In einer eMail vom 19.09.2010 10:26:18 Westeuropäische Sommerzeit schreibt
helmutkuhn@gmx.net:
Was soll denn die Diskussion über Begriffe wie sie über Jahrhunderte
benutzt wurden und in den entsprechenden Büchern stehen? Warum diese
semantischen Übungen in der Genealogie? Warum dieses rumdrehen an
Bezeichnungen welche unsere Vorfahren benutzten oder wir selbst und so
alt sind wie die Amtssprache des Römischen Reiches.
Salü,
also - ich fand die Email von Tobias schon interessant, denn damit werden
die Unterschiede zwischen einzelnen Gruppen gezeigt.
Dies für mich vor allem vor dem Hintergrund, daß bei der Erstellung der
sog. "Familienchronik für Dörrenbach etc" (Saar) gezielt alle Einträge von
Personen, die keinen dauerhaften Wohnsitz in dem Pfarrbezirk hatten,
weggelassen wurden. Damit fallen z.B. alle Hirten usw. raus.
Die haben das - nach Angabe des Vorsitzenden des Heimatbundes Dörrenbach
während eines Monatstreffens der Arbeitsgemeinschaft f. Saarl. Familienkunde
vor ein paar Jahren - ganz bewußt gemacht. Keine Ahnung, was in deren
Köpfen vorgegangen sein mag.
Eine Variation des Begriffes haben wir hier in St. Wendel übrigens auch -
den sog. "musicus ambulans", den umherziehenden Musiker. Den es natürlich im
Raum Kusel im sog. "Musikantenland" zuhauf gab.
In einer Hinsicht gebe ich Dir allerdings recht: dann, wenn es an das
Bekritteln von althergebrachten Bezeichnungen geht, nur weil sie ggf. heute
nicht mehr "politisch korrekt" sind. Z. B. "Zigeuner" oder "Ausländer"
(Menschen mit Migrationshintergrund). Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Wir haben hier in St. Wendel einen Lehrer, der macht mit seinen Schülern
vor einer örtlichen Eisdiele Sitzblokaden, weil der italienische Eigentümer
immer noch den "Eismohr" verkauft. Irre.
Roland Geiger