Karlitschek gargula

Guten Morgen liebe Listenteilnehmer,
hat jemand eine Idee von wo folgende Namen stammen könnten. Richtig Deutsch erscheinen die mir nicht. Geboren um Mitte 1750 wurden die Personen angeblich in Hussinetz oder Umgebung.

EWA MARYE GARGULA
FRANTISEK GARGULA
TOMAS GARGULA

JOSEPH KARLITSCHEK
KATERINA KARLITSCHEK

dietmar.hoffmeister@t-online.de

Lieber Dietmar,

Husinec bei Prachatice ist der Geburtsort des
b�hmischen Reformators Jan Hus (um 1370-1415). Dies
liegt im B�hmerwald westlich von Ceske Budejovice.

Auch die anderen Namen scheinen "deutsch geschriebene"
tschechische Namensformen zu sein. Ich w�rde also mal
in B�hmen und M�hren (Tschechische Republik) suchen.

Eva Marie, Frantisek und Tomas Gargula (auf dem s
jeweils ein "Dach", gesprochen sch)
Josef und Katerina Karlicek (auf dem c ein Dach,
gesprochen tsch)

Dietmar Hoffmeister <Dietmar.Hoffmeister@t-online.de>
schrieb:

Dietmar Hoffmeister schrieb:

Guten Morgen liebe Listenteilnehmer,
hat jemand eine Idee von wo folgende Namen stammen k�nnten. Richtig Deutsch erscheinen die mir nicht. Geboren um Mitte 1750 wurden die Personen angeblich in Hussinetz oder Umgebung.

EWA MARYE GARGULA
FRANTISEK GARGULA
TOMAS GARGULA

JOSEPH KARLITSCHEK
KATERINA KARLITSCHEK

Hallo Dietmar, hallo Sonja,
Hussinetz war auch eine der auf Befehl Friedrichs II. nach 1741 gegr�ndeten Kolonien der B�hmischen Br�der. Es liegt in nur 2 km Entfernung am s�dlichen Stadtrand von Strehlen, hatte 1939 1517 Einwohner und hei�t heute Gesiniec.

Die alten Hussinetzer Familiennamen finden Sie im "Ortsfamilienbuch von Hussinetz" von Dr. Ditmar K�hne, �ngerlein 38c, 95326 Kulmbach, Tel. 09221-4327.
Es behandelt den Zeitraum von 1700 bis ca. 1875 und kostete fr�her 90 DM.

Zur Geschichte der Kolonie hier ein Auszug aus der "Chronik Stadt Strehlen", der bereits vor drei Jahren �ber die Liste ging:

