< Der französische Einfluß hat sich lange gehalten, so ging z.B. meine Oma, geb. 1906, Zeit ihres Lebens nicht auf einer Straße
spazieren, sondern immer auf einer Chaussee. Sie saß auch nie auf einem Sofa, sondern stets auf einem Chaiselonge. >>

das ist aber ganz und gar nicht nicht allein auf hugenottischen, sondern auf allgemein verbreiteten Einfluß der französischen
Sprache im 18. und 19. Jh. zurückzuführen. Auch bei uns in Aschaffenburg, Frankfurt/Main, Darmstadt und Mainz gab und gibt es heute
noch immer (!) im im südhessischen und Pfälzer, also rheinfränkischen Dialekt - außer "Manne" - das Trottoir für den Gehsteig, die
"Schóssee" (frz. chaussée) für die breitere, befestigte Straße (die normale ist die "Gass"), die "Schäslong" (frz. chaiselongue),
die "Latwersch" (Latwerge, aus frz. latuaire) für Zwetschgen- oder Pflaumenmus, die "Dúnsel" (frz. donzelle "Fräulein, Dame), die
"Kolter" für die Wolldecke (frz. colte), der "Kummärs" für "Trubel, Umstände" (frz. commerce), die "Gruusel" für "Stachelbeere"
(frz. grosseille), die "Schees" (frz. chaise) für den Wagen, die Bagaasch (bagage) für Gesellschaft und viele, viele weitere Worte
französischen Ursprung.

Man muß wirklich genau hinsehen, um zu erkennen, welche vielen Worte in unseren Dialekten alle aus dem Französischen stammen und
gerade noch im Dialekt viel langlebiger sind als im Hochdeutschen.

Viele Grüße,

Jürgen

<< Der franz�sische Einflu� hat sich lange gehalten, so ging z.B.
meine Oma, geb. 1906, Zeit ihres Lebens nicht auf einer Stra�e spazieren, sondern immer auf einer Chaussee. Sie sa� auch nie auf
einem Sofa, sondern stets auf einem Chaiselonge. >>

das ist aber ganz und gar nicht nicht allein auf hugenottischen,
sondern auf allgemein verbreiteten Einflu� der franz�sischen Sprache
im 18. und 19. Jh. zur�ckzuf�hren.

Hallo J�rgen und in die Runde,

das ist mir nat�rlich auch bekannt. Sprachentwicklung �berhaupt ist ein ganz spannendes Thema. Wer sich daf�r interessiert, dem empfehle ich B�chlein wie "Franz�sisch im Berliner Jargon" oder "Jiddisch im Berliner Jargon" - recht am�sant geschrieben und informativ. Weitere Hinweise findet man im Internet. Sie kosten ca. 5,00 Euro.

Eine kleine Kostprobe aus dem letztgenannten:
"Kommste gerade von de Maloche?" "Nee, ick komme vom Zocken!", hallt es zur�ck. "Wat sagt'n Deine Mischpoke dazu?" (...)
Malacha hei�t auf hebr�isch die Arbeit, also geht einer, der malochen geht, seiner Arbeit nach. (...) Mischpoke stammt von der Mischpacha und ist die Familie.

Danke nochmals allen f�r die Hinweise auf "manne" in Verbindung zum gesuchten Wort "M�nnemenne" (phon.)

Viele Gr��e - Karin