Internierungslager - 57.D.C.U

Hallo Liste:

Der Ansto� kam von Gerda Singh, vielen Dank f�r die Fragen und Dank an
J�rgen Fritzsche und f�r den Hinweis von Carola auf vksvg, wodurch ich
u.a.auf den kirchlichen Suchdienst kam.

ich m�chte mich einschalten, weil ich in diesem Zusammenhang auch
offene Fragen habe:

Mein Vater (Henry Theobald) war lt. einer handschriftlichen Notiz in
seinem Wehrpass
"ab 9.7.1944 bei K�mpfen in Ostpreu�en im Rahmen der 4. Armee". Er
erz�hlte von einem �bersetzen auf einem �berladenen Flo� bei Pillau
<heute Baltiysk>, von dort w�re er per Schiff "nach Schleswig-Holstein"
gekommen und dort in englische Gefangenschaft.
Er geh�rte vom 8.1.44 bis zum 7.3.45 zur Kraftfahrkomp. 150. Ab dem
8.3.45 hei�t es
"Versorgungs-Kp. 150".

Mir liegt ein "Entlassungsschein vom 9.Sep.1945 aus der Army"
[Kontrollblatt D.2] vor, unterschrieben von einem "B.K. Jones Capt.R.A."
unter einem ovalen
Stempel "57. D.C.U.".
Der n�chste Stempel auf diesem Papier vom 10. Sep. 1945 ist von seiner
polizeilichen Anmeldung auf dem 11. Polizeirevier in Hamburg (also einen
Tag sp�ter).

�ber diese Zeit hat er nicht viel gesprochen, nur gelegentlich �ber die
Fahrt mit dem (teilweise unter der Wasseroberfl�che) liegenden Flo� "bis
zu den Knien im Wasser".

Angaben �ber die Fahrt �ber die Ostsee entlang der K�ste (wann und
wohin?) sind mir nicht bekannt.
Auch die WASt konnte mir keine weiteren Angaben machen.
  
M�glicherweise ist er auch in das Sperrgebiet F gekommen sein. - Hier
hat mir der Hinweis auf den Kral (bei R-Ehlers) sehr geholfen. Wo k�nnte
ich weitere Unterlagen/Angaben bekommen?

Mit bestem Dank im Voraus und freundlichen Gr��en

Steffen (Theobald)
Berlin

Hallo Stefan,

ist Dir sicher bekannt, aber schaden kann zusätzliche Info ja nicht:

Die Kraftfahrkompanie 150 -> Versorgungs-Kompanie 150 war
Divisionseinheit der 50. Infanteriedivision (ID)
(http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Infanteriedivisionen
/50ID.htm), die zum LV. Korps der 4. Armee gehörte. Die 4. Armee blieb
bis zum Kriegsende bei der Heeresgruppe Mitte sie wurde am 7. April
1945 nach dem Abzug aus Ostpreußen in AOK 21 umbenannt. Das
Armee-Oberkommando (AOK) Ostpreußen war ab dem 12. April 1945 z.Vfg.
direkt der OKH unterstellt.

Einen Abriss zur Geschichte der 50. Infanterie-Division findest Du
hier:
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Infanteriedivisionen/
Zusatz50ID.htm).

Ab Juli 1944 wurde die 50. ID im Bereich der 4. Armee eingesetzt. Im
Anschluss kämpfte sich die Division, den Bobr überschreitend, Richtung
Ostpreußen zurück. Goldap wurde Anfang November zurückerobert und
Mitte Januar in die Nähe von Gumbinnen verlegt. In den folgenden
Wochen verteidigte die 50. ID wechselnde Abschnitte und wurde
schließlich im Kessel von Heiligenbeil zerschlagen. Die Reste gerieten
im April 1945 bei Pillau in russische Gefangenschaft. Anschließender
Einsatz konnte nur noch kampfgruppenweise erfolgen. Die Verluste der
50. ID betragen über 6.100 Gefallene, an die 23.000 Verwundete und
über 4.700 Vermisste.

Es gibt heute noch eine „Traditionsgemeinschaft der ehemaligen 50.
Infanterie-Division“: http://www.50-infanterie-division.de/ .

Einige hilfreiche Links hatte ich ja schon genannt, aber über
Kompanien, Bataillone und Regimenter findet man grundsätzlich keine
eigenen Informationen finden, erst ab Divisionsebene aufwärts.

Viele Grüße,

Jürgen