Liebe Mitforscher,
für Interessierte und natürlich alle anderen läuft heute abend im WDR um 20.15 Uhr die Sendung "Als die Deutschen weg waren". Ein Bericht aus Tollmingkehmen in Ostpreußen.
Teil 2 am 07.10.05- 20.15 Uhr Gross Döbern in Schlesien;
Teil 3 am14.10.05- 20.15 Uhr Gablonz im Sudetenland.
'Als die Deutschen weg waren' - WDR Fernsehen zeigt im Oktober drei bewegende Dokumentationen über das ehemalige Ostpreußen, Schlesien und das Sudetenland
Wer heute im Kalingrader Oblast, besonders aber im Sudetenland und in Schlesien, neugierig nachbohrt nach dem, was nach dem Krieg und nach der Vertreibung der Deutschen geschehen ist, stößt überall auf Tabus, auf Verdrängtes, auf Furcht, auf Schweigen. Anhand konkreter Geschichten heutiger und ehemaliger Bewohner - Flüchtlinge, Angesiedelte, Dagebliebene, alte und neue Nachbarn - entsteht ein fesselndes Bild davon, wie schwer es wirklich war, im ehemals deutschen Osten Wurzeln zu schlagen. 'Als die Deutschen weg waren' - eine bewegende WDR-Dokumentationsreihe, die sich erstmals einem hochemotionalen Thema stellt (Redaktion Gudrun Wolter und Beate Schlanstein).
Was kam eigentlich nach der Vertreibung? Was passierte, als die Deutschen in Ostpreußen, in Schlesien, im Sudetenland ihre Häuser und ihre Heimat verlassen mussten? Mit welchen Gefühlen haben die russischen Besatzer oder polnische und tschechische Nachbarn Flucht und Vertreibung der Deutschen erlebt? Was geschah mit deren Hab und Gut? Was erfuhren die neu angesiedelten Bewohner über die Vergangenheit des fremden Ortes, der ihre neue Heimat werden sollte? Wie erging es Deutschen, die sich weigerten, zu gehen und sich gezwungen sahen, Tschechen oder Polen zu werden? Wie ging die Politik mit dem Erbe der Deutschen um? Wie stehen heute die 'Dagebliebenen' zu dieser Vergangenheit? Und was finden Deutsche vor, die heute die alte Heimat bzw. die Heimat ihrer Eltern besuchen?
Fragen, die bis heute im deutschen Fernsehen nicht gestellt wurden. Und im ehemaligen Ostpreußen, Schlesien und Sudetenland wurde die Vertreibung von Menschen, die seit Jahrhunderten dort heimisch waren, in harmlos klingende Begriffe wie Repatriierung oder Abschub gekleidet und angeordneterweise beschwiegen.
Heute allerdings, nach dem Zerfall des Ostblocks und nach der EU-Ost-Erweiterung, werden die Fragen nach den Folgen der Vertreibung gestellt - nicht nur von Deutschen, die die Heimat der Eltern oder die Orte ihrer Kindheit aufsuchen, sondern besonders deutlich auch von der jüngeren Generation in Polen, Tschechien und im russischen Teil des ehemaligen Ostpreußens. Der jungen Generation dort wurde über die Geschichte ihrer Geburtsorte nie die Wahrheit gesagt. Sie orientieren sich aber nach Westen und fordern Aufklärung über das unerledigte historische Gepäck, das sie auf dem Weg dorthin auf dem Buckel tragen.
Teil 1: Tollmingkehmen, Ostpreußen (3. Oktober 2005, 20.15 Uhr)
Teil 2: Gross Döbern, Schlesien, (7. Oktober 2005, 20.15 Uhr)
Teil 3: Gablonz, Sudetenland, (14. Oktober 2005, 20.15 Uhr)
Einen schönen Feiertag wünscht allen Mitforschern
Frank (Quint) aus dem Brandenburgischen