Heimatgeschichte und Sagen im heutigen Schlesien

Hallo Forscherfreunde,

im heutigen polnischen Schlesien werden wieder heimatgeschichtliche
Sagen gesammelt. Sagen sind volkskundliche Quellen zur Heimatgeschichte,
oft mit viel Ritterromantik ausgeschmückt, genau wie es in deutschen
Zeiten war. Die schlesische Landschaft mit den vielen Ruinen von
Ritterburgen eignet sich besonders dafür. Sagen sind keine geschichtlichen
Beweise, sondern sie geben nur einen Einblick in das Empfinden populärer
Bevölkerungskreise.

Ein erfreuliches Beispiel zur Heimatgeschichte ist Schwarzwaldau (Czarny Bór)
in "Pod Borem" http://podborem.o12.pl/news.php , in Polnisch:
Nr. 174, März 2008: Palac w Jedlince (Schloss Tannhausen), Seite 5;
und zu Sagen in Nr. 180 Sept. 2008: Legenda (Sagen) , Seite 2;
Nr. 183 Dez. 2008: Legenda (Sagen), Seite 4 und 5.

Ziel meiner Mitarbeit im Schloss Tannhausen (Palac Jedlinka): Förderung
der Heimatgeschichte in der polnischen Jugend. Damit wird auch die
Familiengeschichtsforschung erfasst und die Jugend erfährt, woher ihre
Vorfahren kamen. Wir Schlesier - Polen, Tschechen und Deutsche -
sollten versuchen unsere Geschichte, unsere Zeitgeschichte, mit
gegenseitigem Respekt "gemeinsam" zu schreiben; es ist nämlich unsere
gemeinsame Geschichte.

Herzliche Grüsse aus Upstate New York,
Guenter (Boehm) (*1939 in Friedland, Kreis Waldenburg in Schlesien)

Geschätzter Herr Böhm,
Lieber Guenter,

Der Bericht über das Tannhausen-Projekt beeindruckt mich sehr wohl.
Ich finde auch die Beschäftigung mit Märchen und Sagen wichtig für unser
Symbolbewusstsein und die kulturellen Empfindungen.

Ich habe von meiner Großmutter mütterlicherseits nur noch vage Geschichten
aus Schlesien über den Gutshof der Füssel (Fuess(e)l, Füssl, in der Nähe von
Mankendorf und deren Verwandtschaftsverzweigungen in Schlesien nach Troppau,
dann außerhalb nach Wigstadtl, Wien und Bad Ischl in Erinnerung.
Heimatbücher oder Ortschroniken in Deutsch sind mir noch nicht dazu
untergekommen.
Wie knüpfe ich da wohl am besten mit meiner Mythologie an ohne vom
sprichwörtlichen Scherbenhaufen abgeschreckt zu werden?

Herzliche Grüße aus Wels

Peter (Herhacker)

Hallo Peter,

hier ist sicher Mankendorf (Herrschaft Odrau) gemeint. Die
entsprechenden Kirchenb�cher liegen im Archiv in Troppau.

Zur Geschichte siehe:
Anton Rolleder: Geschichte der Stadt und des Gerichtsbezirkes Odrau (1903)
http://openlibrary.org/details/geschichtederst00rollgoog

Ich habe die Kirchenb�cher von Mankendorf bis 1790 ausgewertet. Hier die
F�SSEL (Schreibweise auch FISSEL)aus Mankendorf:

Paulus F�SSEL (Bauer Mankendorf, Witwer)
oo 22.11.1683 Mankendorf
      Marianna, T.d. Andreas SCHENK (Bauer Mankendorf)
Kinder:
13.02.1695 Anna
18.05.1698 Joannes + 17.10.1761
29.06.1701 Rosina

Joannes F�SSEL (Sohn d. + Paul F�ssel)
oo 1702.1726 Mankendorf
     Rosina MALCHER
Kinder:
01.09.1726 Michael
01.09.1726 Mathaeus + 30.09.1726
25.03.1728 Georgius + 14.12.1784
06.08.1730 Anna
21.02.1735 Josephus + 08.03.1753
03.09.1738 Rosina
02.11.1740 Martinus
19.07.1742 Antonius
19.01.1745 Juditha

Georgius F�SSEL (Sohn d. Joannes F�ssel)
oo 08.06.1760 Mankendorf
    Anna, Tochter d. Andreas ROHLEDER
Kinder:
18.10.1761 Joannes + 24.05.1768
23.11.1763 Juditha
08.03.1766 Georgius
03.09.1768 Rosina + 13.02.1770
13.01.1771 Michael
14.07.1773 Martinus + 02.03.1774
26.12.1774 Anna
09.07.1777 Josephus

Juditha F�SSEL (Tochter d. Georg F., 25J)
oo 06.10.1788 Mankendorf
    Anton Rohleder (H�usler Wistenberg, 33 J)

Georg F�SSEL (Sohn d. Georg F�ssel Mankendorf, 29 Jahre)
oo 30.06.1795 Gro� Petersdorf
    Anna, Tochter des Martin BERGER

Michel F�SSEL (Sohn d. Georg F�ssel, Mankendorf, 23 Jahre)
oo 30.06.1795 Gro� Petersdorf
    Juditha, Tochter d. Martin BERGER
2.oo 31.08.1802 Gro� Petersdorf
    Magdalena, Tochter d. Michel BERGER

Aus Gro� Petersdorf habe ich noch weitere Daten, da ich hier selber forsche. Bis Ende des 18 Jhd. hatten Mankendorf und Gro� Petersdorf gemeinsame Kirchenb�cher, ab 1786 wurden diese getrennt gef�hrt.

Viele Gr��e
Bernhard (Josko)

Peter Herhacker schrieb: