Hallo Listenteilnehmer,
mit einem Problemfall, der mich sehr ratlos macht, wende ich mich an die Familienforscher.
Seit Jahren suche ich die Herkunft von
Heinrichs, Johann Christoph.
Seine mir bislang bekannten Lebensdaten sind:
1796 erste Trauung in Güstrow
mit Nestor, Maria Conradina
(To. v. Nestor (Nester), Georg Conrad,
Bürger und Amtsschlachtermeister,
oo Mau, Sophia Elisabeth)
1797 Einbürgerung in Güstrow, dort wird er als als Kaufmann aus Stralsund bezeichnet
1804 zweite Trauung in Güstrow, als Kauf- und Handelsmann bezeichnet
mit Cordua, Maria Dorothea
(To. v. Cordua, Adolph Friedrich
Walkmüller in Güstrow, Gutsbesitzer in Kussow
oo Kleisner, Magdalena Augusta)
um 1814 verzog er mit seiner Familie nach Wismar
1819 wird er bei der Volkszählung in Wismar als Hausbesitzer genannt, der in Wismar seit 5 Jahren lebte und 1763 in Stralsund geboren wurde
1824 wurde die Ehe mit seiner Frau geschieden; zu dem Zeitpunkt war er Mitglied der Krämer - Kompanie
später erwirbt das Gut Kleekamp Ksp. Hohen Viecheln
Am 1.12.1827 verstirbt er als Gutsbesitzer auf Kleekamp im Alter von 64 J.
Auf Grund dieser Angaben sollte man erwarten können, daß Johann Christoph Heinrichs in Stralsund geboren ist. Doch dort ist er nicht zu finden. Bei der Durchsicht aller Sralsunder Kirchenbücher im Zeitraum 1758 - 1770 fand ich keinen Taufeintrag. Auch unter ähnlichen Familiennamen wie Hinrichs, Henrichs, Hindrichs, Hendrichs, Henrichson o.ä. war nichts zu finden.
Lediglich ein Eintrag war in diesem Gesamtzusammenhang verzeichnet, der jedoch nicht recht passend ist:
Hinrichs, Karl Friedrich
~ 29.3.1763 Stralsund St. Marien S. 151°
So. v.
Hinrichs Peter, Bäcker
Paten.: der Kaufmann Herr Karl Friedrich Kollpien,
der Fischer Friedrich Boneck,
des Schiffers Maaß Ehefrau
Bedauerlicherweise haben bisherige Recherchen im Stadtarchiv Stralsund auch zu keinem Ergebnis geführt. In der dortigen Kirchenbuchkartei ist er nicht verzeichnet. Auch bei den Bürgeraufnahmen war er nicht zu finden.
Weil nun aber zwei unabhängige Quellen angeben, daß er aus Stralsund stammte, was vermutlich nicht erfunden wurde, habe ich dennoch die Hoffnung nicht aufgegeben, daß in Stralsund doch noch etwas über ihn zu finden ist.
Man muß doch davon ausgehen, daß dieser Johann Christoph Heinrichs bei seiner Einbürgerung in Güstrow 1797 schon wahrheitsgemäße Angaben gemacht hat und vermutlich auch belegen mußte.
Nun ist es doch auch denkbar, daß er zuvor das Bürgerrecht von Stralsund erlangt hatte - was dort aber nicht verzeichnet ist -, nicht aber in Stralsund geboren wurde, sondern von auswärts stammte und selbst als Erwachsener oder als Kind mit seinen Eltern nach Stralsund gezogen war. Hierüber habe ich aber auch nichts gerfunden.
In alten Familienunterlagen fand ich ferner die unbelegte Vermutung, daß er aus Hamburg stammen könne. Diese Annahme ist aber für mich nicht nachvollziehbar.
Ein weiteres Denkmodell ist, daß er getaufter Jude oder Katholik war. Eine katholische Kirchengemeinde scheint es aber zu diesem Zeitpunkt in Stalsund noch nicht gegeben zu haben (erst 1775 wurde in der Stadt wieder eine katholische Mission gegründet). Ob es im weiteren Umfeld eine katholische Kirche gegeben hat, ist möglich, mir aber nicht bekannt.
Wie sich eine Konversion eines Juden vollzog und wie und wo sie dokumentiert wurde, ist mir unbekannt.
Deshalb möchte ich die Listenteilnehmer im norddeutschen Raum fragen, ob sie einen ähnlichen Fall schon einmal bearbeitet haben und wo man mit weiteren Recherchen ansetzen könnte.
Mit guten Grüßen
F. - Franz Rüther
Mülheim - Ruhr