hallo Liste,
Hier der 3. Teil zur Geschichte des �stereichich-ungarischen
Adelsgeschlechtes D�ry, die im Buch "Merkw�rdige Ehe" von K�lm�n
Miksz�th (erschienen 1900)beschrieben ist. Hier eine Kritik oder auch
Anmerkungen aus dem Buch "R�gi Magyar Csal�dok" von B�n� Attila
(�bersetzung ist teilweise etwas holperig).
D�ry /Jobah�zer
Der aus dem Adelszweig stammende Endre D�ry wohnt mit seiner Frau in einem Hochhaus in Budafok. Er ist Rentner und zu seinem beliebten Zeitvertreib geh�rt, die heute noch ledenden Mitglieder der Familie aufzusp�ren, beziehungsweise die Aufnahme der Registrierung und Dokumentation der Ahnen, denen man vielleicht auf der Spur eines anderen Zweiges folgen mu�. Wenn man auf seinem Schreibtisch sie hochgestapelten Dossiers sieht, kann man feststellen, dass er eine wirklich einzigartige Arbeit leistet.
Zuerst fragten wir ihn nach der wahren Geschichte der Ehe, die in Miksz�ths Werk verewigt wurde.
- Die Geschichte wurde ausgedacht. Die Figuren im Werk lebten auch in Wirklichkeit, aber sie hiessen anders. Die vorliegende Tochter D�rys hiess nicht M�ria sondern Katalin und sie stammte aus dem Geschlecht der Grafen.
Aus dem Scheidungsprozess mit dem Grafen J�nos Buttler wurde eine sch�ne Geschichte und sie gingen damit zum Pabst. Die Erkl�rung, dass er Katalin mit Gewalt geheiratet h�tte, entspricht nicht der Wahrheit und hat �berhaupt keinen Grund.
Miksz�th, der nicht nur ein ausgezeichneter Schriftsteller war, sondern auch ein gl�ubiger Reformierter, versuchte in diesem Werk die Kleriker unm�glich zu machen.
Soviel ich weiss, als er einmal im Kasino erschien, wurde er wegen seiner Behauptungen �ber D�rys in Rechenschaftsforderungen gezogen und er hat sich damit verteidigt, dass es sich in dem Roman nicht um die Jobah�zer, sondern um die Hal�per D�rys handelt. So eine Familie existiert aber nicht. Die wahre Geschichte hat er dann in einem Buch Ferenc D�ry niedergeschrieben.
Dieser Ferenc D�ry war der Direktor eines Archivs. Diese Schrift ist aber ein langes und trockenes Lesest�ck und nicht unterhaltsam, wie die werke von Miksz�th.
- Hat Ihr Vater Besitzt�mer gehabt ?
- Nein- Mein Vater, Jen� D�ry, lebte in Domb�v�r und er war der Direktor einer dortigen Konservenfabrik. Die Fabrik gr�ndete seine Tante Etelka D�ry. Zu der Vorgeschichte muss man aber wissen, dass die Tante kandierte Fr�chte zu Hause hergestellt hat und Mikl�s Szemere, der bekannte Reiter und Diplomat hat sich mit diesen in einen Wiener Jocker Club eingebracht, wo er damit einen Erfolg erzielt hat. Er hat die Tante zu der Gr�ndung der Fabrik ermuntert, was sp�ter ein Teil des G�tervereins des Bezirkes war, und ist heute - soviel ich weiss - ein Milit�rlager.
- Wovon leben Sie ?
- Ich habe mir einen Handwagen besorgt und damit habe ich M�bel transportiert. Dann wurde ich in das Institut f�r Arbeitswissenschaft und Rationalisierung aufgenommen - so einen sch�nen Namen hatte das ! -, was in das Industriezentrum f�r starkstr�mige Einrichtungen verschmolzen war und das letztgenannte f�r das Ministerium. Nach kurzer Zeit liess mich der Personalabteilungsleiter rufen und sagte zu mir: dass er mir wirklich nicht zumuten kann, dass ich ein Spion bin, aber ich soll einsehen, dass ich da nicht mehr bleiben kann.
- Warum hat er das gesagt ?
- Meine erste Ehefrau arbeitete damals an der Gesandtschaft. Sp�ter kam ich zum Ventilationswerk, wo ich Haupttechnologe wurde. Hier gaben sich auch Unannehmlichkeiten f�r mich, weil mich der neue Direktor mit dem Parteisekret�r im Einverst�ndnis zum Konstrukteur zur�ckversetzt hat. Der Parteisekret�r hat seinen Standpunkt so formuliert: "Hier werden Grafen nicht grassieren !" Er wusste nicht, dass der Zweig der Grafen von der Famile ausgestorben ist.
- Wann haben Sie sich in den Ruhestand versetzt ?
- 1980. Damals war ich schon der Chefingenieur in dem Institut f�r Energiewirtschaft.
Rainer [D�rry]
Walluf