Größte Zwangsumsiedlung der Geschichte

Die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ist ein brisantes Thema, das auch heute noch die Gemüter erhitzt. Man denke nur an die endlosen Diskussionen um das geplante „Zentrum gegen Vertreibungen“ und die unschönen Querelen um die Vertriebenenfunktionärin Erika Steinbach. Zwar arbeiten inzwischen deutsch-polnische und deutsch-tschechische Historikerkommissionen die gemeinsame traumatische Geschichte auf. Doch fehlte es bisher es an einer angemessenen Gesamtdarstellung, die sich auch an ein breites Lesepublikum richtet.

Diese Lücke schließt jetzt der irische Historiker R.M. Douglas mit seinem Buch „Ordnungsgemäße Überführung. Die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg“. Es spricht für sich, dass ausgerechnet ein Ire ein solches Werk vorlegt. Zumindest lässt seine Nationalität eine größere Objektivität vermuten, als man sie einem deutschen, polnischen oder tschechischen Autor zuerkennen mag. Diese Vermutung trügt nicht. Douglas ist ein sachliches, informatives, dabei doch immer auch berührendes Buch gelungen, das nicht mit deutlicher Kritik an der Vertreibungspolitik spart.

LS