Hallo Herr Fuerst,
der Großvater ist im November ausgewiesen worden. Die russische Front ist so schnell von Sueden her vorgerückt, daß die Einwohner von Kahlau gar keine Zeit mehr zur Flucht hatten. Sie mußten dann dableiben. das Vieh versorgen bis es abgeholt wurde u. die Ernten einbringen. Sie waren rechtlos geworden u. mußten stets damit rechnen abgeholt u. erschossen zu werden. Gegen Ende des Sommers gab es nichts mehr zu essen, sie wären beinahe verhungert. Der Transport in den Westen in Viehwagons dauerte sehr lange, es gab lange Aufenthalte. Sie wurden jetzt von Polen drangsaliert u. verloren ihre restliche Haben. Die Familie meiner Tante, die in den Ural verschleppt wurde u. dort starb kam aus Kahlau. Wir haben sehr lange nach ihr gesucht u. haben sehr viele Informationen erhalten, schreckliche.
Mit freundlichen Gruessen
Renate Kroeber