[gut-quednau] Die Annektion von Teschen 1938

Aus Gerd Schultze-Rhonhofs Buch "Der Krieg, der viele V�ter hatte."
Schultze-Rhonhof war Generalmajor und Territorialer Befehlshaber der Bundeswehr
f�t Niedersachsen und Bremen.

Aus dem Kapitel "Polnisch-tschechische Auseinandersetzungen" S. 345ff
///Zu Beginn des Kapitels steht ein geschichtlicher Abschnitt �ber das Teschener
Gebiet////...................
..................
Damit ist das Teschener Gebiet genauso wenig polnisch wie die Toskana deutsch.
Soweit die Legitimation der Polen.
1938, w�hrend der Sudetenkrise, greift Polen die Teschen-Frage wieder auf. Zu
der Zeit verlangt die Deutsche Reichsregierung von der tschechischen in Prag,
ihr die mehrheitlich deutsch besiedelten Sudetenlande zu �bergeben. In Warschau
h�lt man die eigene Forderung nach Teschen so berechtigt, wie die deutschen nach
den Sudeten. Nachdem England und Frankreich den Anspruch der Polen zun�chst
anerkennen, verwerfen sie ihn letztlich doch, weil sie als Konsequenz den
v�lligen Zerfall des tschechoslowakischen Vielv�lkerstaats bef�rchten. So
lehnen Briten, Franzosen und mit ihnen die Sowjets den Anspruch der Polen auf
West-Teschen ab. Die Sowjetunion droht sogar mit ernsten Konsequenzen. Moskau
und Prag haben 1935 einen Beistandspakt geschlossen. So warnen die Sowjets die
Polen, sich an Teschen zu vergreifen und drohen, sonst den Polnisch-Sowjetischen
Nichtangriffspakt vom Juli 1932 zu k�ndigen. Anders die Reaktion aus Berlin. Am
20.September 1938 fragt der polnische Botschafter Lipski in Berlin bei Hitler
an, ob es deutscherseits Bedenken gegen eine polnische Annexion des westlichen
Teschener Gebietes g�be. Hitler und sein Au�enminister Ribbentrop erheben keine
Einw�nde zum Schutz der Tschechen. Hitler �u�ert dabei allerdings die Hoffnung,
da� im Gegenzug auch die deutsche, noch immer unter V�lkerbundmandat stehende
Stadt Danzig mit dem Deutschen Reich vereinigt werden kann. Hierauf geht das
Buch an sp�terer Stelle ein.
In der letzten Septemberwoche 1938 l��t Polen dann ein Armeekorps bei Teschen
aufmarschieren und droht der tschechischen Regierung mit Krieg. Die
Tschechoslowakei, zu der Zeit ohnehin nicht handlungsf�hig, gibt nach, und Polen
besetzt vom 1. bis zum 10. Oktober das umstrittene Gebiet.
Der Zugewinn an Land, Industrie und Menschen hat f�r Polen verh�ngnisvolle
Konsequenzen. Als erste sei erw�hnt, da� die Sowjetunion postwendend den
Sowjetisch-Polnischen Nichtangriffspakt von 1932 k�ndigt, den Polen ein Jahr
sp�ter dringend h�tte brauchen k�nnen. Nicht einmal ein ganzes Jahr danach
greift die Sowjetunion das expansive Polen an. Zum zweiten sind nun auf h�chster
Ebene Gespr�che zwischen Berlin und Warschau um die Zukunft der Stadt Danzig
eingleitet. Da Hitler nach anf�nglichem Bedenken und vielem Hin und Her den
Polen mit West-Teschen auch die �berwiegend deutsch bewohnte Grenzstadt Oderberg
am Rand zu Oberschlesien zugesteht, sind seine Hoffnungen auf Kompensation in
Danzig sehr berechtigt. Die anschlie�ende Unnachgiebigkeit der Polen in dieser
Frage ein Jahr sp�ter bringt ein Fa� zum �berlaufen und den Polen einen Krieg,
in dem sie furchtbar bluten m�ssen. Zum dritten beginnt Polen gleich nach der
Annexion von Teschen mit der Entrechtung der dort lebenden Nichtpolen in
Wirtschaft und Verwaltung. Man beschuldigt vor allem die Slonzaken, nichts als
abtr�nnige Polen zu sein. So schafft sich der Staat Polen binnen kurzem weitere
Minderheiten, die sich eher den Untergang des Landes als alles andere w�nschen.
Zum vierten hat Polen nun zum wiederholten Male den Kellogg-Pakt verletzt, in
dem es sich 1928 mit anderen Staaten verpflichtet hatte,

