Hallo J�rgen Fritsche und Liste !
Ich wundere mich, da� zur o.g. Fragestellung vom 03.04.07 niemand
hier in der Liste einen "Ton" gesagt hat, sind doch die Vorl�ufer
der heutigen Grundb�cher das "A und O" in der Familienforschung !
Das betrifft vor allem die Vor_KB_Zeit und die Zeit der
KB_L�cken.
Nur wenige Orte in D verf�gen �ber KB vor 1600.
KB um ca. 1620 gelten schon als Gl�cksfall.
Viele KB wurden im unseligen 30. J�hrigen Kriege (1618-1648)
vernichtet.
Die KB waren dezentral gelagert und das war ein Nachteil,
fr�her und heute. Nat�rlich sind andere Modelle auch nicht ohne
weiteres praktikabel. Eine zeitlang f�hrte man Zweitschriften der
KB und eine Abgabe an eine zentrale (staatliche) Stelle ein.
Mitunter sind nur noch diese Zweitschriften erhalten.
(z.B. Deutsche Ost_Gebiete)
Dagegen wurden die Vorl�ufer der Grundb�cher, die sog. Erbb�cher
(ggf. andere Bezeichnungen in anderen Regionen !) von Anfang an
zentral gelagert.
Die fr�hen Territorien in D waren verwaltungsm��ig gegliedert,
meist in sog. �mter. (Mittel_D)
Jedes Amt hatte ein eigenes Archiv, meist in einem festen Haus
(Burg, Schlo�). Die zentrale Residenz, der Hof etc. hatte ein
zentrales Archiv f�r alle �mter des Territoriums.
Hier und dort lagen die sog. Erbb�cher als Grundlage f�r die
regul�re Steuererhebung des Territoriums.
(Heute etwa Grundsteuer und Erbschaftssteuer)
Das Amt hatte f�r alle Besitzwechsel in den Amtsd�rfern eine
Notiz im Erbbuch zu machen.
Das ist eine Fundgrube f�r den Familienforscher, sofern er nicht
nur die "Omma Meier" von 1930 sucht.
Die Besitzwechsel im Erbbuch betrafen meist Verwandte, wie S�hne
und Schwiegers�hne. So ist das von ca. 1450 (erste �berlieferte
Erbb�cher) bis nach 1900 auch geblieben. Darin liegt der Wert der
Erbb�cher f�r uns heute.
Die Heuschrecken des M�nte kamen erst viel sp�ter.
Machen wir frei nach Emil aus CH ein Beispiel:
Die gef�rstete Grafschaft Henneberg in S�dth�ringen/Franken
hatte neben vielen anderen �mtern das "Kernamt" Schleusingen
mit Amts_Sitz in der Landeshauptstadt und Residenz Schleusingen.
Erbb�cher von diesem Amte sind �berkommen:
1550, 1575, 1588 und danach.
Obengem�� lassen sich also in den ca. 20 Amtsd�rfern alle
Besitzwechsel noch heute nachvollziehen.
Das k�nnen die KB nicht leisten, abgesehen davon, da� gar keine
KB f�r diese Zeit existieren.
Schleusingen mit KB von 1570 kommt noch gut weg.
Aber nicht alle Nester des Amtes sind dort aktenkundig.
Apropos Steuern:
Neben den regul�ren Steuern a la Erbbuch hat jedes Territorium
immer mal wieder und immer �fter Sondersteuern erhoben:
Wollte der Landesf�rst eine seiner h��lichen T�chter verheiraten,
mu�te der gemeine Mann "bluten".
Eine Sondersteuer war f�llig.
Allen bekannt ist auch die sog. T�rkensteuer, die die
Landesherren schon ab ca. 1500 erhoben, obwohl noch nie
jemand einen T�rken im Territorium gesehen hatte.
Anspielungen auf die Jetzt_Zeit erspare ich mir.
mfg
Werner Schwarz
Namensgeographie Gfsch. Henneberg