Hafenlohr, Rothenfels und Roter Märzverein

Hallo liebe Franken-Freunde,

in der Hafenlohrer (Landkreis Main-Spessart) Gemeindechronik aus den 1970er Jahren wird für die 1848er Revolution von einem "Roten Märzverein" in Rothenfels und Hafenlohr gesprochen. Der Autor des Chronikbeitrages ist leider nicht mehr am Leben. Woher er sein Wissen hatte, weiß ich leider nicht. Der Rote Märzverein wollte demnach die Burg Rothenfels, damals Sitz des fürstlichen Herrschaftsgerichtes, wegen der dort verwahrten Hypothekenbücher stürmen. Dies wurde zwar nicht durchgeführt, doch rückten die Hafenlohrer mit Trommel und Fahne nach Rothenfels (ca. 2 km) und erzwangen die Freilassung eines angeblich berüchtigten Wilderers, des "Bachjörg".
Wer kann mir zu diesem Verein oder zu dieser Aktion etwas mitteilen? Wo könnte ich dazu etwas finden?
Dass die Sache nicht völlig erfunden ist, wird vielleicht auch dadurch deutlich, dass die Löwensteiner Fürsten den Amtssitz zumindest des Forstamtes im Jahr 1850, also nur 2 Jahre später, wohl um vor solchen Aktionen sicherer zu sein, ins menschenleere Hafenlohrtal nach Lindenfurt verlegten.

Ernst Dürr

Hallo Ernst,

Ernst D�rr schrieb:

in der Hafenlohrer (Landkreis Main-Spessart) Gemeindechronik aus den 1970er
Jahren wird f�r die 1848er Revolution von einem "Roten M�rzverein" in
Rothenfels und Hafenlohr gesprochen.

Die kannst Du vergessen.

"M�rzverein" ist eine Bezeichnung, die es vielerorts gab. Dass Hasenfuss, der
Verfasser der Chronik vom "Roten M�rzverein" spricht (S. 96), h�ngt mit der
politischen Situation zusammen. Das kath. F�rstenhaus L�wenstein-Wertheim-
Rosenberg hatte 1803 ff. die Landeshoheit verloren, konnte sich als
Standesherrschaft aber bis 1848 behaupten.

Was in Rothenfels 1848 wirklich vorgefallen ist, m�sstest Du recherchieren.
Das Staatsarchiv Wertheim kann Dir da sicher weiterhelfen.

Gruss aus dem S�dspessart

Konrad M�lbert