"auf Kriege als Mittel f�r die L�sung internationaler Streitf�lle zu verzichten
und Regelungen niemals anders als durch friedliche Mittel anzustreben."

Der Aufmarsch des Armeekorps im September 1938 und das Ultimatum an die
Tschechen sind klare Br�che dieses Abkommens zur "�chtung des Krieges". Polen
kann damit sp�ter nicht mehr darauf hoffen, selbst vonm Kellog-Pakt gesch�tzt zu
werden. Und f�nftens hat Polen nun au�er Lettland und Rum�nien keinen Nachbarn
mehr, den es seit 1918 nicht zumindest einmal angegriffen h�tte.
Die relativ kleine Teschener Aff�re, die kein Schulgeschichtsbuch der Erw�hnung
wert findet, wird so zum Brandbeschleuniger der Danzig-Frage und des Zweiten
Weltkriegs."

MfG
Lutz Szemkus

Lieber Herr Szemkus,
ich bitte Sie, sich mit Ihrem pers�nlichen Hobby des Historischen Unsinns
doch auf einer anderen - zumindest geografisch besser geeigneteren - Liste
weiter zu besch�ftigen. (Was, bitte, hat Teschen mit Ost- und Westpreu�en zu
tun?)
Das andauernde L�schen Ihrer mails macht keinen Spa� mehr.
Ich danke f�r Ihre Einsicht und Ihr Verst�ndnis,

Dr.Michael Keubler
Darmstadt (Germany)
keubler@genetrace.de
***researching KEUBLER-KAEUBLER-K�UBLER-BASSENDOWSKI-BIGELL-DAHNZ(S)-UNTHAN
worldwide***

Michael Keubler schrieb:

Lieber Herr Szemkus,
ich bitte Sie, sich mit Ihrem pers�nlichen Hobby des Historischen Unsinns
doch auf einer anderen - zumindest geografisch besser geeigneteren - Liste
weiter zu besch�ftigen. (Was, bitte, hat Teschen mit Ost- und Westpreu�en zu
tun?)
Das andauernde L�schen Ihrer mails macht keinen Spa� mehr.
Ich danke f�r Ihre Einsicht und Ihr Verst�ndnis,

Dr.Michael Keubler
Darmstadt (Germany)
keubler@genetrace.de
***researching KEUBLER-KAEUBLER-K�UBLER-BASSENDOWSKI-BIGELL-DAHNZ(S)-UNTHAN
worldwide***

Lieber Herr Doktor Keubler,

was Teschen (und das Danzig-Problem, warum fehlt das in Ihrer Frage?) mit
Ost-und Westpreu�en zu tun hat? Ganz einfach, weil hier ein historischer
Gesamtzusammenhang besteht (der eigentliche Anla� f�r die vielen Emails ist mein
�rger �ber den Versuch, das Zentrum gegen Vertreibungen nach Polen bzw ins
Ausland zu geben). Wer das nicht sehen will, hat den Tunnelblick. Wenn Sie
dergleichen schon nicht lesen wollen, dann sollten Sie doch beim L�schen meiner
Emails Spa� haben. Sie haben Sie ge�ffnet. Dachten Sie beim Lesen des Betreffs
etwa, Deutschland h�tte Teschen annektiert?

