Forscher und Zeitzeugen
- Jocelyne Nichèle (Stadträtin und Genealogie-Enthusiastin) und Jean-Paul Blanchard (Militärarchivforscher) haben Recherchen zu Internierungslagern im Departement durchgeführt
- Michel Tomaszewski (91 Jahre) ist einer der letzten Zeitzeugen des Lagers Saint-Maurice-aux-Riches-Hommes
- Geboren als Kind polnischer Landarbeiter, gehörte er zu 380 Erwachsenen und 89 Kindern, die dort interniert waren
Das Lager Saint-Maurice-aux-Riches-Hommes
- Befand sich nordöstlich von Sens in einem großen Hangar nahe dem Bahnhof
- Die Nazis internierten dort unerwünschte Ausländer, hauptsächlich Polen und Ukrainer aus Küstengebieten
- Ziel war es, deren Flucht nach England zu verhindern
- Heute ist vom Lager nichts mehr übrig; an seiner Stelle befindet sich ein großer Obstgarten
Herausforderungen bei der Recherche
- Forscher stießen auf eine „Mauer des Schweigens“ - viele wollten die Vergangenheit hinter sich lassen
- Die örtlichen Archive wurden 1972 durch einen Brand zerstört
- Auch die Zeitzeugen selbst, wie Tomaszewskis Eltern, sprachen kaum über ihre Erfahrungen
- Die Nazis erlaubten unter bestimmten Auflagen die Anstellung von Häftlingen auf Bauernhöfen
Erinnerungskultur heute
- Das Thema der Internierungslager bleibt laut den Forschern ein heikles Stück Lokalgeschichte
- Der Nationalfeiertag wird genutzt, um das Bewusstsein der Schüler für Internierung und Deportation zu schärfen
- Eine Gedenkzeremonie findet am Kriegerdenkmal auf dem Place Émile-Blondeau statt
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