Grabnummern auf dem Johannisfriedhof Nürnberg

Liebe Forscherkolleginnen und –kollegen,

zu meinen Vorfahren gehört die Familie Bischoff von Thon. Ältester mir
bekannter Vertreter dieser Familie ist Albrecht Bischoff, der am 20.02.1542
in Nürnberg, St. Sebald Catharina Schmid heiratete. Lt. Dr. Johann Martin
Drechsel („...Verneuertes Gedächtnis des Nürnbergischen Johannis-Krich-Hofs;
....; Frankfurt und Leipzig, 1736) hatten eine Grabstätte mit folgendem
Epitaph: „Albrecht Bischoff zur grosen reuth, Und Görg Bischoff zum thonund
Ihrer Erben Begrebn. 1582“. Das Grab hatte die Nr. 29.

Vorige Woche wollte ich das Grab Nummer 29 fotografieren, fand aber unter
der Nummer 29 eine Grabstätte mit einem ziemlich neuen Epitaph für Hans
Stengel, Brauereidirektor 1872-1912. Um den Dingen auf den Grund zu
gehen,fotografieerte ich das alte Epitaph auf dem Nachbargrab mit der Nummer
28. Dieses enthielt die Inschrift „Sixt Stegman, 1545, Georg Preu, 1571“ Im
unteren Teil des Epitaphs ist ein Beutel abgebildet.

Dieses Epitaph habe ich im Buch von Dr. Drechesel gesucht und fand es unter
der Grabnummer 510. Beim durchsuchen weiterer Literatur fand ich, dass
dieses Grab in älteren Büchern unter der Grabnummer 510, in neueren Büchern
unter der Grabnummer 28 zu finden ist. Also müssen vor längerer Zeit einmal
eine Reihe von Gräbern umnummeriert worden sein. Das Grab der Bischoffs ist
allerdings so unbedeutend, dass es in der Literatur nicht weiter erwähnt
wird. In der Friedhofsverwaltung von St. Johannis ist hierzu nichts bekannt.

Wer kann mir dabei helfen, das Grab mit der früheren Nummer 29 zu finden?

Über einen Hinweis von Ihnen würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße

Günter Wagner

Hallo Günter,

ich kann hier vom Westerwald aus, leider nur mutmaßen wie man vorgehen
könnte. Vor Jahren hatte ich mit einem Herrn Thon aus Braschwitz Kontakt.
Vielleicht könnte er weiterhelfen, da alle Vorkommen an Thon und diversen
Schreibweisen erforscht. Die Emailadresse ist beim letzten Providerwechsel
dahin gegangen, leider.

Gibt es vielleicht Aufzeichnungen wie der Friedhof einst eingelegt war.
Wenn man einen "Lageplan" der Gräber zur fraglichen Zeit hätte in dem das
Grab Nr. 29 vermerkt ist, bräuchte man nur einen solchen Plan von heute zu
nehmen. Beide Pläne per Kopie im Maßstab angleichen, den neuen unter den
alten legen und mittels Nadelstich, die die Lage des Grabes 29 auf dem neuen
Plan markieren.

Mich wundert warum man um diese Zeit den Bischoff nicht in der Kirche
bestattet hat.

MfG

Petra Burbach

Hallo Hr. Wagner,

in meiner kleinen Brosch�re "Handwerkerepitaphien auf dem St. Johannisfriedhof" vom Jahre 1984 hab ich auch den Hinweis auf das Grab 28 im Planquadrat H4 gefunden.
Wie Sie ja bereits geschrieben haben, handelt es sich um SIXT Stegmair und Georg PREU, als Beruf ist Feint�schner angegeben. Dieses Grab ist zus�tzlich als "bedeutendes Grab und sehenswerte Epitaphien" gekennzeichnet. Weitere Informationen zu Ihrem gesuchten Grab Nr 29 hab ich auf die Schnelle noch nicht gefunden,... am Wochenende habe ich etwas mehr Zeit. Habe auch einen DIN A3 Lageplan, den ich Ihnen im Format A4 scannen k�nnte.

Ich selbst habe meine Vorfahren im Grab Nr.1644 liegen. Falls es vielleicht dazu weitere Informationen gibt w�rde ich mich �ber eine R�ckmeldung sehr freuen.

Mit freundlichen Gr��en
Peter Zink aus M�nchen

Wagner G�nter schrieb:

Hallo Petra,
vielen Dank für die eMail. Ich glaube, da sind ein paar Missverständnisse
entstanden. Thon war früher ein Dorf bei Nürnberg und ist heute ein
Stadtteil von Nürnberg. Mein Vorfahre war auch nicht Bischof von Beruf,
sondern hies mit Familiennamen Bischoff.
Von früher habe ich keinen Lageplan, sondern nur eine Beschreibung des
Ortes. Lt. Beschreibung von Dr. Drechsel (1736) handelt es sich um das 42.
Grag in der 38. Zeile von Norden. Die Lage des Grabes an sich hat sich ja
nicht verändert: nur ist der Johannisfriedhof mehrmals erweitert worden, so
dass nachrechnen zu nichts führt (habe ich auch schon versucht).
Vieleicht gelingt es mir, irgendwie die neue Grabnummer herauszufinden.
Vielen Dank für Ihren Beitrag
MfG
Günter Wagner

Hallo Herr Zink,
vielen Dank für Ihre eMail. Das heutige Grab 28 von Sixt Stegmair und Georg
Preu war in der älteren Literatur unter Grab Nr. 510 zu finden. Es ist auch
nicht das Grab, das ich suche. Das Problem ist: Wenn das damalige Grab 510
heute das Grab 28 ist, welche Nummer hat dann heute das damalige Grab 29?
Die Lage der Gräber hat sich nicht verändert, sondern nur die Nummern. Die
Gräber mit den heutigen Nummern 28 und 29 habe ich fotografiert. Vielleicht
interessiert Sie ja das Grab 28, das als bedeutendes Grab beschrieben ist.
Freundliche Grüße
Günter Wagner

Hallo Herr Wagner,

wenn Sie Wikipedia nach dem Johannisfriedhof befragen, stoßen Sie auf einen
"Bürgerverein St. Johannis- Schniegling". Ich kann mir vorstellen, dass man
Ihnen dort weiterhelfen kann. Evtl. auch im Stadtarchiv Nürnberg.

Viele Grüße
Gert Rückel