Dennoch war das meine letzte Mail zu diesem Buch und ich nenne noch einmal die
Einzelheiten:
Gerd Schultze-Rhonhof: " 1939. Der Krieg, der viele V�ter hatte. Der lange
Anlauf zum Zweiten Weltkrieg", Olzog Verlag, M�nchen, 2003.
ISBN 3-7892-8117-4

MfG
Lutz Szemkus

Da fuer Szemkus der Gedanke der Schuld anscheinend eine unzumutbare
Provokation darstellt, muss ihn Gerd Schultze-Rhonhofs mannhafte
Selbstbefreiung von dem was Szemkus "Schuldkult" nennt wohl sehr beindruckt
haben.

Szemkus bringt weiteres Material zur Fortsetzung der Diskussion ein.

Szemkus zitiert aus dem Buch "der Krieg, der viele Vaeter hatte":

"Da Hitler nach anf�nglichem Bedenken und vielem Hin und Her den
Polen mit West-Teschen auch die �berwiegend deutsch bewohnte Grenzstadt
Oderberg
am Rand zu Oberschlesien zugesteht, sind seine Hoffnungen auf Kompensation
in
Danzig sehr berechtigt. Die anschlie�ende Unnachgiebigkeit der Polen in
dieser
Frage ein Jahr sp�ter bringt ein Fa� zum �berlaufen und den Polen einen
Krieg,
in dem sie furchtbar bluten m�ssen."

Das arme Deutschland wurde also von einer unverstaendigen Welt so
missbehandelt, dass es explodieren musste, so wie ein Fass ueberlaeuft, wenn
man es zu voll fuellt. Polen haette wohl wissen sollen, dass Deutschland
keine andere Wahl hatte, als nur mit Krieg auf Polens "Unnachgiebigkeit" in
der Danzigfrage zu reagieren.

Aus diesem Zitat geht klar hervor, dass die geschichtlichen Tatsachen,
unterstellt es sind Tatsachen, fuer ein Welt- und Wertebild rekrutiert
werden, dass die Verantwortung fuer den 2. Weltkrieg von Hitler und
Deutschland auf andere umschichtet. Wie man aus anderen Beitraegen sehen
kann, gibt es auch Bedauern darueber, dass sich Westeuropa gegen Deutschland
engagiert hat, wenn es doch viel besser gewesen waere, gemeinsam mit
Deutschland die boesen Kommunisten zu vernichten. Der Naziwahnsinn waere
dann nur eine Lappalie unter Freunden gewesen, und der echte Feind waren
schon immer die Kommunisten gewesen, wie ja schon Hitler wusste, und was
seine Verfolgung der Kommunisten rechtfertigte.

Wenn Leute wie Szemkus ihren Kram verkaufen wollen, dann darf man sich
durchaus dagegen wehren. Wenn Listenmitglieder dieser politischen
Auseinadersetzungen muede sind, was verstaendlich ist, dann sollten nicht
nur die Reaktionen auf Szemkussens Beitraege mokiert werden, sondern ihr
Anlass ebenfalls. Ansonsten saehe man sich naemlich einer einseitigen
Stimmungsmache ausgesetzt. Ich rechne noch mit genug Stolz unter den
Listenmitgliedern, dass Sie diese Stimmungsmache nicht nur stumm-duldend
ueber sich ergehen lassen, sondern sich ihr widersetzen.

Wenn das Schuldumschichtungsprojekt erst mal erfolgreich ist, dann koennen
wir uns gesund und kraftvoll daran machen, endlich Gerechtigkeit fuer
Deutschland zu fordern, und wieder in die angestammten Besitztuemer
eintreten, denn die Polen und Russen (die Brtien und Amis auch? siehe
Hamburg und Dresden) muessen ja noch fuer das von ihnen verursachte Unrecht
zur Kasse gebeten werden.

