Käthe Hoffmann

Liebe Breslau-Kenner dieser Liste!

wieder einmal möchte ich mich herzlich bedanken für die Fülle an Informationen, die ihr zusammen getragen habt. Immer noch sind wir mit der Auswertung beschäftigt. Jetzt erst habe ich an die Universität Breslau geschrieben, ob die Dissertation von Käthe Hoffmann dort ist - in Köln ist sie offensichtlich leider nicht. In der Dissertation von Käthe Rosenthal findet sich glücklicherweise hinten eine kurze Autobiographie, in der sie sich bei Käthe Hoffmann bedankt für manche Anregung. Dadurch steht endgültig fest, dass es zwei verschiedene Personen sind und Käthe Hoffmann älter ist als Käthe Rosenthal. Wir hoffen nun sehr, dass wir Hoffmanns Dissertation entdecken und darin auch eine Autobiographie finden, sei sie noch so kurz. Denn in Breslau ist Hoffmann nicht geboren - vielleicht in Deutsch Lissa, das damals noch selbständig war?

Von den vier Höheren Mädchenschulen in Breslau weiß ich nun die Namen: Viktoria-Schule, Augusta-Schule, Cecilienschule und Dietrich-Eckhart-Schule. An welcher Käthe Hoffmann unterrichtet hat, weiß ich nicht. Käthe Rosenthal war an der Viktoria-Schule, auf die ist auch Edith Stein gegangen und diese Schule hat 2007 ihr 100-jähriges Bestehen groß gefeiert, auch mit deutschen Ehemaligen. Ich suche Lehrerlisten aller vier Schulen!

1942, dem Jahr des Verschwindens von Käthe Hoffmann, sind viele Klassen aus Breslau in Schullandheime verschickt worden, zum Teil nach Tschechien, weil die Schulen Breslaus als Lazarette dienen mussten. Von der Flucht solcher Klassen mit ihren Lehrern am Ende des Krieges hab ich gehört. Nicht alle haben überlebt. Aber auch in Breslau konnte man leicht ums Leben kommen. Und wahrscheinlich ist vieles nicht dokumentiert.

Herzlichen Dank noch einmal für alle Mühe, auch im Namen meiner Nichte!

Christa Lippold

Liebe Frau Lippold,

die Suche nach Käthe Hoffmann verfolgt ich mit großem Interesse.

Ganz sicher ist, das Hoffmann und Rosenthal unterschiedliche Personen waren. In den Abhandlungen des Botanischen Museums werden sie beide als Mitarbeiterinnen von Pax genannt. Das schließt freilich nicht aus, das sie beide 1883 geboren sind.

Von daher ist es auch erklärlich, das sie im Breslauer Dissertationskatalog als gleiche Person geführt werden. Wörtlich heißt es: Rosenthal, verheiratete Hoffmann.

Ich glaube nicht, das Hoffmann Professorin war und eine Bekannte noch dazu. Dann würde man etwas in der Literatur und auch im KVK finden.

Eher war sie nach dem Studium als Studienrätin tätig. Zunächst in Breslau, dann vielleicht sonstwo. Jedenfalls taucht sie im Personalverzeichnis der Universität Breslau bis 1945 nicht auf.

Es gibt Publikationen von Pax aus 1912, in denen sie genannt wird. Bei der Promotion von Rosenthal 1916 war sie noch nicht promoviert, sonst wäre es zu der damaligen Zeit so geschrieben worden. Das sie so lange nicht promovierte Assistentin gewesen sein soll, ist für die damalige Zeit auch ungewöhnlich. Denkbar wäre so auch, das sie nicht-wissenschaftliche Assistentin war und erst später studiert hat (vgl. das bekannte Foto). Da die Dissertationen nur bis 1916 verfügbar sind, kann Hoffmann also später promoviert sein, lt. Foto ggf. 1922.

Neben der Diss. würde ich in Breslau auch um den Matrikeleintrag bitten. Der enthält alle wesentlichen Angaben, auch zum Vater.

Und nicht zuletzt wäre auch der Nekrolog von Pax interessant. Dieser könnte 1942 auch einen Hinweis auf den Wohnort von Hoffmann bieten.

Beste Grüße,

Lambert Klinke.

Hallo Christa Lippold,

laut dem Jahrbuch Kunzes Kalender der Lehrer der höheren Schulen, Schuljahr 1941/42, herausgegeben von Oberstudienrat Dr. Ed. Simon, Zweiter Teil, Breslau 1942:

Nr. 1077
Hoffmann, Käthe Dr.
angestellt an einer staatlichen Schule
Assessorin Dienstalter: 1/10 24
Tag der wiss. Arbeit: 12/11 23
Lehrbefähigung: Erdkunde, Physik, Geologie, Mathematik
Bekenntnis: evangelisch
Tag der Geburt: 14/12 95
Studienrätin seit: 1/1 40 (vorher Privatsch.)

Mädchenschule:
König Wilhelm-Schule
Staatliche Oberschule für Mädchen
Paradiesstraße 3/5, F 5 72 91
Gründungsjahr: 1939
Direktor: 1 (m)
O.St.R.: 1 (m)
St. Räte: 8 (m) 7(w)
Oberschull. 2 (w)
St. Ass.: 10 (w)
Hlfstr. 1 (m) 3 (w)
Klassen: 19
Schülerinnen: 563

Liebe Grüße
Astrid (Kreuz)

... noch ein leider nur zum Teil sichtbarer Hinweis in einer englischen Publikation:

Miss Käthe Hoffmann, Instructor at Breslau later at Berlin, Date of Birth not known, Died Dec. 30 1960 (Co author with Dr. Pax)

Außerdem:
Dr. Ferdinand Pax, Prof. of Botany, University at Breslau, born Jan. 26 1853, died Mar. 1 1942

Das müsste sie sein. Damit wäre es wahrscheinlich, dass sie nie geheiratet hat und möglicherweise in Berlin verstorben ist. Die Sperrfrist beim Standesamt ist vorbei. Mit dem Hinweis auf eine wissenschaftliche Arbeit könnte man in Berlin um Hilfe bitten.

An anderer Stelle: Mittelschullehrerin a. D., Berlin-Lichtenrade
Sie war vermutlich Mitglied der Deutschen Botanischen Gesellschaft (auch dort würde ich nachfragen).

Möglich wäre, dass sie eine Mitarbeiterin von Pax war und er ihr väterlicher Freund und Mentor an der Universität Breslau und dem Botanischen Garten dort.
Ein Doktortitel in Botanik war zur damaligen Zeit bestimmt noch außergewöhnlich.

Hoffe, es hilf weiter.

Mehr Grüße
Astrid (Kreuz)

Liebe Frau Kreuz, liebe Frau Lippold,

ich würde Ihnen hier sehr recht geben. Ihre neuesten Erkenntnisse stellen ja auf jeden Fall den Zusammenhang mit Pax her. Da sie bereits mit ihm im Jahr 1912 publiziert hat, ist es aber unwahrscheinlich, das sie die gleiche Käthe Hoffmann ist, die Sie vorhin als Studienrätin genannt haben. Die wäre dann nämlich erst 17 Jahre alt gewesen.

Es sind vielleicht Zufälle, das es im Institut von Pax 2x eine Käthe gab, einmal Rosenthal, einmal Hoffmann. Besagte Studienrätin, die im übrigen im damaligen Sprachgebrauch als Professorin bezeichnet wurde, muss keine Botanikerin gewesen sein. Und eine Dopplung des Namens Käthe Hoffmann in Breslau ist ebenso nicht ausgeschlossen.

Beste Grüße,

Lambert Klinke