Angesichts solcher Fragen, frage ich mich, wie weit unten muß man anfangen ostpreußische Kultur, ostpreußische Art und/oder preußische Geschichte zu erklären
?
Wo Ostpreußen ist, wißt Ihr noch, oder ? Ja, ein bißchen südlich Schweden, noch einmal weiter als Bornholm. Ostpreußen hat nichts mit Südostpreußen oder
"Poznan" oder sonstwas zu tun. Litauen kann auch eine Landschaft in Ostpreußen sein und bedeutet dann nicht, daß es Republik Litauen ist. Und in Ostpreußen
ist der Mann nicht aufgestanden, um in gewienerten Stiefeln irgendwelchen polnischen Zwangssklaven in den Allerwertesten zu treten ... Da haben mal ganz
treudeutsche, anständige Leute gewohnt, die in ihrer Art des kleinen Mannes im Grunde nicht anders gedacht haben, als in Hessen oder Schleswig-Holstein. Die
haben ihre Heimat genauso gerecht verloren, wie Schleswig Dänemark zugesprochen worden wäre, um anschließend die Schleswiger aus ihrer Heimat zu jagen
und deren Eigenart und Kultur zu zerstören. - Elche standen in Ostpreußen nicht unter Naturschutz, aber nicht jeder konnte einen Elch schießen. (Hätte ich wohl
auch nicht über's Herz gebracht.) Die Russen haben die Elche bald durch das Blenden mit Autoscheinwerfern und ihren Kalaschnikows nach russischer
Waidmannsart ausgerottet. Falls es dort heute noch Elche gibt, die sich wieder über die Memel dahin gewagt haben, werden sie wohl geschützt sein, aber wer will
das bei den Burschen kontrollieren?
Muß ich das noch ins Englische übersetzen ?
"Swedish Meatballs" und Königsberger Klopse haben miteinander etwa so viel zu tun wie Mohnbrötchen mit Kümmelbrot.
Schwedische Fleischklößchen (Köttbullar)
Zutaten: 300 g Rinderhackfleisch, 3 EL Paniermehl, 1 EL sehr fein gehackte Zwiebel, 1 Ei, Salz und Pfeffer, Butter zum Braten.
Zubereitung: Paniermehl in eine Schüssel geben und 100 ml Wasser zugeben und etwas quellen lassen. Die übrigen Bestandteile zugeben und mit dem Hackfleisch
zu einer geschmeidigen Masse verarbeiten. Kleine Fleischbällchen formen und bei mittlerer Hitze hellbraun _braten_.
Die Fleischklößchen werden auch gern kalt zu Weißbrot gegessen.
Königsberger Klopse (eine von mehreren Variationen)
Zutaten:
a. Klöße: 500 g Hackfleisch (halb Schwein und halb Rind), 2 alte Brötchen, 1/2 sehr fein gehackte Zwiebel, 1 Ei, Salz und Pfeffer. 1 Lorbeerblatt, Essig zum
Kochen.
Zubereitung: Die Brötchen reiben. Mit all den anderen Zutaten eine Fleischmasse mit Salz und Pfeffer bereiten, daraus kleine runde Klopse, 5 cm Durchm., formen
und in kochendem Salzwasser mit einem guten Schuß Essig und dem Lorbeerblatt etwa 10-15 min _garen_ lassen.
b. die helle Soße: 1/2 l der Kochbrühe, 2 EL Butter, etwa 2 EL Mehl, Essig, Kapern, Schmand/Saure Sahne, 1 Eigelb, Kapern.
Zubereitung: Die Brühe wird mit Schmand (Saurer Sahne) verrührt, mit Mehl (auch mit Semmelbröseln) gebunden, die Butter hinzugegeben, mit Essig und
Schmand, vielleicht etwas Zucker abgeschmeckt und die Klopse darin noch einmal aufgekocht. Schließlich wird die Soße mit dem Eigelb legiert, d.h. nicht mehr
gekocht, nur heiß verrührt, und zum Schluß die Kapern hinzugegeben.
Dazu reicht man Kartoffeln.
Die schwedischen Köttbullar (= "Fleischwecken") sind deftig gewürzte Bratklopse; die Königsberger Klopse sind sauer gemachte und gekochte Fleischklopse. (Es
gibt auch noch ähnliche saure Thüringer Klopse.) In Ostpreußen hat man gern süßsauer gegessen, jedoch nicht süßsauer wie in Asien (Fleisch - Frucht), sondern
meist essigsauer (Fleisch - Essig/Zitrone/Schmand). Die Schweden essen gern auch etwas englisch (Braten mit Pfefferminzsoße), brrrrr!
Thomas Salein
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