Wieviele von Euch wollen da mitmchen, wieviele von Euch werden von Szemkus
als stillschweigende Kulisse missbraucht und missverstanden, so dass er
meint er haette hier in der Liste einen fruchtbaren Boden gefunden?

Knut Barde

Herr Barde,
ich m�chte inhaltlich jetzt hier nichts zu dem sehr interessanten Beitrag
von Herrn Szemkus sagen. Ist doch Herr Gen.Major Schultze-Rhonhof ein
�u�erst kompetenter Mann.

Aber Herr Barde, da� Sie hier den Eindruck erwecken wollen Herr Szemkus
wolle hier etwas "verkaufen" - sprich Profit machen - das ist nicht fair.
Wenn Ihnen die Aussagen nicht gefallen , liefern Sie bitte Gegenargumente.
Wenn Sie der Meinung sind, da� das Thema nicht hierher geh�rt k�nnen Sie
dies auch gerne tun. Viele w�rden dieser �u�erung zustimmen. Aber Ihre
Unterstellung ist nicht korrekt!

Zur Frage politische Diskussion hier - ja oder nein w�rde ich zwei
Vorschl�ge machen.

Entweder ist eine solche vom Betreiber des Forums gew�nscht. Da sehe ich
aber die Gefahr etliche "Nur-Familienforscher" zu verprellen.
So w�re als L�sung ein politisches Unterforum m�glich!

Die andere L�sung w�re, da� die politisch interessierten Forumsteilnehmer
sich mit diesen Themen im Forum "Gut Quednau" erreichbar unter
http://www.ostpreussenportal.de/ auseinandersetzen. Dies soll keine
"Werbung" f�r ein anderes Forum sein! Ich versuche nur den Unterschiedlichen
Interessengruppen L�sungsm�glichkeiten aufzuzeigen.

Gr��e
Christian Perbandt

www.Perbandt.de
www.perbandt-ostpreussen.de.

Hallo Herr Barde,

Wieviele von Euch wollen da mitmchen, wieviele von Euch werden von Szemkus
als stillschweigende Kulisse missbraucht und missverstanden, so dass er
meint er haette hier in der Liste einen fruchtbaren Boden gefunden?

Knut Barde

Ich jedenfalls nicht!

Nebenbei: Schei�e wird nicht besser, wenn man darin herumr�hrt...

Entschuldigung f�r die "starke" Wortwahl, aber im Fernsehen wird es ja
vorgemacht. :wink:

Und jetzt bitte: Schluss der Debatte von allen Seiten!

Beste Gr��e

J.

Familienforschung und Geschichte der früheren Provinzen
Ost- und Westpreussen ist der Zweck der Liste.

Geschichte, genau so wie Familienforschung, hört nicht
immer direkt an den Grenzen auf. Deswegen kommen auch
hier und da Abzweige in die Diskussion. Normal nimmt jeder
das in Kauf so wie mit Koch-Rezepten. Geht das Material
aber gegen ein persönliches Glaubenssystem dann
erwecken die Gemüter zur Verteidigung anstatt einfach auf
die Löschtaste zu drücken. Das bringt dann natürlich hin
und her und kreuz und quer und macht die Masse der mails
vielen anderen unträglich.

Das Problem ist also nicht in einer kleinen Abwenkung
sondern in der Reaktion. Diese sollte in vielen Fällen privat
gemacht werden.

Also bitte, entweder auf eine Taste drücken oder privat ein
Argument weiterführen.

Fred

  26 Warren St.
Beverly, NJ 08010
FredRump@earthlink.net
609-386-6846
"Whenever you find yourself on the side of the majority,
it's time to pause and reflect." - Mark Twain (1835 -
1910)

Rump schreibt:

"Geht das Material
aber gegen ein pers�nliches Glaubenssystem dann
erwecken die Gem�ter zur Verteidigung anstatt einfach auf
die L�schtaste zu dr�cken. Das bringt dann nat�rlich hin
und her und kreuz und quer und macht die Masse der mails
vielen anderen untr�glich.

