Genealogische Tauschbörse, was ist das?

Hallo mitsammen,

Eine "Ggenealogische Tauschb�rse" so nennt das Nordfriisk Instituut

http://www.nordfriiskinstituut.de/

und die darin angesiedelte Arbeitsgruppe GENEALOGIE die heute
am 08.11.2014 stattgefundene Veranstaltung. Mein Besuch dort,
als halber Nordfriese von MUTTERn her, war der allererste und
es war mir ein R�tsel. Ca. 22 Familienforscher waren gekommen,
einer aus D�nemark mit friesischen Wurzeln in Nordfriesland
und z.B aus Eiderstedt die r�hrige Ingeborg Kraft, die gleich
zu Beginn verk�ndete:
"Ich bin nicht gekommen zu nehmen, sondern zu geben."

Und genau so kam es! P�nktlich um 9:30 Uhr betrat ich den
Saal und an den zu einen Hufeisen gestellten Tischen hatten
sich schon kleine Gr�ppchen gebildet, vertieft und gebeugt
�ber Zettel und Kladden �ber ganze Stammb�ume und in der Hand
Stift oder Kugelschreiber. Ja, einige hatten auch ihren
Laptop dabei, und ja da schaute schon mal jemand �ber die Schulter
des anderen, aber mir als "Computergenealogen" wurde ganz anders.
Was hier, ganz ohne Moderation passierte, war "Graswurzel-Genealogie"
alles mit der Hand am Arm und frei von der Leber weg erz�hlt
und aufgenommen, notiert oder verworfen.

Jens Uwe Nissen, ein wie mir schien, "alter Hase" hatte nach gut
einer halben Stunde M�he, sich Geh�r zu verschaffen: "Ich m�chte
Euch doch wenigsten schnell Willkommen hei�en...!" sprach`s
und schon waren alle wieder im Gespr�ch, im Austausch vertieft.

Da kam man zur Sache, die NISSEN, KETELSEN, ja sogar die MELFSEN
mit allem Anhang wurden von Mund zu Mund, von Stammtafel
zum Notizblock gereicht, schnell notiert oder im Computerausdruck
erg�nzt oder korrigiert. Wie es da mit der Quellenlage war...?
Ich glaube mal, die blieb bei mancher Erw�hnung auf der Strecke
und da hilft auch nicht das ausdr�ckliche Beteuern: "Ich schicke
Dir die Daten per Mail nach."

Ich sah auf den Bildschirmen �berwiegend den "FamilyTreeMaker",
auch "Brothers Keepers" und -zu meiner riesengro�en �berraschung-
ein URTYP von Genealogie-Progrmm auf MSdos, der Bildschirm
schwarz mit weiten Typen wie Katzentatzen auf russiger Wand.
"Ich habe mich sooo daran gew�hnnt...", klar das ist wahr,
wem geht es nicht so, wenn schon mal 4.000 oder gar 10.000 Daten
im Kasten sind. Ein einziger war mit "Familienbande" und
der Mac-Version unterwegs.

Flei�ig wurden Adressen ausgetauscht... "Was, Sie haben gar
keine E-Mail-Adresse?" ... ja auch gut, 'anything goes' bei
den Nordfriesen in der AG-GENEALOGIE, hier kann jeder nach
eigener Fasson Genealogie betreiben, erfrischend einfach.

Die �berraschung war perfekt: Meine Nachbarin, war mit "works"
unterwegs, einfach works, und sie lie� mich in ihren Bildschirm
blicken: Richtig, das Text-Programm von "works" und die Versicherung,
sie werde *alles* finden, stellte sie sofort unter Beweis:
"Wie hei�t Deine Ahnin? MELFSEN?"
Ja Melfsen, das ist der Geburtsname meiner Mutter.

Kurz und knapp MELFSEN eingetippt, es meldet sich
"MELFSEN, Momme" geb. im Christian-Albrechts-Koog mit
6 Kindern in �rmlichsten Verh�ltnissen lebend...
Auch eine "Quelle" fand sich beim Momme MELFSEN...

Quelle: Klaus Vahlbruch in einer E-mail vom...

Also, hier war ich richtig bei der AG-GENEALOGIE im
Nordfriisk Instituut in Beddstedt / Braist (d.i. Friesisch)
hier arbeitet man noch an der Basis und _wie_ man arbeitet!,
das Tauschen, Geben und Nehmen wollte kein Ende haben.

Die AG-GENEALOGIE trifft sich 2 x im Jahr und wer beim n�chsten
Treffen dabei sein m�chte, der schreibe an:
Herrn Fiete Pingel im NI: <info@nordfriiskinstituut.de>

Viele Gr��e

Klaus Vahlbruch aus B�delsdorf
aus der Mitte Schleswig-Holsteins
Mitglied im CompGen, NLF, GGHH und SHFam

Lieber Klaus,

war das jetzt ein Erlebnisbericht?

In dem Verein (25 Mitglieder) dem ich als Vorsitzender vorstehe
gibt es noch Mitglieder die ganze Kirchenbücher handschriftlich
mit Bleistift und Radiergummi verkartet haben.

Übrigens das Programm das ich für die Familienforschung verwende ist auch
schon 20 Jahre alt und ich bleibe dabei solange wie es läuft. Warum soll ich
mir ein Programm für 60-70 Euro kaufen wenn es das Programm noch tut welches
ich verwende. Es gibt dazu sogar noch Updates und der Autor ist sogar für
jeden Nutzer erreichbar. Der Hammer ist das Programm ist sogar kostenlos.

Mit freundlichen Grüßen vom Deisterrand
Harald (Kemm)

Familienforschung Kemm
Postfach 1409
30884 Barsinghausen

Nein lieber Harald,

aber f�r Computergenealogen (plural) , in einem Verein mit ca. 3.500
Mitgliedern, stellt sich hier bei diesem "Erlebnis" durchaus
das Hobby vom Kopf auf die F�sse.

Dieser Bericht ist auch allen denen ins Stammbuch geschrieben,
die mit dem Allerneuesten und Kompliziertesten meinen, alle
und jeden bespa�en zu m�ssen und sich fast gar nicht mehr
vorstellen k�nnen, wie unten an der Basis *wirklich*
gearbeitet wird und zwar in Gr��enordnungen, die weit
jenseits der Zahl 3.500 liegen, ja bundesweit mit Sicherheit
f�nf- oder gar 6-stellig sind.

Ich denke da auch an machen Aspekt bei der Quellenarbeit,
die mit Postulaten befrachtet werden, Stichwort Mythologie,
die vielen dort wo in kleinen Gruppen oder gar vereinzelt
geforscht wird, mehr erschrecken als motivieren.

Wer, und darin steckt, jedenfalls bei mir, etwas Selbstkritik,
das nicht bemerkt, der liegt eben falsch.
Hut ab vor allen denjenigen, die noch "anders" sind und arbeiten.

Viele Gr��e
Klaus