Die Gr�ndung von Hussinetz 1749 � 1752

Der Aufbau der b�hmischen Kolonie Hussinetz bei Strehlen geht in
folgender Weise vor sich:
Am 30. April 1749 schlie�en die b�hmischen Siedler aus M�nsterberg mit
dem Magistrat in Strehlen �ber die in der Strehlener Altstadt liegenden
beiden Vorwerke, die ihnen vom Strehlener B�rgermeister Johann Ruths im
Jahre vorher wegen Unwirtschaftlichkeit zum Kauf angeboten waren, einen
Vertrag auf nachstehender Grundlage ab: �Die Stadt Strehlen verkauft der
b�hmischen Gemeinde das Ober- und das Niedervorwerk, die 300 ha
Fl�cheninhalt umfassen, mit den dazu geh�rigen 2 Wohngeb�uden, 4
Scheunen und Stallungen, der Sch�ferei, den Aeckern, 4 G�rten, den
Wiesen, der Fischerei in der Ohle, so weit sie durch die Vorwerks�cker
flie�t, den Waldungen, den auf den Aeckern befindlichen Steinbruch, den
Wirtschaftsger�ten und dem Bestand an Pferden, Rindern und Schafen f�r
10500 Reichstaler. Die K�ufer zahlen bar 2000 Tlr. von ihren in Holland
und in der Schweiz bei evangelisch-reformierten Glaubensgenossen
gesammelten Geldern und am Tage der Uebernahme 5000 Tlr. einschlie�lich
1882 Tlr. von der in Preu�en veranstalteten Sammlung. Ueber die
verbleibenden 3500 Tlr. wird eine Hypothek (Pfandverschreibung) mit
6%iger j�hrlicher Verzinsung ausgestellt. Die auf den Vorwerken
haftenden Steuern von 294 Tlrn. werden von den K�ufern �bernommen und
mit monatlich 24 Tlrn. abgezahlt. Die K�ufer sind frei von
Untert�nigkeit und stehen nur unter der Jurisdiktion (Rechtsspechung)
der Breslauer Kriegs- und Dom�nenkammer. Sie versprechen, weder
Brauereien noch Brennereien auf den erkauften Grundst�cken anzulegen und
keine Profession (Gewerbe) zum Schaden der Strehlener Handwerker zu
treiben. Die in der Gellerei (hinter der Altstadt) vorhandenen
eingefa�ten Quellen, deren Wasser nach der Stadt geleitet wird, bleiben
Eigentum der Stadt. Auch beh�lt die Stadt das Recht, schadhaft gewordene
R�hren auszubessern und neu zu legen, ohne f�r das Betreten der Aecker
und die dabei vorkommende Besch�digung von Feldfr�chten eine
Entsch�digung zahlen zu m�ssen.
Den Vertrag mit dem Strehlener Magistrat schlie�t nicht eine Abordnung
aller Siedler ab, die etwa 124 Familien mit 507 Seelen stark sind,
sondern nur eine solche des allerdings gr��eren Teiles aus �ber drei
Viertel der Siedler; der kleinere Teil h�lt sich zur�ck, tritt aber den
Abmachungen bei, weil ihnen nichts anderes �brig bleibt. Die Uneinigkeit
unter den B�hmen reicht bis in die Zeit ihres Aufenthaltes in
M�nsterberg (1742�1749) zur�ck und erkl�rt sich folgenderma�en:
Die B�hmen waren fromme Menschen, und ihr brennendster Wunsch, ja ihre
Hauptbedingung f�r den Auszug aus B�hmen bestand darin, in Schlesien
�ber eine eigene Kirche mit einem eigenen Geistlichen verf�gen zu
k�nnen, der ihnen das g�ttliche Wort nach der Confessiv (Bekenntnis) der
b�hmischen Br�der von 1494 predige. K�nig Friedrich II. schickt von
Berlin aus, wo er 1732 die ersten B�hmen angesiedelt hat, den
reformatorischen Prediger Liberda nach M�nsterberg. Liberda f�hrt
dorthin die ersten 30 Siedler, denen ein Vierteljahr sp�ter weitere 475
mit 122 Pferden, 34 Rindern und einigen Ziegen folgen. Zur Abhaltung des
Gottesdienstes erh�lt er einen Raum im Ratshause zugewiesen. Als er
schon Ende 1742 stirbt, kommt aus Berlin in k�niglichem Auftrage der
evangelische Prediger Macher. Dieser tritt wohl f�r die Gemeinde
tatkr�ftig ein, aber ebenso stark f�r sich selbst, denn er hofft von
Anfang an, fest angestellter Geistlicher zu werden. Selbst eifriger
Lutheraner, versucht er, seine Zuh�rer f�r das lutherische Bekenntnis zu
gewinnen. Aber seine Bekehrungsversuche mi�lingen zum gr��ten Teil, und
da er infolge seines hitzigen Wesens sich �berdies mit den M�nsterberger
Beh�rden �berwirft, mu� er weichen. Nun sollen sich die B�hmen selbst
einen Prediger w�hlen. Nach langem Suchen finden sie einen ihresgleichen
namens Wenzeslaus Blanitzki. Auf religi�sem Gebiet hatte er eine bewegte
Vergangenheit hinter sich. Katholisch getauft und in einem katholischen
Kloster erzogen, wird er in Holland evangelisch, studiert dort Theologie
und kehrte als reformierter Geistlicher nach Deutschland zur�ck. Da
Macher seine Anh�nger in M�nsterberg von Berlin aus weiter bearbeitet,
gibt es jetzt 2 religi�se Parteien unter den B�hmen. Die Partei Macher
setzt durch, da� wieder ein lutherischer Geistlicher mit Namen Pintzker
nach M�nsterberg kommt. Aber Blanitzki denkt nicht daran zur�ckzutreten
und, als 1748 die Verhandlungen mit Strehlen einsetzen, unternimmt er
wiederholt Reisen nach Holland und der Schweiz, um r�hrig Geldspenden
f�r den Ankauf der Strehlener Vorwerke zu sammeln. Das gelingt ihm. So
gewinnt er die Herzen der Siedler und zieht immer mehr auf seine Seite.
Die Gegenpartei, die nur noch �ber die Stimmen von ungef�hr 33 Familien
mit 120 Seelen verf�gt, wird schachmatt gesetzt. Pintzker mu�
verschwinden, und Blanitzki kommt mit seinen Anh�ngern bei den
Strehlener Verhandlungen allein zum Zuge. Inzwischen haben die B�hmen
auf den Rat Blanitzkis die Bezeichnung Hussiten abgelegt, weil sie die
Erinnerung an die grauenhaften, nie vergessenen Hussitenkriege in
Schlesien (1427�1436) immer wieder wachruft, und nennen sich jetzt
unverf�nglich B�hmisch-Reformierte.
Auch der Wunsch nach einen eigenen Gotteshaus geht den Siedlern in
Erf�llung. Obwohl selber ein Freigeist, sieht der K�nig die Bitten der
Strehlener B�hmischen als berechtigt an, ebenso wie er den B�hmischen
Reformierten in Berlin an der Friedrichstra�e die Bethlehem-Kirche
erbaut und denen in Breslau 1742 die Genehmigung zum Bau der Hofkirche
erteilt hat. Er �berweist den Bewohnern Strehlens cum jure parochiali
(mit dem Recht, ein Kirchspiel zu bilden) �zur Uebung und Haltung ihres
Gottesdienstes" die Evangelische Begr�bniskirche in der Strehlener
Altstadt mit Friedhof, Totengr�berhaus und Acker, ein einfaches
Kirchlein unter hohen Linden ohne Turm und mit grauem Schindeldach, die
�lteste des Fleckend Strelyn aus dem 13. Jahrhundert (nicht aus dem 12.,
wie es oft hei�t). Nach den Vorschriften ihrer Religion wandelt
Blanitzki, der jetzt an ihr fest angestellt wird, sie in ein
b�hmisch-reformiertes Gotteshaus um ohne Altar und Kruzifix und
Lichtern, sondern nur mit einem gedeckten Tisch unter der Kanzel und mit
schmucklosen nackten W�nden ohne jedes Bild. Der Gottesdienst verl�uft
ebenfalls sehr einfach und besteht ohne Liturgie lediglich aus Gebet,
Schriftverlesung am Abendmahlstisch und Predigt, alles umrahmt vom
Gemeindegesang.

Gr��e aus Hilden,
G�nther B�hm