Das Problem ist also nicht in einer kleinen Abwenkung
sondern in der Reaktion. Diese sollte in vielen F�llen privat
gemacht werden.

Also bitte, entweder auf eine Taste dr�cken oder privat ein
Argument weiterf�hren. "

Wenn also Szemkus Beitraege einbringt, die seiner Lieblingsthese dienen,
dass Deutschland von einem Schuldkult befreit werden muss, dann ist das nur
eine kleine Ablenkung. Wer negativ darauf reagiert, und diese These nicht
schlucken will, dem wird seine Reaktion als Problem bezeichnet. Wer sich
positiv aeussert, dessen Reaktion erhaelt nicht die Bezeichnung "Problem."
Einseitiger geht es nicht.

Wenn Rump schreibt "Geht das Material
aber gegen ein pers�nliches Glaubenssystem dann erwecken die Gemueter zur
Verteidigung" dann uebersieht er, oder unterschlaegt er, dass in der
Tatsache der Auswahl und Unterbreitung des Materials bereits ein
persoenliches Glaubenssystem zum Ausdruck gekommen ist, dass sich ein Gemuet
der Provokation und des Angriffs bereits dargestellt hat. Ich muss davon
ausgehen, dass Rump seiner einseitige Charakterisierung gar nicht bewusst
ist, weil ihm dass was von Szemkus kommt, als unproblematische
Geschichtsinterpreation erscheint (als Beispiel: Polen hat das deutsche Fass
zum Ueberlaufen gebracht). In vielerlei Kommentaren ist ganz klar geworden,
dass die Schuldumschichtung auch Rumps Project ist.

So bauen Rump, Szemkus, Zauner, und ihre Sinnesgenossen so langsam, Stueck
fuer Stueck, ein Welt- und Wertebild, dass die Rehabilitation Deutschlands
seit 45 als verfehlt und unnoetig erscheinen laesst, da es ja gar nichts zu
rehabilitieren gab. Die Kommunistenverfolgung war historisch
gerechtfertigt, und Polen provozierte Deutschland zur Selbstverteidigung,
die einen Praeventivkrieg notwendig machte. Den Juden die Schuld am Krieg
zuzuschieben, hat sich hier noch keiner getraut, aber das kommt sicherlich
auch noch. Irgendeiner wird die These aufstellen, dass die Juden das
deutsche Fass zum Ueberlaufen brachten, und auch diese These wird dann als
problemlose Meinungsaeusserung, die im Sinne der Redefreiheit Toleranz und
Respekt verdient, in dieser Liste verteidigt werden. Also, wer will der
Erste sein?

Knut Barde

Knut W. Barde schrieb:

  In vielerlei Kommentaren ist ganz klar geworden,
dass die Schuldumschichtung auch Rumps Project ist.

Eine kleine Vorsilbe und dieses Trakt�tchen bricht in sich zusammen. Es geht in
Schultze-Rhonhofs Buch darum, die ALLEINschuldtheorie Deutschlands am Zweiten
Weltkrieg zu widerlegen, deshalb hei�t das Buch ja auch "Der Krieg, der viele
V�ter hatte".

...........
Den Juden die Schuld am Krieg
zuzuschieben, hat sich hier noch keiner getraut, aber das kommt sicherlich
auch noch. Irgendeiner wird die These aufstellen, dass die Juden das
deutsche Fass zum Ueberlaufen brachten, und auch diese These wird dann als
problemlose Meinungsaeusserung, die im Sinne der Redefreiheit Toleranz und
Respekt verdient, in dieser Liste verteidigt werden. Also, wer will der
Erste sein?

Der erste ist Knut Barde, der hier versucht, den Holocaust zu
instrumentalisieren.

