Guten Morgen GenWiki-Freunde!
Im Rahmen einer Manuskriptarbeit über die Bezifferung von
Nachfahrenlisten stieß ich auch auf die GenWiki-Seite:
http://wiki-de.genealogy.net/Nummerierung_der_Generationen
Sehr erfreulich für mich war, daß dort die moderne Zählweise für
die Generationen übernommen worden ist!
Dazu ein kleiner Auszug aus meinem Manuskript mit einem
hübschen Beitrag für unsere "0-Zweifler" aus dem Jahre 1950,
den ich in mein Manuskript übernommen habe:
"Oft wird die Probanden- oder Stammvater-Null "0" allerdings
einfach weggelassen oder nur implizit gedacht, da man Null (0)
gedanklich mit "Nichts" verbindet. Dies ist offensichtlich
auch der Hauptgrund dafür, daß einige genealogische Vereine
noch beharrlich an der Generation I für den Probanden festhalten
(z. B. der "Verein Familien- und Wappenkunde in Württemberg und
Baden e. V.", bei der Ahnenliste von Friedrich SCHILLER).
Wir folgen hier einem frühen Befürworter des
Rösch-0-Vorschlages, der dazu in der oben genannten Diskussion
"Zur Frage der Generationsbenummerung" schon 1950 schrieb:
"Der Vorschlag, dem Probanden die Generation 0 zu geben,
wird lebhafte Diskussionen hervorrufen. Die Ablehnenden hängen
zu sehr an dem Gedanken, daß Null = Nichts bedeutet. Dabei
handelt es sich hier ja nur um eine Systematik, nicht um eine
Bewertung. Beim Thermometer ist der Nullpunkt auch eine
Realität von gleichem Wert wie +1 usw.; auch bei der
graphischen Darstellung ist der Nullpunkt eigentlich der
Ausgangspunkt = origo. Nun ist die Generationsbezeichnung
eine Zahlenreihe und dabei die 0 ebenso eine Ziffer wie die
anderen auch. Die Generation 0 wäre also keine Herabsetzung
zum Nichts, sondern eine Anfangs- oder Ursprungsgeneration
(Karl WALLENFELS: in "Der hessische Familienforscher" (1950),
H. 5, Sp. 70-73)".
Weniger erfreulich war dann, daß dort die
Kekule-Ahnennummern mit "Kekulé-Zahlen" bezeichnet wird.
Ebenso in:
http://wiki-de.genealogy.net/Kekulé-Zahlen
"-Nummer" wäre wohl sinnvoller, da ja damit eine
besondere Ahnenposition in der AT ausgedrückt werden soll
und diese ist eben eine Nummer, (wenn sie auch aus einer oder
mehreren Ziffern bzw. Zahlen besteht). Doch daß ist das
"kleinere Übel".
Geradezu ärgerlich empfinde ich allerdings die Schreibweise:
"Kekulé" statt "Kekule", also mit Akzent. Schließlich hat sich
Stephan KEKULE von STRADONITZ in allen seinen genealogischen Veröffentlichungen ohne(!) Akzent geschrieben. Sollten wir das
nicht schlechthin akzeptieren? Auch wenn das beim "Taschenbuch
der Familiengeschichtsforschung"(Herausgeber: Wolfgang Ribbe/
Eckart Henning) 13. Aufl. 2006, immer noch nicht angekommen
ist.- ;-((
Früher schrieb sich die Familie noch ohne den Adelszusatz "von
Stradonitz! Erst unser Privatgelehrte und Genealoge Stephan
KEKULE von STRADONITZ, 1863-1933, erreichte für seine Familie
die Wiederanerkennung des Adeltitels "von STRADONITZ".
Siehe die treffliche Arbeit von Josef A. RAIMAER (Vater des Genealogen Wolfgang RAIMAR!): "Kekule - Kekulé - Kekule von Stradonitz"; in: Genealogisches Jahrbuch (1970), Bd. 10, S. 47-52.
