Hallo Andreas,
in der mir vorliegenden Ortschronik des Dorfes Pferdsfeld (1983 (Bd.I) und 1986 (Bd.II), Selbstverlag, Verbandsgemeinde Sobenrheim), finden sich folgende Angaben zu Familien namens Gans. Vielleicht ist etwas dabei, was dir weiterhilft.
zitierte Quelle: LHA Koblenz:
Einwohnerliste vom Jahr 1717:
Jacob Ganß 1 Unterthan 1 Sohn 2 Töchter
Carll Ganß 1 UT 1 Sohn
Frantz Wilhelm Ganß 1 UT 1 Sohn 1 Tochter
Friedrich Ganß 1 UT 1 Tochter
Thiell Ganß 1 UT 1 Sohn 1 Tochter
Johann Niklas Ganß 1 UT 1 Sohn
Peter Ganß 1 UT
Gabriell Ganßen Witwe 1 UT 1 Sohn
Conradt Ganßen Witwe 1 UT 2 Söhne 2 Töchter
Einwohnerliste vom Jahr 1726:
Jacob Ganß
Carll Ganß
Frantz Wilhelm Ganß
Friedrich Ganß senior
Friedrich Ganß
Thiell Ganßens Wittib
Johann Nickel Ganß
Gabriell Ganßen Witwe
"Spezialtabellen von Anno 1769 derer Dorfschaften des Gemeinschaftlichen Amtes Winterburg als Winterburg, Rehbach, Daubach, Eckweiler, Pferdsfeld, Ippenschied, Winterbach, Gebroth, Spall, Allenfeld, Burg-Sponheim, über sämtliche Einwohner, deren Söhne von 15 Jahren und deren Töchter von 10 Jahren angerechnet, nebst Anmerkungen jeden Standes und Religion"
lfd. Nr. 8: Carl Ganß 1 Paar Eheleute 2 Töchter Lutherisch
9: Friedrich Ganß (?) 1 Paar Eheleute Lutherisch Leinenweber
31: Gabriel Ganß 1 Paar Eheleute 2 Töchter Lutherisch Leinenweber
48: Nicolaus Ganß 1 Paar Eheleute 3 Töchter Lutherisch Schmitt (Schmied)
50: Andreas Ganß 1 Paar Eheleute ("Tochtermann von Castor Fuchs")
56: Peter Ganß 1 Paar Eheleute 2 Töchter Lutherisch Leinenweber
66: Friedrich Ganß Lutherisch
67: Adam Ganß 1 Paar Eheleute Lutherisch
75: Peter Ganß 1 Paar Eheleute Lutherisch
dessen Bruder Christian Ganß Lutherisch
81: Friedrich Ganßen Wittib 1 Frau 1 Tochter Lutherisch
aus: Verzeichnis der Geburtsjahrgängen 1777 -1796, die in Pferdsfeld im Jahre 1817 der (preußischen) Landwehrpflicht unterlagen:
*1785 Gans, Andreas
*1789 Gans, Joh. Gabriel
auf S.69f der Ortschronik wird folgendes verzeichnet:
"An dieser Stelle soll auch auf die Auswanderungen von Pferdsfelder Familien nach Galizien hingewiesen werden. Hier folgende Auszüge aus einer Familienchronik des Adam Gerlach, Frankfurt/Main, zusammengestellt von Karl Schwarz.
Neben den nach Nors- und Südamerika, Kanada und Australiebn ausgewanderten Naheländern sind 1783-1785 auch Auswanderer nach galizien registriert.
Die Verschlechterung der Lebensverhältnisse, kärglicher Boden, Mißernten, Verkleinerung der Betriebe durch Realteilungen waren Veranlassung, handwerksbetriebe zu gründen und die Landwirtschaft nur noch im nebenerwerb zu betreiben. Lange Friedensjahre in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts brachten außerdem eine Zunahme der Bevölkerung.
Ausweg aus diesen Verhältnissen (schlechte Lebensbedingungen und Überbevölkerung) war die Auswanderung.
1783 wurde in der Markgrafschaft Baden-Durlach die Leibeigenschaft aufgehoben.
Kaiser Josef II in Wien ließ deutsche Bauern und handwerker anwerben zu Kolonisationaufgaben in galizien und Lodomerien (nördlich der Karpaten bis in den Weichselbogen und östlich bis in die spätere Bukowina bei Czernowitz). Die bauern sollten den dortigen Bewohnern, die völlig unrationelle Landwirtschaft betrieben, das Beispiel der deutschen Landwirtschaft geben.
Kaiser Josef II erließ am 17.09.1781 ein Ansiedlungspatent und am 13.10.1781 ein Toleranzpatent für freie Religionsausübung; dieses war besonders wichtig für die überwiegend evangelischen Siedler, die ins fast rein katholische Land kamen; sie waren jetzt den Katholiken gleichgestellt.
Die Einwanderer erhielten Reisegeld und - allerdings nach einer zweijährigen Wartezeit - versprochenen Grund und Boden, ein neues Haus mit Garten und Ackergerät, Geld zur Beschaffung von Vieh; der älteste Sohn einer Familie wurde vom Militärdienst freigestellt.
Über diese Patente waren die Aussiedler in Frankfurt und Spaichingen durch Zeitungen informiert; kaiserliche Werber, von denen einer Vater eines in Pferdsfeld getauften Kindes war, zogen durch Stadt und Land.
1784 etwa war der Höhepunkt der Auswanderung. Es waren an etwa 3000 Familien Auswanderer-Pässe ausgegeben worden. Unter den etwa 10.000 Personen befanden sich 51 in Wien registrierte Pferdsfelder.
Folgende 10 Pferdsfelder Familien, die 1783-1785 nach Galizien auswanderten, waren in Registern erfaßt:
Johann Gabriel Ganß (7 Familienmitglieder); Johann Niklas Wagner (7 FM), Johann Niklas Beck (2 FM), Johann Georg Mörsch (4 FM), Peter Faber (3 FM), Peter Schwind (4 FM), Jakob Flamang (5 FM), Georg Roos (11 FM), Heinrich Kehl (4 FM), Johann Dörr (4FM).
Über 150 Jahre haben die rheinisch-pfälzischen Siedler ihr Deutschtum, Muttersprache, Mundart, Volkslied und Bräuche, sowie ihren evangelischen Glauben bewahrt. - Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden sin in den Warthegau umgesiedelt und kehrten als Flüchtlinge 1945 nach West deutschland zurück."
Ich habe meinerseits eine Frage:
In meinem Stammbaum findet sich folgende Person, deren Vorfahren mir leider nicht weiter bekannt sind.
Kannst Du mir da weiterhelfen?
Gans, Anna Maria Tochter von Gans, Heinrich *? +? und Bohn, Anna Maria (*06.04.1791 + ?)
*12.06.1817 Rehbach
+ 30.07.1882 Winterbach
oo (Winterburg)
Jung, Valentin
*08.02.1818 Winterbach
05.03.1881 Winterbach)
Herzlichen Dank!
Herzlichen Gruß
Klaus-Peter
(Kunz)
Gummersbach