MfG
Lutz Szemkus

Szemkus schreibt:

Es geht in

Schultze-Rhonhofs Buch darum, die ALLEINschuldtheorie Deutschlands am

Zweiten

Weltkrieg zu widerlegen, deshalb hei�t das Buch ja auch "Der Krieg, der

viele

V�ter hatte".

Hier der urspruengliche Vorgang, auf den sich Szmekus bezieht:

Barde schreibt: "Szemkus zitiert aus dem Buch "der Krieg, der viele Vaeter
hatte":

Zitat:
"Da Hitler nach anf�nglichem Bedenken und vielem Hin und Her den
Polen mit West-Teschen auch die �berwiegend deutsch bewohnte Grenzstadt
Oderberg
am Rand zu Oberschlesien zugesteht, sind seine Hoffnungen auf Kompensation
in
Danzig sehr berechtigt. Die anschlie�ende Unnachgiebigkeit der Polen in
dieser
Frage ein Jahr sp�ter bringt ein Fa� zum �berlaufen und den Polen einen
Krieg,
in dem sie furchtbar bluten m�ssen."

Barde Kommentar zu Szemkus Zitat:

Das arme Deutschland wurde also von einer unverstaendigen Welt so
missbehandelt, dass es explodieren musste, so wie ein Fass ueberlaeuft, wenn
man es zu voll fuellt. Polen haette wohl wissen sollen, dass Deutschland
keine andere Wahl hatte, als nur mit Krieg auf Polens "Unnachgiebigkeit" in
der Danzigfrage zu reagieren.

Aus diesem Zitat geht klar hervor, dass die geschichtlichen Tatsachen,
unterstellt es sind Tatsachen, fuer ein Welt- und Wertebild rekrutiert
werden, dass die Verantwortung fuer den 2. Weltkrieg von Hitler und
Deutschland auf andere umschichtet.

Ende des vorhergegangen Bezuges.

Szemkus ist anscheinend der Meinung, dass der Krieg der normale naechste
Schritt ist, wenn die Politik keinen Erfolg hat. Polen haette also Hitlers
sehr berechtigten Hoffnungen auf ein Nachgeben Polens bezueglich Danzigs nur
erfuellen brauchen, um nicht Mitschuld am 2. Weltkrieg zu tragen.

Szemkus verkorskste Logik wuerde ein Vergewaltungsopfer fuer die
Vergewaltigung mitverantwortlich machen, denn es haette sich den Forderungen
des Vergewaltigers nur friedlich beugen brauchen. Das Opfer haette ja
wissen muessen, dass so wie ein volles Fass ueberlaufen muss (Deutschlands
Reaktion auf polnische Unnachgiebigkeit), eben auch ein Vergewaltiger nicht
fuer seine Aktionen verantwortlich sein kann.

Wenn Polen also mitschuldig sein soll, weil es Hitlers berechtigten
Hoffnungen nicht nachgab, wo liegt denn dann noch irgendwelche Schuld bei
Hitler/Deutschland? Das Fass konnte sich ja nicht selber vom Ueberlaufen
abhalten; nein, alle um das Fass herum haetten die Ueberschwemmung erwarten
sollen, da sie ja das Fass immer weiter fuellten.

Der Schritt zum Krieg ist kein Naturereignis, sondern eine politische
Entscheidung, die Verantwortung nach sich zieht. Hitler war ein grosser
Kuenstler im Ausbeuten von tatsaechlichen oder vermeintlichen
Provokationen seitens anderer Laender, auf die er dann sein Fass ueberlaufen
lassen konnte. In der Politik wie im Recht geht es immer um Angemessenheit,
Proportionalitaet. Wenn jemand Sie als Nazi beschimpfen sollte, dann
koennen Sie ihm nicht ungeschadet den Hals abschneiden. Polen hat nichts
getan, worauf die Deutsche Kriegseroeffnung eine rechtlich, moralisch,
politisch, militaerisch angemessene Antwort/Reaktion darstellte.