Dort heißt es am Ende: "Die traditionell und urkundlich einzig
richtige Namensform und Schreibweise ist Kekule."
Es gibt auch eine Biographie von Stephan KEKULE von STRADONITZ mit
einem vollständigen Verzeichnis seiner Schriften aus dem Jahre 1938:
"Stephan Kekule von Stradonitz. Lebensabriß und
Schriftenverzeichnis". Verfasser ist der seinerzeit bekannte
Genealoge Peter von Gebhardt, (41 Seiten, vom Verein
"Herold" Berlin herausgegeben).
Auch dort wird überall die Schreibweise ohne Akzent verwendet!
Kritiker werden mich aber jetzt darauf aufmerksam machen,
daß sein Vater, der große Chemiker (Entdecker des Benzolringes!)
oft mit Akzent als "August Kekulé" geschrieben wird und so auch
in die chemische Literatur eingegangen ist. Aber dort immer noch
ohne(!) "von Stradonitz" !
Das ist richtig, aber es hatte dann nach der Adelsanerkennung keine Gültigkeit mehr. Für solche Namensfragen haben sich die Autoren der
Chemie und der Lexika wohl auch wenig gekümmert.-
Auch in den "Ahnentafel berühmter Deutscher" von 1929/1932
existiert eine AT von Stephan Kekule von Stradonitz;
1. Band, S. 216. Bearbeitet von Dr. Johannes Hohlfeld.
Auch dort alles ohne Akzent!
Später erschien nochmals in dieser Reihe eine ergänzte AT
seines Vaters: "Ahnentafel des Chemikers August Kekule
von Stradonitz" (1939), Bd. 5, S. 139-144. Auch dort alle
Ahnen "Kekule" ohne Akzent!
Ich meine, wir sollten noch so viel Anerkennung und Tradition
diesem großen Genealogen entgegenbringen, d. h. ihn so schreiben,
wie er es selbst(!) getan hat und hier nicht "besserwisserisch"
sein wollen.-
Für mathematisch Interessierte sei bei dieser Gelegenheit noch
auf die "schöne Harmonie" zwischen Kekule-Ahnennummer und dem
Dualsystem des großen LEIBNIZ hingewiesen, dem Ahnvater unseres
Computers, der ja nur mit den Zahlen 0 und 1 rechnet.
Darüber schrieb ich in meinen Internetseiten u.a.:
"Die komplizierten Verhältnisse der x-chromosomalen Vererbung
innerhalb der Ahnentafel (AT) können wir am elegantesten mit
der dualen Kekule-Ahnen-Nr. beschreiben und berechnen!
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), der größte Sohn Leipzigs,
lässt grüßen! Bekanntlich hat Leibniz das Rechnen mit den bloßen
Ziffern Null und Eins begründet! Das Dualzahl-Aufbauprinzip
entspricht ganz dem (theoretischen) Ahnentafelschema. Beide
wachsen bezüglich Nummern bzw. Personen eisern nach
Zweierpotenzen. Dieser Dualzahl-"Stammbaum" bietet uns
daher auch ein wunderschönes Schema zum wechselseitigen
Umrechnen von Dezimal- und Dualzahlen...."
Vgl. dazu auch die fünf erläuternde Grafiken unter:
(erst seit einigen Tagen dort)
http://www.goethe-genealogie.de/fachbegriffe/dualzahlsystem.html
(hier schon einigen Jahren an versteckter Stelle).
Vielleicht findet sich jemand, der die entsprechenden Korrekturen
in GenWiki vornimmt. Ich selbst habe dazu (noch) "keinen Nerv",
ich habe sogar für meine beiden eigenen Internetseiten zwei
WebMaster, die für mich diese "computer-technischen" Arbeiten freundlicherweise erledigen.-
("Jeder sollte im Alter freiwillig nur das tun, was er noch
einigermaßen kann".)
Mit freundlichen Sonntagsgrüßen!
Arndt (Richter)