Hallo Peter,
ich lasse die Antwort �ber den Dialekt (siehe unten) �ber die Liste gehen,
vielleicht interessiert es ja den Einen oder Anderen ebenfalls.
Vielleicht ist Dir mit dem Hinweis auf das Buch etwas geholfen.
Sch�nes Wochenende und einen herzlichen Gru� aus Baden-W�rttemberg
-------------ritsch-ratsch--------------------
Liebe Petra,
nu das geht ja wies Bretzelback'n mit unserer Verst�ndigung hin
und h�r! Aber nein, ich kann unseren heimischen, sprich: Oelser
Heimatdialekt oder den von Festenberg/ Sandrasch�tz nicht sprechen. Meine
vom Lande stammende Gro�mutter h�tte ihn noch gekonnt. Ich habe einmal
versucht, ihn aus ihr herauszubekommen: "Sprich doch mal, wie sie in
Dombrowe gesprochen haben!" - "Nu was soll ich denn sagen?" - Ich war auf
die Gegenfrage nicht vorbereitet und suchte schnell nach irgendeinem Wort:
"Was hei�t der Wagen?" - "Wuoine". Das war alles, was ich von ihr je
erfahren habe. Meine Gro�mutter heiratete den Herrn Lehrer, bei dem sie
als
Kind noch in die letzte Klasse gegangen war, und dieser gestrenge Mann
duldete nicht, da� man in seinem Hause Platt sprach, es mu�te korrektes
Hochdeutsch sein. Er selbst stammte ja auch nicht aus der Festenberger
Gegend. Bei uns zu Hause wurde dann auch nur Hochdeutsch gesprochen. Aber
mein Vater stammte aus der Festungsstadt Glatz und liebte es, die Glatzer
Mundart zu h�ren und zu sprechen: er trug uns oft die Gedichte von Ernst
Schenke vor, zum Beispiel "Dar biese Troom", oder "Der abgehackte
Nu�baum-Krause", und wenn er - als wir noch ganz klein waren - als
Nikolaus
zu uns kam, da fragte er auf gut Gl�tzerisch: "Kinnter bata?"
Grunds�tzlich
sprach aber auch er in der Regel Hochdeutsch, wenn auch eingef�rbt in das
um
Glatz herum gesprochene Idiom.
Jetzt noch einmal zu dem Dialekt von Dombrowe/Festenberg: Meine Mutter hat
mir einen Zettel hinterlassen, auf dem sie das Vaterunser aufgeschrieben
hat, wie es im Gottesdienst zu Festenberg gebetet wurde. "Voater insa"...
Aber wo habe ich diesen Zettel nur? Ich mu� ihn erst suchen und hoffe, ihn
irgendwo zu finden.
Nebenbei kann ich ja ein bi�chen Werbung f�r mich betreiben: In dem Buch
von
Hajo Knebel: "Typisch schlesisch", erschienen im Verlag Wolfgang Weidlich
Frankfurt am Main 1979, aber auch als Ulstein-Taschenbuch 1982 (Nachdruck)
habe ich einen Beitrag �ber "Typisches oder Einmaliges - Schlesische
Redewendungen" ver�ffentlicht, den ich extra f�r meinen Freund Knebel
geschrieben habe. In diesem Beitrag habe ich mich �ber die
Spracheigent�mlichkeiten genau dieser Landschaft um Festenberg
ausgelassen.
Um diesen Beitrag zu schreiben, habe ich mich damals ausf�hrlich mit
meiner
Mutter und einer ihrer Schwestern unterhalten, die beide in Sandrasch�tz
geboren sind und die die Sprachmelodie der dortigen Gegend nat�rlich im
Ohr
(und ein bi�chen auch an sich) hatten. Au�erdem war meine Gro�mutter ein
Kind des Landes, sie hatte -zig Ausdr�cke und Redensarten und
Spruchweisheiten oft humorvoller, aber immer treffender Art auf Lager, und
ich habe, was ich konnte, aufgeschrieben und bei Freund Knebel
ver�ffentlicht. Hinterher sind einem nat�rlich noch viele Redewendungen
eingefallen, die auch noch dazugeh�rt h�tten! Ihr Freund Peter k�nnte
vielleicht an diesem Buch und meinem darin befindlichen Beitrag
interessiert