Knut Barde

Knut Barde

Knut Barde schrieb:

Zitat:
"Da Hitler nach anf�nglichem Bedenken und vielem Hin und Her den
Polen mit West-Teschen auch die �berwiegend deutsch bewohnte Grenzstadt
Oderberg
am Rand zu Oberschlesien zugesteht, sind seine Hoffnungen auf Kompensation
in
Danzig sehr berechtigt. Die anschlie�ende Unnachgiebigkeit der Polen in
dieser
Frage ein Jahr sp�ter bringt ein Fa� zum �berlaufen und den Polen einen
Krieg,
in dem sie furchtbar bluten m�ssen."

Barde Kommentar zu Szemkus Zitat:

Das arme Deutschland wurde also von einer unverstaendigen Welt so
missbehandelt, dass es explodieren musste, so wie ein Fass ueberlaeuft, wenn
man es zu voll fuellt. Polen haette wohl wissen sollen, dass Deutschland
keine andere Wahl hatte, als nur mit Krieg auf Polens "Unnachgiebigkeit" in
der Danzigfrage zu reagieren.

Lieber Herr Barde,

nat�rlich drehen Sie diese Fa�metapher ganz in ihrem Sinne. Das Buch und seine
Argumentation f�hren ja genau auf diesen Punkt des Kriegsausbruchs hin, mit "ein
Fa� zum �berlaufen" meint Schultze-Rhonhof die angesammelte Verantwortung
mehrerer Nationen seit dem Ende des 1. Weltkriegs daf�r, dass es dazu kam. Dass
sich hier Schultze-Rhonhof nicht mit den Nazis solidarisiert, zeigt ja der
Ausdruck "ein Fass" und nicht "das Fass zum �berlaufen bringen". Ich halte diese
Metapher aber verungl�ckt, weil sie Leuten wie Ihnen wegen ihrer
Interpretierbarkeit Angriffsfl�chen bietet (stilistisch wirkt Schultze-Rhonhofs
Buch �brigens so, als habe da kein Lektorat mehr mitgewirkt). Nat�rlich tr�gt
Hitler-Deutschland die Verantwortung f�r den letzten Akt des Dramas
(Schultze-Rhonhof sieht den Beginn dieser Verantwortung schon beim Anschlu� des
Sudetenlands).

Was konnte jedoch die Bev�lkerung von Hitlers Kriegspl�nen wissen oder ahnen -
sofern sie nicht hellseherisch begabt war? Das ist doch die Frage, die man
stellen mu�. Und auch hier erfolgt bei Schultze-Rhonhof Entlastung.

MfG
Lutz Szemkus

Die deutsche Bevölkerung in Ostpreussen wußte aber
schon lange von den Plänen Polens. Die Drängerei das
deutsche Land (das heute polnisch ist) schon gleich nach
dem 1. Weltkrieg zu übernehmen war wohl keinem eine
Neuigkeit. Es kamen aber Menschen dazwischen die
wenigstens eine Abstimmung bevor einer Annexion zu
verlangen. Das es in Masuren mit 99,7% für Deutschland
kam war eben eine kleine Panne in den Plänen. Die Pläne
sind aber nicht vom Tisch verschwunden. Es hatte weniger
Zweck mit so etwas in Königsberg anzukommen. Das
Russland das Eck später übernommen hatte war ja auch
eine Entäuschung für Polen aber dafür ging es dann bis
nach Stettin und durch Niederschlesien und Breslau.

Man braucht nur die Verhandlungen nach dem 1. Weltkrieg
durchlesen. Hitler wußte gut wie er diese Pläne ausnützen
konnte. Ich komme immer wieder auf Versailles zurück
wenn wir wirklich einen Grund für Hitler finden wollen.

Fred

    26 Warren St.
Beverly, NJ 08010
FredRump@earthlink.net
609-386-6846
"Whenever you find yourself on the side of the majority,
it's time to pause and reflect." - Mark Twain (1835 -
1910)